Frozen – Eiskalter Abgrund

Filmposter Frozen - Eiskalter Abgrund

7.5/10

Originaltitel: Frozen
USA | 2010 | 93 Min. | FSK: ab 16
Thriller, Horror, Direct-to-DVD
Regie: Adam Green
Drehbuch: Adam Green
Besetzung: Emma Bell, Kevin Zegers, Shawn Ashmore u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 10.12.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © fantasyfilmfest.com

Worum geht’s?

Dan, seine Freundin Parker und sein bester Freund Joe begeben sich auf einen kleinen Wintersporttrip. Als sie abends noch ein letztes Mal die Piste runterfahren wollen, wird aufgrund eines Missverständnisses der Sessellift, in dem die Drei noch sitzen, abgestellt. Die Vergessenen sitzen hoch über dem Boden mitten in einem verlassenen, für die ganze nächste Woche geschlossenen Skigebiet. Und es ist eiskalt.

Wie ist der Film?

Szenenbild Frozen - Eiskalter AbgrundDer Vergleich mit „Open Water“ (2004), dem Low-Budget-Hit über ein vergessenes Pärchen, das hilflos auf dem offenen Ozean treibt, ist bei „Frozen“ unumgänglich. Man könnte hier von dreistem Klau sprechen, doch „Frozen“ ist schlichtweg besser, da das Winter-Setting mehr Möglichkeiten bietet und über ganze 90 Minuten etwas zu erzählen hat. Die psychologische Grundidee ist nicht neu, jedoch wurde sie vorher noch nie gelungener umgesetzt. Regisseur und Autor Adam Green, der zuerst mit dem augenzwinkernden Retro-Slasher „Hatchet“ (2006) auf sich aufmerksam machte, schuf mit „Frozen“ einen lebensnahen Horrorfilm, der Klischees im Zaum hält und genauso minimalistisch wie spannend ist.

Für Wintersportler wird die schier ausweglose Situation im Mittelpunkt der Handlung ganz besonders nachvollziehbar, doch auch wer noch nie in den Bergen war, kann sich mit Höhenangst und der Furcht vor dem Erfrieren identifizieren. So zieht „Frozen“ sein ganzes Publikum gekonnt in den Bann. Das Ganze funktioniert natürlich nur, weil die drei tragenden Charaktere sympathisch, gut gezeichnet sind und sich nicht zu unrealistisch verhalten. Zudem wirkt alles nur deshalb so echt, weil trotz aller Risiken tatsächlich ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht wurde. – Das macht viel aus.

„Frozen“ verzichtet auf Splatter und Gore und kommt stattdessen auch mit ein paar guten, realistischen Makeup-Effekten aus. Green stützt seine Geschichte ganz darauf, dass sie wirklich passieren könnte und setzt voll auf Empathie sowie die Frage, was man selbst in der Situation tun würde. So entsteht ungeahnt viel Spannung, angetrieben durch die Schauspieler, die in diesem Fall mehr sind als nur hübsche Gesichter. Aus der einen kleinen Idee holt „Frozen“ alles raus, ohne völlig abwegig zu werden oder sich übersinnlicher Elemente zu bedienen. Dieses Filmerlebnis wird richtig schön bitter und kann die Lust auf Wintersport bis auf weiteres beträchtlich einschränken.

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3 Kommentare

    • Hab ihn mir grad auf Blu-ray angesehen und fand ihn auch überraschend gut. Der Vergleich mit Open Water stand natürlich im Raum und aufgrund der „Kopiervorahnung“ hatte ich auch absolut keine großen Hoffnungen, was dieses Werk hier angeht, die große Enttäuschung wurde aber zu einem positiven Gefühl umgewandelt.

      Bin fast jeden Tag in solchen Gebieten unterwegs wie im Film gezeigt und würde wohl einiges anders machen als die Protagonisten, der Film als solches funktioniert aber trotzdem. Bleibt auf jeden Fall mal in der Sammlung.

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