Ich kämpfe um dich

Filmposter Ich kämpfe um dich

6/10

Originaltitel: Spellbound
USA | 1945 | 111 Min. | FSK: ab 16
Thriller, Mystery, Krimi, Liebesfilm, Drama, Romanadaption
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: Angus MacPhail, Ben Hecht
Besetzung: Ingrid Bergman, Gregory Peck, Michael Chekhov u.a.
Kinostart: 29.02.52
DVD/Blu-Ray VÖ: 02.10.02

Links zum Film:
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Worum geht’s?

Green Manor, ein Heim für Geisteskranke, erhält eine neue Leitung, nachdem Dr. Murchison in den Ruhestand geschickt wird. Ihn soll Dr. Anthony Edwardes ersetzen, ein bekannter Name in der Branche. An dem Neuankömmling findet die Psychiaterin Dr. Constance Petersen sofort gefallen. Die beiden verlieben sich ineinander. Doch als Constances Liebster sich zunehmend seltsam verhält, stellt sich heraus, dass er nicht der ist, der er zu sein scheint.

Wie ist der Film?

Nach ein paar kleineren Propagandaproduktionen hatte sich Hitchcock zum Ende des Zweiten Weltkrieges wieder vom Thema des selbigen entfernt und war wieder in Hollywood angekommen, mit dem Anspruch, den ersten Psychoanalysefilm zu drehen. Streng hält sich „Ich kämpfe um dich“ an das Motiv der von Sigmund Freud begründeten Erforschung der Psyche und geht dabei vor, wie man sich einen Psychiater oft vorstellt: so verkrampft logisch, dass es schon wieder konfus ist.

Wieder geht es um einen Verfolgten und vielleicht auch um den fast perfekten Mord, wie der Regisseur es am liebsten hatte. Schleichend entfaltet sich die Spannung und breitet sich mit der Frage nach der Auflösung aus. Der Reichtum an Wendungen macht durchaus Spaß; allerdings wirkt es auch etwas holprig und konstruiert, immer wieder angetrieben durch psychoanalytische Erklärungen, die zuweilen arg selbstverständlich genommen werden. Trotz schwächelnder Überzeugungskraft geleitet Ingrid Bergman (später: „Berüchtigt“, „Casablanca“) souverän durch das Abenteuer. An ihrer Seite wirkt Gregory Peck (später: „Ein Köder für die Bestie“, „Wer die Nachtigall stört“) etwas blass. Die Rolle – eine seiner ersten – steht ihm nicht.

Neben dem kuriosen Überraschungsfeuerwerk sind es die visuellen Spielereien, die „Ich kämpfe um dich“ sehenswert machen. In deren Zentrum steht die Traumsequenz, das Markenzeichen des Films. Für jene wurde extra der berühmte Surrealist Salvador Dalí angeheuert, und es zahlte sich aus. Allerdings wäre das visuelle Ausformulieren des Traums für das Funktionieren der Handlung nicht einmal notwendig gewesen. Was hat „Ich kämpfe um dich“ also überhaupt zu erzählen? Mindestens eine verzwickte Liebesgeschichte der besonderen Art. Das genügt eigentlich, und dafür wurden nun mal ein paar plumpe Symbole und eine große Konzentration auf Dialoge bemüht. Angestrengt, allerdings nicht anstrengend.

„Ich kämpfe um dich“ ist einer der eher ungeliebten Hitchcocks; das bestätigte der Regisseur damals sogar selbst, nicht nur was die zwar mit dem Oscar prämierte, aber zu theatralische und von beziehungsweise für „Das verlorene Wochenende“ kopierte Filmmusik von Miklós Rózsa betrifft. Erst der Nachfolger „Berüchtigt“ stellte sich wieder als Hit heraus. Doch auch an dem Psychoanalyse-Thriller hat man sein Vergnügen, egal, ob er nun eine runde Sache ist, oder nicht, dank präsentem Knobelfaktor, der Bergman, vielen Twists und noch mehr kreativen inszenatorischen Einfällen.

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