Iron Sky

Filmposter Iron Sky

3/10

Originaltitel: Iron Sky
DE, AU, FI | 2012 | 92 Min. | FSK: ab 12
Komödie, Science-Fiction
Regie: Timo Vuorensola
Drehbuch: Michael Kalesniko
Besetzung: Julia Dietze, Christopher Kirby, Götz Otto u.a.
Kinostart: 05.04.12
DVD/Blu-Ray VÖ: 26.10.12

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © polyband Medien GmbH

Worum geht’s?

Im Jahr 2018 entdecken amerikanische Astronauten die Überbleibsel der Nationalsozialisten, die sich kurz nach dem Zweiten Weltkrieg mittels riesiger Flugscheiben auf den Mond gerettet haben und nun endlich ihre Zeit gekommen sehen, um zurück zu schlagen. Klaus Adler, der neue Führer, wickelt die US-Regierung um den Finger, doch seine Verlobte Renate beginnt bei ihrem ersten Erdbesuch ihre Ideologie anzuzweifeln…

Wie ist der Film?

Auf diesen Film hat die Welt wortwörtlich gewartet. Nachdem er mit seinem No-Budget-Amateurfilm „Star Wreck: In The Pirkinning“ (2005) im Internet gigantische Überraschungsfolge feierte, nutzte der finnische Nerd Timo Vuorensola die so gewonnene Fangemeinde, um sein erstes Projekt nach Profimaßstäben in die Wege zu leiten. Im Rahmen einer aufwändigen Marketingkampagne verschaffte sich „Iron Sky“ so viel Bekanntheit wie möglich – zumindest im Internet –, um schließlich mittels sogenanntem Crowd Investment 750.000 Euro allein durch Spenden von Community-Mitgliedern einzuholen. Das sind immerhin zehn entscheidende Prozent des Gesamtbudgets.

Den fleißigen Spenderinnen und Spendern gewährte Vuorensola nicht nur Statistenrollen und Erlösbeteiligung, sondern auch großzügiges Mitspracherecht in der Stoffentwicklung. Dies mag eine neue Ära der Filmfinanzierung einleiten, scheint aber vor allem der Grund dafür zu sein, dass die ob ihrer spannenden Konzeption so heiß ersehnte deutsch-finnisch-australische Koproduktion zum chaotischen Kasperletheater verkommen ist.

Was als frecher Edeltrash gedacht war, stellt sich leider als einfach nur albern heraus. Götz Ottos („Die Superbullen“) Overacting ist zwar durchaus bewusst und folgerichtig, lässt in diesem Fall aber alle Unzulänglichkeiten noch schlimmer aussehen: eine hanebüchen konstruierte, weitgehend lahme Handlung voller dubioser Sprünge, enervierende Musik, die es einfach zu gut meint und viel zu plumpe Anspielungen auf zahlreiche andere Filme von „Star Wars“ bis „Dr. Seltsam“. Es gibt keine wirklichen Identifikationsfiguren, nur Karikaturen. Das deutsche und das amerikanische, aber eigentlich auch jedes andere Volk wird mittels Stereotypen für dumm verkauft. Kritik an der Blindheit und dem Machthunger der Nationen geht auch deutlich pfiffiger…

Julia Dietze („Was nützt die Liebe in Gedanken“) ist an Götz Ottos Seite immerhin ein willkommener Hingucker, der bislang unbekannte Christopher Kirby dank seiner bizarren Auftritte als lebendes Nazi-Experiment ein zweischneidiges Schwert, Udo Kier (zuletzt in „Melancholia“) spielt seine ihm auf den Leib geschrieben Naziploitation-Rolle routiniert runter, Urgestein Tilo Prückner gibt ein niedliches Einstein-Double, und auf die weiteren Ensemblemitglieder sollte lieber gar nicht erst eingegangen werden. Sie alle blödeln sich durch eine dramaturgisch schwammige Geschichte mit verschenkter Grundidee. Geld und Herzblut flossen offensichtlich ohne Umwege in die visuellen Effekte, die schon zu Hobbyfilmzeiten eine Spezialität von Vuorensola und seinen Jüngern waren. Ausgerechnet das Design und die Tricks sind verhältnismäßig fantastisch.

Abgesehen von ein paar Stellen, die nun doch ganz lustig geraten sind, ist das groß angekündigte Weltraum-Nazi-Spektakel „Iron Sky“ zwar keine visuelle, aber eine erzählerische Enttäuschung. Wenn ein Computerfreak seinen ersten Kinofilm macht und seine Fans munter zum Reinreden einlädt, geht eben gerne mal das Feingefühl verloren.

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3 Kommentare

  1. Also, ich habe mich kaputtgelacht. Aber ich habe wohl einfach so einen billigen Humor, ich komme mit Albernheiten und Stereotypen gut klar und halte das im Zweifelsfall noch für Satire.

    Will sagen: Ist Geschmackssache. Wer gerne mal seinen inneren Elfjährigen auslebt, der sollte mit Iron Sky einen Heidenspaß haben.

  2. Trollolol!
    Iron Sky ist einer der 5 BESTEN Filme 2012!

    Trashiger Nazispass mit Seitenhieben auf aktuelle Situationen!
    Wird n Klassiker! 😀

    MFG
    Kevin

  3. Hatte auch eine Gurke erwartet und obwohl der Film nicht gut ist, hat er doch unterhalten. Ich bin doch überrascht gewesen.

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