Hobo with a Shotgun

DVD-Cover Hobo with a Shotgun

7/10

Originaltitel: Hobo with a Shotgun
USA | 2011 | 86 Min. | FSK: ?
Thriller, Action, Exploitation
Regie: Jason Eisener
Drehbuch: John Davies
Besetzung: Rutger Hauer, Brian Downey, Molly Dunsworth u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 05.10.12

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | DVD/BD uncut
Bild © Cyber-Pirates

Worum geht’s?

Als blinder Passagier eines Güterzugs lässt sich ein Namen- und Obdachloser in eine neue Zukunft tragen. Doch er landet in der Hölle. In der anarchistischen Großstadt verbreiten ein skrupelloser Gangsterboss und dessen Söhne Angst und Schrecken. Mit seinem zusammengekratzten Geld will sich der Hobo einen Traum erfüllen, aber die nicht enden wollenden Gewalttaten um ihn herum lassen ihn im Laden stattdessen zur Schrotflinte greifen. Fortan wird in der Stadt aufgeräumt.

Wie ist der Film?

Nachwuchsförderung Olé. Der leidenschaftliche Hobbyregisseur Jason Eisener und seine Jungs, die übrigens auch die im Internet recht erfolgreiche Weihnachtsabrechnung „Treevenge“ verbrachen, durften „Hobo with a Shotgun“ mit einem stattlichen Budget realisieren, nachdem sie einen Wettbewerb gewonnen hatten. Für das GRINDHOUSE-Projekt von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez („Death Proof“ / „Planet Terror“) waren Fake-Trailer gesucht. Eiseners ballernder Obdachloser kam so gut an, dass er nicht nur als kurzer Vorfilm über die Kinoleinwände flackern durfte, sondern auch in Spielfilmlänge mit dem Star Rutger Hauer („Sin City“) produziert wurde.

Nach „Machete“ ist „Hobo with a Shotgun“ schon der zweite Grindhouse-Fake-Trailer, der im Nachhinein zum richtigen Spielfilm mutierte, doch während ersterer mit einer langen Liste berühmter Namen und viel schwarzem Humor zum Massenerfolg wurde, erreicht letzterer auf ganz andere Weise ein stattliches Niveau. „Hobo with a Shotgun“ ist viel grimmiger und als Hommage an die alten Exploitationfilme der 70er und 80er weitaus konsequenter. So kompromisslos, bewusst überzogen, brutal, ein Zugeständnis an den B- und Trashfilm und trotzdem ernsthaft und geschickt inszeniert – das muss erst einmal jemand nachmachen, das tut der Szene gut.

Eisener kreiert mit ordentlichen Splattereffekten, schön theatralischer Beleuchtung und motiviertem, fähigem Ensemble den mitunter übelsten Großstadtmoloch, den man seit langem gesehen hat. Die Löcher im Plot (Hobo with Munition!?) stören da kein bisschen. „Hobo with a Shotgun“ ist mutiger, kranker Scheiß, dessen Beschaffung sich für Exploitationfans wahrlich lohnt – unter strengen Auflagen inzwischen auch in Deutschland erhältlich.

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