Is‘ was, Doc?

Filmposter Is‘ was, Doc?

7/10

Originaltitel: What’s Up, Doc?
USA | 1972 | 90 Min. | FSK: ab 12
Komödie
Regie: Peter Bogdanovich
Drehbuch: David Newman, Robert Benton
Besetzung: Barbra Streisand, Ryan O’Neal, Madeline Kahn, Austin Pendleton, Michael Murphy, Kenneth Mars u.a.
Kinostart: 21.09.72
DVD/Blu-Ray VÖ: 21.08.03/20.08.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der zerstreute Musikwissenschaftler Howard und seine dominante Verlobte Eunice checken wegen eines Banketts im Hotel Bristol ein. Dort wird Howards Reisetasche voller musikalischer Steine mit drei anderen Exemplaren desselben Modells durcheinander gebracht. Eines gehört der quirligen Judy, die sofort ein Auge auf Howard wirft. In zwei weiteren befinden sich Juwelen sowie geheime Dokumente der Regierung. Das Chaos ist vorprogrammiert.

Wie ist der Film?

Hat man sich erst einmal an den affigen Grundton gewöhnt, ist eine Riesenportion unbeschwerter Spaß angesagt. In Form einer Hommage an die Verwechslungs- und Screwball-Komödien vergangener Jahrzehnte, insbesondere der berühmte Vertreter „Leoparden küsst man nicht“ (1938) mit Cary Grant, markiert „Is was, Doc?“ für die 70er Jahre einen neuen Höhepunkt eben jener Subgenres. Eine cartooneske Überhöhung in Anlehnung an den titelgebenden Bugs Bunny sorgt für ein glänzend ausgefeiltes Chaos, welches das der Vorbilder glatt übertrifft.

Ryan O’Neal, bekannt aus „Love Story“ und später auch aus „Barry Lyndon“, beweist mit einem herrlichen Dackelblick sein komödiantisches Talent und viel Mut zur Selbstironie, während Barbra Streisand, damals schon ein Oscar-prämierter Star, den Ton angibt, mit beachtlich viel Energie, aber auch einem charmanten Rest Zurückhaltung, der dem voll auf die Zwölf bretternden Vorbild Katharine Hepburn in „Leoparden küsst man nicht“ auch gut getan hätte. Attraktiver und sympathischer wurde Frau Streisand in ihrer langen folgenden Karriere wohl nicht mehr. Nebst diesem ungleichen Paar ist die bunte Schar urkomischer Nebenfiguren ebenso elementar für die turbulente Handlung.

Über Humor lässt sich nicht streiten. Zu behaupten, dass jeder der abgefeuerten Gags sitzt, wäre allerdings wirklich etwas hoch gegriffen. Trotzdem bleibt für das (innere) Kind noch mehr als genug Training für die Lachmuskeln, stets zwischen lächerlichem Klamauk und hervorragend choreografierter Situationskomik. Der Höhepunkt wartet mit einer Actionsequenz auf, die in ihren Ausmaßen schlicht entwaffnend ist und dem Gesamteindruck nochmal so einige Pluspunkte sichert.

Junge Komödienfans sollten sich vom stattlichen Alter des Films nicht abschrecken lassen. „Is was, Doc?“ ist ein irrwitziger wie irre witziger Chaostrip für Jung und Alt, oberhalb der Gürtellinie, mit einem Hauch Romanze; eine gekonnt mit Klischees spielende Verbeugung und Überbietung von Genrevertretern. Einfach mal Abschalten und Lachen ist gesund – daher ist „Is‘ was, Doc?“ einer der Obst- und Gemüsekörbe unter den Filmen.

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