Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Filmposter Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

7/10

Originaltitel: Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull
USA | 2008 | ca. 122 Min. | FSK: ab 12
Abenteuer, Action, Komödie, Fantasy
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: David Koepp, George Lucas, Jeff Nathanson
Besetzung: Harrison Ford, Cate Blanchett, Karen Allen, Shia LaBeouf, Ray Winstone, John Hurt u.a.
Kinostart: 22.05.08
DVD/Blu-Ray VÖ: 24.10.08

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

1957: Professor Jones wird aufgrund seiner Fähigkeiten von den Russen entführt, kann aber entkommen. Daraufhin wird er der Universität verwiesen, da die US-Regierung fürchtet, Jones sei ein Doppelagent. Als er gerade die Stadt verlassen will, wird er von dem jungen Rebellen Mutt Williams gestoppt, der erzählt, dass ein alter Freund von Jones in Schwierigkeiten steckt. Ein neues Abenteuer beginnt…

Wie ist der Film?

In diesen Zeiten ist es so gut wie unmöglich einen Geniestreich wie die ersten drei Indiana-Jones-Filme zu schaffen. Eine solche Atmosphäre von vor rund 20 bis 25 Jahren lässt sich nicht einfach wiederbeleben, das sollte bei jeder Erwartungshaltung klar sein. Aber Schreiberling George Lucas und Regisseur Spielberg erfüllten die wichtigsten Aufgaben. Denn alles, was den Kult um „Indiana Jones“ ausmachte ist wieder da, und dennoch handelt es sich weniger um einen Aufguss als um ein ganz neues Abenteuer.

Der 65-jährige Harrison Ford ist kein Steroiden-Opfer, sondern hat sich einfach recht gut gehalten, natürlich nicht ohne diszipliniertes Training. Für sein Alter vollbringt er als „Indy“ im Film keine übermenschlichen Taten, abgesehen von den üblichen Wundern wie das Überleben im Kugelhagel. Trotzdem beschäftigt sich das Drehbuch des vierten Teils der Reihe weniger denn je mit Realismus oder Fragen wie „Wie genau gelangt man eigentlich in die Höhle am oberen Ende des Wasserfalls?“. Was soll’s, Spaß muss es machen.

Indy Nummer vier bietet toll choreografierte Actionszenen, die weitgehend der Verlockung des Einsatzes von erdrückenden CGI-Gewittern durch die neuen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts widerstehen. Eine gehörige Portion Humor und Ironie fehlt zum Glück auch nicht. Allein die Rolle der wunderbar selbstironischen Cate Blanchett ist purer Trash. Shia LaBeouf („Transformers“, „Disturbia“), ein weiterer Neuzugang in der Reihe, ist als Jones‘ Sidekick souverän und weniger nervig als der kleine Shorty aus „Tempel des Todes“, wenn seine Rolle als Lederjacke tragender Halbstarker sich auch nah an der Lächerlichkeit bewegt. Die Ansiedlung des neuen Abenteuers in den Fünfzigern ist ungewohnt, wird durch die nicht überspielte Alterung von Jones aber zugänglich. Politische Missstände der Zeit sind in die Handlung integriert, sodass keine Willkür entsteht, auch wenn im Prinzip einfach nur die Nazis aus den alten Filmen durch die Russen ersetzt wurden. An sich bleibt alles einigermaßen stimmig, nur ist die Story diesmal ein bisschen arg übersinnlich ausgefallen. An irgendeinem Ende musste man nun mal aufdrehen. Hier sind es die paranormalen Elemente.

Den mutigen Helden und den gierigen Bösewichten wird erneut ihr bekanntes Schicksal zuteil. Klischees gehören zu dieser Abenteuer-Reihe einfach dazu. Fehlanzeige für Tiefgang; Ford weiß mit seinem Charme den Film zu tragen. Wichtig ist: „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ ist ein unterhaltsamer Abenteuerfilm, der sich nicht zu ernst nimmt, erfreuliche Bezüge auf die vorangegangenen Filme aufweist, nach dem ersten Drittel eine ordentliche Steigerung erfährt und den geneigten Fan vielleicht mit einem Lächeln und der Indiana-Jones-Melodie auf den Lippen aus der Vorstellung entlässt.

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1 Kommentar

  1. Hier kann ich dir gar nicht zustimmen. Die wichtigsten Zutaten der Indy-Filme wurden hier weggelassen: Trottliger, altbackener Charme und Dialog-Witz!
    Übrig blieben zu viele, sauschlechte Figuren, zu viele schlechte Animationen und ein mittelmäßiger Blockbuster.

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