Godzilla – Das Original

DVD-Cover Godzilla – Das Original

5.5/10

Originaltitel: Gojira
JP | 1954 | 132 Min. | FSK: ab 12
Science-Fiction, Action, Horror
Regie: Ishirō Honda
Drehbuch: Takeo Murata, Ishirō Honda
Besetzung: Momoko Kōchi, Akihiko Hirata, Takashi Shimura u.a.
Kinostart: 10.08.56
DVD/Blu-Ray VÖ: 20.11.05/28.03.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Schnittbericht
Bild © Splendid Film

Worum geht’s?

Vor der Insel Odo brennen auf rätselhafte Weise mehrere Schiffe ab. Eine Legende, die man sich deshalb auf der Insel erzählt, wird wahr: Ein riesiges Monster namens Godzilla entsteigt dem Meer und hinterlässt Spuren der Verwüstung. Professor Yamane entdeckt, dass die Kreatur radioaktiv ist und ihre Umgebung verstrahlt.

Wie ist der Film?

Godzilla begründete das Subgenre des japanischen Monsterfilms. Aber die Riesenechse kam nicht aus dem Nichts, sie hat klare Vorbilder und ist eine Reaktion auf historische Ereignisse. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki 1945 stürzten Japan in ein Trauma, das auch künstlerisch verarbeitet werden wollte. Ein Fischkutter, der 1954 durch einen Kernwaffentest kontaminiert wurde, bildete schließlich die Initialzündung für eine Kino-Metapher: Godzilla steht für die unkontrollierte Zerstörung, die von fahrlässiger Menschenhand heraufbeschwört werden kann.

Das Konzept der Monsterinvasion war nichts Neues mehr, hatten die USA doch schon eine Reihe von Invasionsfilmen produziert. Ohnehin prägten Paranoia und Albtraumszenarien das Hollywood der 50er, hervorgerufen durch das Wettrüsten zwischen USA und Sowjetunion in puncto Atomwaffen und Raumfahrt. „Godzilla“ bedient sich des amerikanischen Stils, um die japanische Perspektive zu illustrieren, besonders stark angelehnt an „Panik in New York“ (1953).

Modellbauten und ein Mann im Kostüm – die Spezialeffekte sind verstaubt, aber liebevoll gemacht. Das Monster ist nach einem soliden Spannungsaufbau clever in Szene gesetzt und dank seiner langsamen Bewegungen auch glaubhaft. Jene Sorgfalt ging in manchen Fortsetzungen später völlig verloren. Entscheidend trägt die Tonkulisse zur Atmosphäre bei: Schon hier, beim ersten Auftritt hinterlässt Godzilla mit seinem charakteristischen Schrei, erzeugt durch einen Kontrabass, bleibenden Eindruck. Zudem treibt die eingängige Musik die Handlung gut an. Nicht umsonst werden die musikalischen Themen aus „Godzilla“ noch heute recycelt. Den positiven Eigenschaften gegenüber stehen hölzerne Dialoge rund um einen müden Professor und ein halbgares Liebesdreieck. Die angebotene Lösung, um das Monster zu besiegen, wirkt ungelenk konstruiert.

„Godzilla“ ist ein Gruselfilm irgendwo zwischen Science-Fiction und Fantasy, zwischen A- und B-Movie, und schafft nach US-Vorbild eine einprägsame eigene Marke. Erstaunlich direkt wird dabei vor dem Missbrauch der Atomkraft gewarnt, die das Monster symbolisch vertritt. So erhält „Godzilla“ eine wichtige politische Zusatzebene. Erst später sollten sich die Prioritäten zu kinderfreundlichen Monsterduellen verschieben. Übrigens wurde der Film für den amerikanischen Markt umgeschnitten und in Deutschland gekürzt – natürlich empfiehlt sich am ehesten die 96minütige Japanfassung. Splendid Film vertreibt die deutsche und die japanische Fassung gemeinsam auf einer DVD/BD, korrekterweise unter dem Titel „Godzilla – Das Original“.

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