Irgendwann in Mexico

Filmposter Irgendwann in Mexico

6.5/10

Originaltitel: Once Upon a Time in Mexico
MX, USA | 2003 | ca. 102 Min. | FSK: ab 18
Thriller, Action
Regie: Robert Rodriguez
Drehbuch: Robert Rodriguez
Besetzung: Antonio Banderas, Johnny Depp, Mickey Rourke, Eva Mendes, Willem Dafoe, Danny Trejo, Enrique Iglesias u.a.
Kinostart: 25.09.03
DVD/Blu-Ray VÖ: 30.03.04/21.04.11

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter
Szenenbild © Sony Pictures Home Entertainment

Worum geht’s?

Mariachi wird von dem schrägen FBI-Agenten Sands angeheuert, um den mexikanischen General Marquez zu töten. Da Marquez Schuld am Tod von Mariachis Ehefrau hat, willigt er ein. Marquez will seinerseits den nicht zur Korruption bereiten Präsidenten töten. Der Mariachi landet in einem Netz aus Verrat, Rache und Schießereien.

Wie ist der Film?

Wenn ein von Johnny Depp gespielter Kerl einem Barkeeper gegenübersitzt, dem in einem früheren Film mit einer gewaltigen Wumme in den Kopf geschossen wurde, und der deshalb nun mit Augenklappe zu sehen ist, werden zwei Sachen klar: Im letzten Teil der Mariachi-Trilogie, „Irgendwann in Mexico“, hat Schöpfer Robert Rodriguez noch mehr Kohle für gute Schauspieler, dabei den bewährten Humor aber nicht vergessen.

Szenenbild Irgendwann in MexicoDas Drehbuch ist ausgefeilter und durchdachter, da Rodriguez mit vielen neuen Ideen die simple Rache-Story erweitert, zahlreiche neue Schauwerte bietet und durch die politische Thematik bedeutungsvoller daherkommen kann. Der Sinn des Ganzen, nämlich das unterhaltsame Gut-Gegen-Böse mit möglichst viel Coolness und Brutalität, bleibt da zum Glück immer noch offensichtlich. Rodriguez bleibt Rodriguez, er achtet diesmal nur darauf, sich nicht mehr so oft zu wiederholen und nimmt die Möglichkeit, noch teurer und aufwändiger als vorher zu produzieren, dankend an.

Spätestens mit „Irgendwann in Mexico“ zeigt Rodriguez ungeniert, dass er ganz oben im Filmbusiness angekommen ist. Fast schon verschwenderisch setzt er Stars ein, die er sich nun endlich leisten kann. Für Vergnügen sorgen so die wohl charismatischsten Bösewichter der Trilogie, denn Willem Dafoe und Mickey Rourke sind schließlich echte Profis und verkörpern Fieslinge wie aus dem Bilderbuch (oder eher Comic). Mit der Besetzung von Eva Mendes beweist Rodriguez ein weiteres gutes Händchen, da sie zur Zeit des Drehs gerade ihren Durchbruch erlebte und als optischer Reiz für Salma Hayek einspringt, welche nur noch in Rückblenden auftaucht und für kaum mehr als eine wilde Actionszene hinhalten darf. Ein wieder mal sehr amüsanter Johnny Depp peppt „Irgendwann in Mexico“ noch viel mehr auf als Steve Buscemi „Desperado“ aufpeppte. Als verdeckter CIA-Agent, der sich als Tourist im CIA-Shirt tarnt und auch sonst noch einige skurrile Kostümierungen mitbringt, weiß er zu gefallen und besitzt ein ähnliches Kultpotential wie sein Jack Sparrow oder sein Raoul Duke aus „Fear and Loathing in Las Vegas“. Alles in allem ist „Irgendwann in Mexico“ imposant besetzt, auch wenn dort keiner der Stars über sich hinauswächst. Enrique Iglesias hält sich übrigens wacker und wirkt nicht so unsäglich peinlich, wie es die von Vorurteilen belasteten Hasstiraden vieler Kritiker glaubhaft machen.

Was man der Mariachi-Trilogie anmerken muss, ist, dass sie sich vom ersten bis zum dritten Teil stets steigerte, immer größer und hochwertiger wurde. Nur die Faktoren Charme und Unterhaltungswert kann man leider nicht davon abhängig machen. So ist „Irgendwann in Mexico“ bei „Desperado“-Fans weitgehend weniger beliebt, was sicher nicht zuletzt daran liegt, dass sich die aufwändigere Handlung mit den vielen Charakteren durch ihre Komplexität selbst etwas ausbremst und dadurch nicht so schnörkellos unterhält wie die Vorgänger. Dafür ist „Irgendwann in Mexico“ ein toll besetztes Actionspektakel, das, wenn schon nicht als Fortsetzung, als eigenständiges Werk überzeugt.

Ähnliche Filme

El Mariachi (1. Teil der Mexico-Trilogie)
Desperado (2. Teil der Mexico-Trilogie)

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