Insidious

Filmposter Insidious

6/10

Originaltitel: Insidious
USA | 2010 | 102 Min. | FSK: ab 16
Horror
Regie: James Wan
Drehbuch: Leigh Whannell
Besetzung: Patrick Wilson, Rose Byrne, Ty Simpkins, Barbara Hershey, Lin Shaye, Andrew Astor, Leigh Whannell u.a.
Kinostart: 21.07.11
DVD/Blu-Ray VÖ: 24.11.11

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Central Film

Worum geht’s?

Josh und Renai Lambert sind mit ihren drei Kindern gerade in ein neues, großes Haus gezogen, als viele seltsame Dinge geschehen. Einbrecher scheinen das Haus heimzusuchen; aus zunächst unerklärlichen Gründen fällt Sohn Dalton in ein Koma. Renai hält es in dem neuen Heim nicht mehr aus. Doch die Familie muss bald feststellen, dass nicht das Haus besessen ist, sondern Dalton.

Wie ist der Film?

Szenenbild InsidiousRegisseur James Wan, der mit seinem Spielfilmdebüt „Saw“ (2004) die Horrorfilmwelt entscheidend prägte, und sein Drehbuchautor Leigh Whannell melden sich mit „Insidious“ zurück. Jedoch knüpft „Insidious“ keineswegs an den wilden Splatter-Thriller an, sondern vielmehr an das weniger bekannte Nachfolgewerk der beiden: „Dead Silence“ (2007), ein mittelmäßiger Gruselstreifen über einen bösen Fluch und todbringende Bauchrednerpuppen. Der Erfolg des selbigen blieb verhalten, doch die Intention, zu beweisen, dass sie auch unblutigen, klassischen, furchteinflößenden Horror schöpfen können, gaben Wan und Whannell nicht auf und schicken daher mit „Insidious“ quasi einen weiteren, noch klassischeren Versuch und nach eigenen Angaben ihren „definitiven Beitrag zum Horrorfilm“ ins Rennen. Nicht verwunderlich, dass sich diese Ansage dann doch als etwas zu gewagt herausstellt.

Mit verheißungsvollen, präzisen Kamerabewegungen, zwischendurch abgelöst von dokumentarisch-dynamischen Alltagsszenen, führt „Insidious“ die Geschichte und ihre Charaktere angenehm knapp und ausreichend sorgfältig ein und steigert sich von subtilem Unbehagen zum immer drastischer werdenden Terror. Geschickt verarbeitet das Drehbuch verschiedene Szenarien, die an typische Einbruchs-Ängste der Menschen appellieren, um im weiteren Verlauf schließlich mit immer bizarrer werdenden Ideen nach Herzenslust auf die Kacke zu hauen, von Anfang an maßgeblich unterstützt durch die Tonspur mit wummernden Soundeffekten und kreischenden Streichern. So kreiert Wan eine relativ dichte Atmosphäre und ein paar gelungene Schreckmomente.

Patrick Wilson („Hard Candy“, „Little Children“) und Rose Byrne („Sehnsüchtig“, „Männertrip“) geben in den Hauptrollen ein authentisches Elternpaar; Leigh Whannell und Angus Sampson lockern als Geisterjäger die Besessenheitsgeschichte, die sonst angesichts ihrer Schrägheit zu ernst daherkommen würde, mit einer Prise Humor auf. Die unfreiwillige Komik durch versehentliche „Star Wars“-Referenzen (Darth Maul und Darth Vader lassen grüßen) ist verzeihlich. Und ja, man kann die zweite Hälfte im Verhältnis zur ersten zu grell und überladen finden, dafür aber weicht die unbehagliche Atmosphäre einem erhöhten Unterhaltungsfaktor. Hauptproblem von „Insidious“ ist, dass der Film sich in zu vielen Verbeugungen vor berühmten Genrebeiträgen verstrickt und dabei letztendlich mehr als Wiederkäuer denn als Hommage dasteht.

„Insidious“ (zu Deutsch: heimtückisch) ist schön fotografierter, gut gespielter, altmodischer Grusel, der sich tollkühn voll und ganz auf eine aus „Poltergeist“, „Der Exorzist“ und dutzenden anderen Horrorfilmen zusammengewürfelte Dämonenattacke stützt. Das ist mal erschreckend, mal amüsant, auch mal überraschend, eine gewisse Abwechslung im recht blutigen Horroralltag heute, aber, auch wenn es einen Film mit genau so einer Geschichte wohl noch nicht gab, doch nichts Eigenes.

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1 Kommentar

  1. Sehr mysteriös und spannend gemacht, spätestens ab der Begegnung mit dieser Frau, dem Medium und der völlig überzogen, klischehaften Darstellung des Bösen (Rot, Hufen usw) wars irgendwo lächerlich und die Luft war raus…

    Vllt. lags dran dass wir den auf Englisch angeschaut haben, an meinem Fernseher bitte ab sofort nur noch Deutsche Filme, Flibbo…

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