Insidious: Chapter 2

Filmposter Insidious: Chapter 2

5/10

Originaltitel: Insidious: Chapter 2
USA | 2013 | 106 Min. | FSK: ab 16
Horror
Regie: James Wan
Drehbuch: Leigh Whannell
Besetzung: Patrick Wilson, Rose Byrne, Ty Simpkins, Barbara Hershey, Lin Shaye, Andrew Astor, Leigh Whannell u.a.
Kinostart: 17.10.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 20.02.14

Links zum Film:
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Bilder © 2013 Sony Pictures Releasing GmbH

Worum geht’s?

Nach dem Kampf gegen Dämonen aus dem Totenreich wohnen die Lamberts vorübergehend bei der Mutter von Familienoberhaupt Josh und versuchen, wieder ein normales Leben zu führen. Doch die Geister geben keine Ruhe. Diesmal scheinen sie von Josh Besitz ergriffen zu haben. Die von Ehefrau Renai herangezogenen Ermittler für Paranormales lüften ein dunkles Geheimnis.

Wie ist der Film?

Warum diese Fortsetzung sein musste, ist ein Rätsel. Augenscheinlich haben ja genügend Leute mitbekommen, dass bereits der beachtlich gelungene „Conjuring – Die Heimsuchung“ von den Machern des beliebten „Insidious“ stammt, denn „Conjuring“ lief in den Kinos sogar noch wesentlich erfolgreicher. Zu Recht. Nichtsdestotrotz schickt Regisseur James Wan („Saw“) quasi unmittelbar im Anschluss „Insidious: Chapter 2“ hinterher, damit auch wirklich der allerletzte Fan seine Rückkehr bemerkt. „Insidious: Chapter 2“ ist genau jene Durchschnittsfortsetzung geworden, die es unter den ebengenannten Vorzeichen zu erwarten gilt.

Szenenbild Insidious: Chapter 2Das erneut von „Saw“-Mitbegründer Leigh Wannell geschriebene Drehbuch macht das, was zweite Teile nun mal so tun: tiefer in der Geschichte des Vorgängers graben. Dabei beantwortet „Insidious: Chapter 2“ Fragen, die eigentlich niemand stellte. Und so clever der Bogen, den Teil 2 zu Teil 1 spannt, auch sein mag, die Schlaglöcher im Plot sind einfach zu groß für einen reibungslosen Gruseltrip. Handwerklich inszeniert die „Insidious“-Crew gewohnt filigran. Nur will man meistens noch ein Stückchen plakativer vorgehen als letztes Mal. Inhaltliche Feinheiten fallen für den schnellen Schreck unter den Tisch. Vor lauter Routine scheint Wan nicht zu merken, dass er spätestens jetzt einen schonungslosen Klischee-Rundumschlag aufs Publikum loslässt.

Ein ebenfalls etwas grobschlächtiger, aber nicht unkluger Schachzug sind wieder die von Leigh Wannell und Angus Sampson gespielten Geisterjäger, die mit komödiantischen Einlagen für ein unterhaltsames Gegengewicht zum Horrordrama sorgen. Hauptdarsteller Patrick Wilson („Conjuring – Die Heimsuchung“) darf sich ein bisschen mehr austoben, während Rose Byrne („Das hält kein Jahr..!“) nochmals grundsolide die verängstigte Mutter gibt. Mitunter am interessantesten ist das unerwartete Wiedersehen mit der inzwischen erwachsenen Jocelin Donahue, um die es nach „The House of the Devil“ recht still geworden war. Sie verkörpert eine der neu eingeführten Figuren, anhand derer sich Kapitel 2 von Teil 1 unterscheiden lässt.

Manche Erschreck-Momente funktionieren gut, manche weniger; nicht immer sind komische Augenblicke freiwillig. Nachdem „Insidious“ starke „Poltergeist“-Anleihen aufwies, bedient sich „Insidious: Chapter 2“ auch auffällig bei „Amityville Horror“ oder wahlweise „Shining“ und jagt mit deutlich an die „Psycho“-Tetralogie erinnernden Wendungen nach billigen Überraschungseffekten. Gerade mit den abgefahrenen Ideen gegen Ende büßt „Insidious: Chapter 2“ den Großteil der an sich wohlig-unheimlichen Atmosphäre ein, bevor ein willkürlich anmutendes Ende weitere Fortsetzungen in Aussicht stellt. Seine Seele hat der Film ohnehin schon verkauft, als er allen Ernstes auch noch auf den Found-Footage-Zug aufspringt, indem er durch die Camcorder der Geisterjäger blicken lässt. So viele Stereotypen und Trend-Zugeständnisse sind zu viel für einen Kinofilm.

Wenn Wan die Nebelmaschine wieder anwerfen lässt, entsteht für Fans des ersten Teils ein durchaus unterhaltsamer Nachschub mit ausgefuchsten Enthüllungen. Davon abgesehen ist „Insidious: Chapter 2“ – gerade im Vergleich zu „Conjuring“ – nicht mehr als eine holprig geschriebene Fingerübung, die im Meer der Dämonen- und Spukhausschinken schlichtweg überflüssig ist.

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