Im Körper des Feindes

Filmposter Im Körper des Feindes

7/10

Originaltitel: Face/Off
USA | 1997 | 133 Min. | FSK: ab 16
Action
Regie: John Woo
Drehbuch: Mike Werb, Michael Colleary
Besetzung: John Travolta, Nicolas Cage, Joan Allen u.a.
Kinostart: 25.09.97
DVD/Blu-Ray VÖ: 28.10.98/04.12.07

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Terrorist Castor Troy und FBI-Agent Sean Archer sind Erzfeinde, seit Troy versuchte, Archer zu erschießen, stattdessen aber dessen kleinen Sohn tötete. Als Troy endlich ausgeschaltet werden kann, erfährt das FBI von einer versteckten Bombe, die der inzwischen im Koma liegende Troy installierte und die in wenigen Tagen hochgehen soll. Durch eine Gesichtstransplantation und weitere Operationen nimmt Archer Aussehen und Stimme von Troy an, um sich nötige Informationen zur Bombe zu verschaffen. Da erwacht Troy aus seinem Koma und schnappt sich Archers Gesicht…

Wie ist der Film?

John Woo („Hard Boiled“) verleiht seinem ausladenden Baller-Kino einen Hauch von Poesie aus der Griechischen Mythologie, indem er Gut und Böse wortwörtlich die Gesichter tauschen lässt. Der gesamte Körperbau, der wird auch irgendwie mitgetauscht. Eine dermaßen behämmerte Prämisse zu akzeptieren fällt schwer, doch ist dieser Brocken erst einmal geschluckt, erwartet das Publikum spaßig-überspitzte Testosteron-Unterhaltung, so subtil wie weiße Tauben in Zeitlupe.

John Travolta („Pulp Fiction“) und Nicolas Cage („Con Air“) spielen sich gegenseitig – was für ein Coup! Der bekanntlich zur Zügellosigkeit neigende Cage ist mal wieder in Hochform und zieht Travolta auch noch mit. Heraus kommt Overacting par excellence, das wohl selten so gut passt wie in einem John Woo Film. Overacting, das in seiner explosionsreichen Umgebung authentisch ist. Wenn Travolta den Guten gibt, dann glaubt man ihm das; wenn er den Bösen gibt, dann glaubt man ihm das auch. Und Cage ist eben Cage. Ein beachtlich harmonisches Team.

„Im Körper des Feindes“ macht dank reichlich üppig inszenierter Action Laune, funktioniert aber vor allem dank des passionierten Spiels der Hauptdarsteller. Ohne das unterhaltsam überzogene Duo wäre der Film nur ein eher peinliches Herumprotzen. Doch so ist „Im Körper des Feindes“ trotz überlanger Laufzeit ein kurzweiliges Heldenfeuerwerk mit guter Musik, eleganten Materialschlachten und viel charmantem 90er-Kitsch inklusive Stuntmänner, die so deutlich als solche zu erkennen sind, dass sie fast eine Erwähnung als Nebenrolle verdienen. Sehenswert allein schon wegen Cage, der einen Priester spielt, Travolta, der Cage spielt und Cage, der Travolta spielt, der versucht, Cage zu spielen.

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