Green Room

DVD-Cover Green Room

5.5/10

Originaltitel: Green Room
USA | 2015 | 94 Min. | FSK: ab 18
Horror, Thriller
Regie: Jeremy Saulnier
Drehbuch: Jeremy Saulnier
Besetzung: Anton Yelchin, Imogen Poots, Patrick Stewart u.a.
Kinostart: 02.06.16
DVD/Blu-Ray VÖ: 07.10.16

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Universum Film

Worum geht’s?

Die abgebrannte Punkband Ain’t Rights nimmt ein Gig-Angebot an, das zumindest halbwegs lukrativ erscheint. Das Publikum in der entlegenen Kneipe besteht allerdings weitgehend aus Rechtsradikalen. Unbeirrt ziehen die Bandmitglieder ihre Show durch. Doch weil Bassist Pat im ‚Green Room‘ hinter der Bühne zufällig etwas sieht, das er nicht hätte sehen dürfen, werden sie festgehalten. Ein blutiges Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Wie ist der Film?

green_room_szenenbilder_03-72dpiNach seinem wenig beachteten, durchaus interessanten Rache-Drama „Blue Ruin“ liefert Jeremy Saulnier ungleich gewöhnlichere Kost ab. Denn im Grunde verbirgt sich hinter „Green Room“ jeder typische Backwoods-Slasher, in dem junge Leute einem mörderischen Klan zum Opfer fallen. Pluspunkte sammeln allerdings das relativ unverbrauchte Setting, die fingerfertige Inszenierung und ein Hauch Humor an den richtigen Stellen.

Die heruntergekommenen, mit Parolen tapezierten Räumlichkeiten einer politisch radikalen Musikszene sowie die zugehörigen Klänge setzt „Green Room“ stimmungsvoll in Szene – als bunte Düsternis. Eine allzu klischeehafte Darstellung von Punks und Neonazis weiß Saulnier dabei zu umschiffen. Der zentrale Konflikt fühlt sich authentisch an, egal, wie irrational sich die Charaktere im Folgenden verhalten mögen. Darauf aufbauend besticht der Film durch Gewaltspitzen, die in ihrer Rohheit ziemlich effektiv sind. Genau der richtige Ansatz für markerschütternden Horror, wären die Figuren nicht allesamt belanglos.

Dass „Green Room“ weder mit coolen Helden noch mit überlebensgroßen Bösewichten und ebenso wenig mit emotionalen Hintergrundgeschichten aufwartet, ist einerseits sympathisch, lässt andererseits aber auch wirklich interessante Charaktere vermissen. Patrick Stewart („X-Men“) funktioniert prächtig als kalkulierender Nazi-Papa, doch hält sich bedeckt. Der im Juni 2016 tödlich verunglückte Anton Yelchin („Star Trek“) beweist Charisma, soweit es seine Rolle zulässt – ihm hätte noch eine große Karriere bevorgestanden. Am meisten Potential birgt die von Macon Blair („Blue Ruin“) gespielte Nebenfigur, deren Weg jedoch im Sande verläuft.

„Green Room“ ist ein schmutziger Kleinkrieg mit gelungenen Blut-Effekten. Statt politisch zu werden, macht sich der Film lediglich die visuelle und musikalische Faszination rechter und linker Subkultur zunutze, um den ausgelutschten Handlungsablauf zu kaschieren.

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