Hereditary – Das Vermächtnis

Filmposter Hereditary

7.5/10

Originaltitel: Hereditary
USA | 2018 | 128 Min. | FSK: ab 16
Horror, Drama, Thriller
Regie: Ari Aster
Drehbuch: Ari Aster
Besetzung: Toni Collette, Alex Wolff, Milly Shapiro u.a.
Kinostart: 14.06.18
DVD/Blu-Ray VÖ: ?

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Splendid Film

Worum geht’s?

Die Miniatur-Künstlerin Annie Graham beerdigt ihre Mutter, zu der sie kein gutes Verhältnis hatte. Der Tod der alten Dame hat weitreichendere Konsequenzen als gedacht, denn Annie, ihr Ehemann Steve, Sohn Peter und Tochter Charlie scheinen von übernatürlichen Kräften heimgesucht zu werden.

Wie ist der Film?

Kurz nach der Premiere von „Hereditary“ fielen die Kritiken aus den USA derart positiv aus, dass sich im Netz ein Hype um den Film bildete – und den kann er hierzulande gebrauchen, da er ansonsten kaum beworben wurde. Der Hype-Begriff ist gerade in Bezug auf Horrorfilme mit Vorsicht zu genießen, aber „Hereditary“ entpuppt sich tatsächlich als herausragender Genrebeitrag.

Filmschulabsolvent Ari Aster liefert mit „Hereditary“ ein beeindruckendes Langfilmdebüt. Der Regisseur und Autor beweist ein tiefes Verständnis für Horror; Einflüsse von Roman Polanski („Ekel“, „Rosemaries Baby“), wie auch Ti West („The House of the Devil“, „The Innkeepers“) sind deutlich zu spüren. Er spielt mit vielen klassischen Genre-Motiven und schafft es, selbst der unendlich ausgelutschten Séance etwas Erfrischendes abzugewinnen. „Hereditary“ funktioniert, weil Aster seine Geschichte und seine Charaktere sehr ernst nimmt. Der Schrecken wirkt nicht selbstzweckhaft, sondern entfaltet sich aus einem sorgfältig gezeichneten Familiendrama.

Toni Collette („Little Miss Sunshine“) saugt die Hauptrolle auf und spielt sich die Seele aus dem Leib – ein Segen für jeden Nachwuchsfilmemacher. Ein grundsympathischer Gabriel Byrne („Stigmata“) balanciert die Besetzung als erdender Gegenpol aus. Auch die unverbrauchten Jungtalente Alex Wolff und Milly Shapiro geben starke Leistungen. Dieses Ensemble, kleine Schnitt- und Kamera-Spielereien sowie ein latentes bis bizarres Sounddesign sorgen für nachhaltiges Unbehagen. Gewaltspitzen und Schock-Momente werden nur spärlich, dafür effektiv platziert. So erfüllt „Hereditary“ die FSK-16-Kriterien, gräbt sich aber tiefer ein als die meisten Splatter-Exzesse ab 18.

„Hereditary“ ist ein stark gespieltes, überaus stimmungsvolles Horror-Drama, das berührt, verstört und nachklingend beschäftigt. Die Grundideen sind weniger originell, wohl aber die Inszenierung. Ari Aster kokettiert mit dem Mainstream und schiebt sich mit seiner entschleunigten Erzählweise dann doch daran vorbei. Manchmal lässt sich der Regisseur/Autor gar zu viel Zeit und enthüllt am Ende vielleicht gar zu viel des Geheimnisses; nichtsdestotrotz gelang ihm ein stilvolles Grauen für Grusel-Gourmets.

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