Hesher – Der Rebell

DVD-Cover Hesher – Der Rebell

6/10

Originaltitel: Hesher
USA | 2010 | ca. 106 Min. | FSK: ab 16
Drama, Komödie
Regie: Spencer Susser
Drehbuch: Spencer Susser, David Michôd
Besetzung: Devin Brochu, Joseph Gordon-Levitt, Rainn Wilson, Natalie Portman u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 28.09.12

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Koch Media

Worum geht’s?

T.J. eilt verzweifelt der letzten Erinnerung an seine Mutter hinterher, während sein Vater wie gelähmt auf der Couch vor sich hin vegetiert. Die mit den beiden zusammen lebende Großmutter weiß ihnen auch nicht zu helfen. Bis sich ein langhaariger junger Mann namens Hesher Zugang zum Haus der Drei verschafft. Hesher hilft T.J. nicht nur, die nette Supermarktkassiererin Nicole besser kennen zu lernen, sondern hält auch die Familie mit seinen fragwürdigen Methoden zusammen.

Wie ist der Film?

So wie dieser langhaarige Rüpel es sich auf fremdem Grundstück bequem macht und niemand etwas unternimmt, oder sich auch nur ernsthaft wundert – Paralyse durch Schicksalsschlag hin oder her – wird schnell klar: Hesher ist mehr ein Symbol als eine bestimmte Figur. Das wandelnde Heavy-Metal-Klischee holt feststeckende Seelen auf die harte Tour zurück ins Leben und animiert zum Freilassen der Emotionen, weil sie es brauchen. Da Hesher aber nicht nur einen alternativen Moralapostel und Weckruf darstellt, sondern auch mal gegenteilig handelt und ohne Hintergedanken Mist baut, ist der Charakter interessanter, doch werden so auch Motiv, Richtung und Ziel des Films arg verwässert.

Szenenbild HesherBei Spencer Sussers „Hesher – Der Rebell“ spürt man den frischen Esprit eines Debütanten, aber auch die fehlende Konzentration und Entschlossenheit. In latenter Ereignisarmut und entsättigten Farben unternimmt das Drama eine kühle, schräge Reise durch das Tal der Wut und Trauer, fängt dabei gekonnt eine komplizierte Stimmung voller Schmerz ein, aber nicht wirklich etwas damit an. Auf unterhaltsam unangebrachte Weise erklärt Hesher, was man im Umgang mit Mitmenschen nicht vergessen sollte und hat dabei ganz eigene Probleme. Mal etwas anderes, getragen durch einen grandiosen Soundtrack – gleich eine ganze Handvoll Titel der frühen Metallica-Alben, was sich die wenigsten Filme bisher erlauben durften – und eine spannende Besetzung.

Was völlig unklar ist, bevor man „Hesher“ sieht: Eigentlich geht es primär um einen kleinen Jungen, nur hat der eben keinen bekannten Namen. Doch sowohl der Knirps in seiner ersten großen Rolle als auch die Stars liefern gute Leistungen ab. Joseph Gordon-Levitt („(500) Days of Summer“, „50/50 – Freunde fürs (Über)Leben“) und Natalie Portman („Black Swan“, „Thor“) sind sehr bewusst gegen den Strich besetzt, damit aber absolut glaubwürdig. Es sind vielleicht gar ihre interessantesten Rollen bis dato, bei Portman auch die sympathischste. Rainn Wilson („Super“) kennt man ebenfalls eigentlich etwas anders. Der Komiker zeigt als Vater des Protagonisten mit plakativem Trauerbart, dass er sein Fach auch ohne Ironie beherrscht.

„Hesher“ ist dann und wann durchaus bewegend, makaber, einfühlsam und gut gespielt, nur um der Andersartigkeit willen in simpler Wertevermittlung etwas orientierungslos. Eben mal ein anderer Ansatz, und immerhin ein Anreiz, die alten Metallica-Platten wieder hervorzukramen, sofern vorhanden.

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