Originaltitel: The Hangover: Part II
USA | 2011 | 102 Min. | FSK: ab 12
Komödie
Regie: Todd Phillips
Drehbuch: Todd Phillips, Scot Armstrong, Craig Mazin
Besetzung: Ed Helms, Bradley Cooper, Zach Galifianakis,
Justin Bartha, Ken Jeong, Paul Giamatti u.a.
Kinostart: 02.06.11
DVD/Blu-Ray VÖ: 02.12.11
Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter | film zeit
Worum geht’s?
Zwei Jahre nach dem verhängnisvollen Junggesellenabschied in Las Vegas: Diesmal heiratet Zahnarzt Stu, und zwar eine thailändische Schönheit – in deren Heimatland. Doug und Phil sind wieder mit von der Partie, und schließlich lässt Stu sich dazu breitschlagen, auch den Wirrkopf Alan einzuladen, welcher überglücklich ist, das „Wolfsrudel“ wieder vereint zu sehen. Ein Bierchen mit Marshmallows am Strand unter Männern führt am Tag vor der Hochzeit dazu, dass Stu, Phil und Alan am nächsten Morgen schwer gezeichnet irgendwo mitten in Bangkok aufwachen – ohne Erinnerung.
Wie ist der Film?
Es ist nachvollziehbar und unter Umständen sogar legitim, wenn Fortsetzungen mit nur leichten Abänderungen die Geschichte des Vorgängerfilms noch einmal erzählen, um an dessen Erfolg anzuknüpfen. Einige Filme kommen mit diesem Konzept beachtlich gut weg, etwa „Rocky II“, „Stirb Langsam 2“ oder „Kevin – Allein in New York“. Doch viel öfter geht der Aufguss in die Hose. „Hangover 2“, wieder von Todd Phillips („Stichtag“), gehört zu dieser zweiten Sorte.
Fehlende Glaubwürdigkeit der Tatsache, dass den Protagonisten dasselbe ‚Missgeschick‘ wie in Teil 1 noch einmal passiert, ist wider Erwarten gar kein Hauptproblem von „Hangover 2“. Die neue alte Hinführung zum Kater ohne Erinnerung ist verträglich. Vielmehr scheitert der Film daran, dass er im Gegensatz zum 2009er Original keine mitreißende Eigendynamik entwickelt, sondern Startschwierigkeiten hat und eigentlich nie richtig in die Gänge kommt. Schuld ist im Grunde die Stadt Bangkok, die eben keine bewusst unwirkliche Glitzerwelt wie Las Vegas, sondern ein raues Pflaster ist, was sich nur allzu ungünstig auf das Drehbuch auswirkt.
Die Lage, in der sich die Männer befinden, verliert mit der Abwesenheit einer Umgebung wie Vegas ihren grotesken Witz, denn zu stark machen sich deren Ernst und Gefahr bemerkbar; zu viel steht diesmal auf dem Spiel. „Hangover 2“ verfällt häufig in eine Art Drama, das mit Albernheiten wie etwa Stus weibischen Panikattacken aufgelockert werden soll, doch es fehlt die heitere Grundstimmung, die zum miteinander Lachen – weniger Auslachen – einlädt.
Peinlich genau wird die Struktur des ersten Teils auf Thailand übertragen, ohne den sowieso nicht erfüllbaren Anspruch, noch einen draufsetzen zu wollen. Das ist einerseits eine löbliche Leistung für den Fan, wirkt andererseits manchmal zu konstruiert – vor allem auch im sich nah an der Peinlichkeit bewegenden Schlussakt, der viel zu gestellt aussehende Beweisfotos beinhaltet) – und legt schonungslos offen, wie viel weniger der Funke diesmal überspringt.
Nach einer gefährlich langen, ereignisarmen Einführung und der diesmal eher unmotiviert wirkenden ‚Aufwach-Sequenz‘ wird allmählich klar, dass der niedliche Affe für alle witzigen Drehbucheinfälle herhalten muss, die die neuen Autoren nicht hatten, aber hätten haben sollen, wenn nicht gerade die Figur des bärtigen Alan ausgebeutet wird. Während Zahnarzt Stu sich ein wenig mehr entfalten und Draufgänger Phil mehr oder weniger die gleichen Stichworte wie immer von sich geben darf, wird der einst so unvergleichlich skurrile Alan leider zur reinen Lachnummer, zum Franchise-Ausstellungsstück degradiert.
„Hangover 2“ ist mal befremdlich ernst und mal albern; wirklich lustig aber eher selten. Die Pendants zu den Markenzeichen des ersten Teils wurden herausgearbeitet, nur fehlt der flotte Rhythmus für ihr Zusammenspiel. Zu viel Luft befindet sich zwischen den paar wirklich guten Momenten. Das ist Teil 1 nochmal stur nachbuchstabiert, fast mehr als Remake denn als Fortsetzung, mit der Unfähigkeit, auch das nahezu perfekte Tempo und die leichtfüßige Atmosphäre des Originals zu reanimieren. Natürlich gilt die Faustregel: Je weniger Anspruch man hat, desto mehr kann man lachen. Doch so oder so ist der Film leider eine Enttäuschung.
Wertungen (ø 2.8) [?]
4.0 – wieistderfilm.de
3.5 – Arne Hübner
1.0 – Rajko Burchardt
Zum Stöbern:
6/10 Originaltitel: Due Date USA | 2010 | 95 Min. | FSK: ab 12 K ...
8.5/10 Originaltitel: The Hangover USA | 2009 | ca. 100 Min. | FS ...
6/10 Originaltitel: Limitless USA | 2011 | 105 Min. | FSK: ab 16 ...
6.5/10 Originaltitel: It's Kind of a Funny Story USA | 2010 | 101 ...
8/10 Originaltitel: Dinner for Schmucks USA | 2010 | 114 Min. | F ...

Dieses Onlinearchiv bietet über 600 informative, spoilerfreie
Der erste war besser…
Lustige Geschichte dahinter, extreme Sachen dabei aber Fun-Faktor war nich so der Hammer wie beim ersten…
Habe den ersten geliebt, bin mit hohen Erwartungen ins Kino (zu hoch?) und wurde eher enttäuscht. Ein paar Lacher funktionieren immer noch, Phil ist immer noch sehr gut aussehend, aber zu viel was den ersten Teil so wunderbar gemacht hat, fehlt. Wie du schon gesagt hast, fehlt mir am allermeisten Vegas, denn in Bangkok geht einfach zu viel schlimmes vor als dass man drüber lachen könnte (ich erinnere mich an Szenen, in denen es um Kinderprostitution geht). Der Humor war im ersten Teil schon derbe und nahe an der Gürtellinie, hat aber das Kunststück fertig gebracht, diese nicht oder zumindest seltenst zu unterschreiten – dies gelingt im zweiten Teil nicht, und das ist für mich das Hauptmanko des Films. Schade!