Jackass: Bad Grandpa

DVD-Cover Jackass: Bad Grandpa

6.5/10

Originaltitel: Jackass Presents: Bad Grandpa
USA | 2013 | ca. 92 Min. | FSK: ab 12
Komödie, Dokumentation
Regie: Jeff Tremaine
Drehbuch: Jeff Tremaine, Johnny Knoxville, Spike Jonze
Besetzung: Johnyy Knoxville, Jackson Nicoll u.a.
Kinostart: 24.10.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 27.02.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Paramount

Worum geht’s?

Weil seine drogensüchtige Mutter ins Gefängnis wandert, wird der kleine Billy widerwillig bei seinem 86-jährigen Großvater Irving abgegeben, der den Jungen zu seinem Vater bringen soll. Der trinkende Lustmolch Irving ist gerade Witwer geworden und wollte eigentlich seine Freiheit genießen. Auf der Reise quer durch die USA freunden sich die ungleichen Verwandten an und erleben bei Zwischenstopps allerlei chaotische Abenteuer.

Wie ist der Film?

Auch nach drei Staffeln der erfolgreichen MTV-Serie, drei anschließenden Kinofilmen sowie diversem Restmaterial direkt auf DVD lebt das rund 15 Jahre alte „Jackass“-Phänomen weiter und ist jetzt quasi bei der Familienunterhaltung angekommen. „Bad Grandpa“ ist eine Art Spin-off zu „Jackass“, bei dem von dem wohl berühmtesten Stunt-Ensemble der Welt nur Frontmann Johnny Knoxville übrig blieb, um den bereits aus der TV-Show sowie den Vorgängerfilmen bekannten Opa-Gags eine eigene Geschichte zu widmen. Doch „Bad Grandpa“ ist nicht nur „Jackass“ auf Sparflamme, sondern besitzt auch eigene Qualitäten.

Szenenbild Jackass: Bad GrandpaMit Knoxville, Jeff Tremaine und Spike Jonze (!) kehrten die Ur-Schöpfer zurück, um auch im neuesten „Jackass“-Produkt für den richtigen Ton zu sorgen. Es ist also mal wieder makaber, vulgär und pubertär geworden. Doch selbst wer diese Form der Unterhaltung niveaulos finden will, dürfte kaum drum herum kommen, sich dann und wann beim Lachen zu ertappen. Hauptdarsteller Knoxville mit seinem gelungenen, für einen Oscar nominierten Makeup und sein sympathisch-authentischer Film-Enkel Jackson Nicoll („The Fighter“) haben sichtlich Spaß bei der Sache; Knoxville scheint manchmal vor lauter Amüsement sogar aus der Rolle zu fallen. – Diese ehrliche Freude sowie die passende Chemie zwischen den beiden spürt das Publikum, und das ist entscheidend.

Der Grundton also bleibt weitgehend das, was Fans an der MTV-Stuntshow lieben gelernt haben, nur hat sich der Fokus von Schmerz und Schadenfreude zu harmloseren Aktionen und lustigen Reaktionen verschoben. „Bad Grandpa“ fährt Sacha Baron Cohens „Borat“- und „Brüno“-Schiene, indem möglichst viele Uneingeweihte an der Nase herumgeführt werden sollen. Diese verschiedenen Situationen mit versteckten Kameras und fiesen Streichen haben die Autoren mit einer fortlaufenden Handlung um Opa und Enkel miteinander verknüpft, sodass tatsächlich der Eindruck eines narrativen Films entsteht, was man bisher von „Jackass“-Produkten nicht behaupten konnte.

Somit verfolgt „Jackass: Bad Grandpa“ eine interessante Grundidee und lässt sogar eine emotionale Bindung zu sich weiterentwickelnden Charakteren zu. Nur ganz in sich stimmig ist das Konzept noch lange nicht. Die schwankende Bildqualität durch das Gemisch von versteckten Kameras und sauberer Inszenierung sei verziehen, doch dem Drehbuch fehlt einfach noch etwas, da die einzelnen Streich-Szenen immer noch etwas plump aneinandergereiht wirken. Und schließlich bleibt die Frage, was der Film mit seinen fiesen Streichen eigentlich bezwecken will, denn die hinters Licht geführten realen Opfer sind in der Regel einfach nur freundlich.

„Borat“ oder „Brüno“ wussten immerhin faschistische Tendenzen der Leute zu entlarven und anderweitig bissige Sozialkritik zu üben. Sozialkritische Töne werden im „Bad Grandpa“ allenfalls beim fragwürdigen Kinder-Schönheitswettbewerb laut – diese Richtung hätte der Film weiterverfolgen sollen. Stattdessen ist das Opa-Enkel-Roadmovie trotz sehr makabren Humors dann doch ein wenig zu harmlos geraten. Nichtsdestotrotz bleibt ein lustiger Gute-Laune-Film mit einem sehenswerten Hauptdarstellerpaar, befreiend infantilem Witz und sogar mit Herz.

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