Hell Ride

DVD-Cover Hell Ride

4/10

Originaltitel: Hell Ride
USA | 2008 | 83 Min. | FSK: ab 18
Action, Thriller, Erotik, Direct-to-DVD
Regie: Larry Bishop
Drehbuch: Larry Bishop
Besetzung: Larry Bishop, Michael Madsen, David Carradine, Eric Balfour, Dennis Hopper, Vinnie Jones
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 22.05.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | DVD uncut
Bild © Cyber-Pirates

Worum geht’s?

Die drei gesetzlosen Motorradfahrer Pistolero, Comanche und The Gent führen die Biker-Gang „Victors“ an. Sie heizen durch die Wüste und versuchen die mit ihnen rivalisierende Gang „666ers“ ausfindig zu machen. Auf deren Konto geht nämlich die Ermordung von Comanches Ex-Freundin.

Wie ist der Film?

Larry Bishops zweite Regie- und Drehbucharbeit ist nicht wirklich ein Höllenritt, sondern geht eher höllisch auf die Nerven. Sich mit dem Namen Tarantinos schmückend und sichtlich an dessen Stil angelehnt ist „Hell Ride“ kaum mehr als heiße Luft. Dieses banale Rache-Roadmovie ist so sehr um Coolness bemüht, dass es peinlich wird. Bishop versuchte beharrlich etwas zu schaffen, was er dringend weiterhin nur den Meistern wie Tarantino oder Rodriguez überlassen sollte. Obendrein sicherte er sich eine unfreiwillig komische Performance als Hauptdarsteller.

Grobmotoriker Bishop schießt permanent über die Grenze hinaus und beweist ein absolut mangelhaftes Gespür für wahre Coolness. Eine Prise Subtilität an den richtigen Stellen wäre vielleicht der Schlüssel zum Gelingen gewesen. Seine Minirolle als Stripclub-Besitzer in „Kill Bill: Volume 2“ ist ihm offensichtlich zu Kopf gestiegen. Er sollte erst einmal seine Vorbilder genauer analysieren, bevor er wieder ein filmisches Gefährt mit Vollgas gegen die Wand donnert.

Auf dem Papier scheint das Ganze ja noch nicht so schlimm ausgesehen zu haben, denn für das Projekt ließen sich so einige große Namen wie Michael Madsen („Reservoir Dogs“), Vinnie Jones („Snatch“), Dennis Hopper (passend: „Easy Rider“) oder David Carradine („Kill Bill“) ködern. Glück gehabt. Jedoch verleitet das mäßige Drehbuch die Darsteller zu einem viel zu aufgesetzt wirkenden Spiel, wodurch hier auch kein Star mehr etwas rausreißen kann.

Wenn die flotten Sprüche, der Retro-Soundtrack und die Zurschaustellung von Knarren und dicken Zweirädern nichts mehr hergeben, werden die Lücken mit Sexismus der plattesten Sorte gefüllt. Die ach so coolen Männer kann man hier ja noch belächeln, doch die Darstellung der Frauen in „Hell Ride“ lässt sogar Emanzen-Feinde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Es ist offensichtlich, in welchem Fahrwasser der durchgestylte „Hell Ride“ schwimmt, doch dieser plumpe, krampfhaft bemühte und ziemlich inhaltsleere Actioner säuft bei jedem geschulten Auge, das Klassiker von Möchtegern unterscheiden kann, gnadenlos ab. Auf diesen Wer-hat-die-größten-Eier-Wettbewerb kann man gut und gerne verzichten.

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