James Bond 007: Ein Quantum Trost

Filmposter Ein Quantum Trost

6/10

Originaltitel: Quantum of Solace
USA, GB | 2008 | 106 Min. | FSK: ab 12
Action, Thriller, Abenteuer
Regie: Marc Forster
Drehbuch: Paul Haggis, Neal Purvis, Robert Wade
Besetzung: Daniel Craig, Mathieu Amalric, Olga Kurylenko, Judi Dench, Jeffrey Wright u.a.
Kinostart: 06.11.08
DVD/Blu-Ray VÖ: 27.03.09

Links zum Film:
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Worum geht’s?

Unmittelbar im Anschluss an das Casino-Royale-Abenteuer: Bond hat seinen letzten Gegenspieler gefangen genommen und muss von ihm erfahren, dass seine Organisation Agenten in den britischen (MI6) und den amerikanischen Geheimdienst (CIA) eingeschleust hat. Bonds neue Mission erbringt ihm die Bekanntschaft mit der schönen Camille, die wie Bond selbst auch noch persönliche Angelegenheiten zu klären hat.

Wie ist der Film?

Daniel Craig ist der neue Bond, ein hundsgemeiner Killer. Daran hat man sich nun gewöhnt und der Frischebonus ist Erwartungsdruck gewichen. Diesem hält „Ein Quantum Trost“ letztlich nicht stand, denn auch die coole Zocker-Sequenz im Casino und die tragische Liebesepisode, die den gefeierten Vorgänger und Bond-Neustart „Casino Royale“ zusätzlich attraktiv machten, finden in der Fortsetzung keine Entsprechung. Stattdessen gibt es eine glatte, etwas seelenlose Bond-Geschichte, die darum bemüht ist, im wahrsten Sinne des Wortes zu Wasser, an Land und in der Luft mit Action en masse aufzutrumpfen, der Reihe aber nichts Neues mehr hinzufügt, abgesehen davon, dass 007 mehr Mist denn je baut, weil seine Motive gefährlich persönlich sind.

Lässiger Humor, Charme wie auch Logik werden von fiebrigen Europareisen und zu wild geschnittenen Verfolgungsjagden in den Hintergrund gedrängt (– wer in Bregenz einen internationalen Flughafen entdeckt, hat direkt selbst Doppelnullstatus verdient). Dabei ist es ein schmaler Grat zwischen Fingerlecken für Actionfans und innerlichem Abschalten angesichts der Bilderflut. Aber es muss natürlich nicht nur gemeckert werden. Alles, was in einen (modernen) Bond-Film gehört, ist da, irgendwie. Daniel Craig führt seine unter kühler Oberfläche brodelnde, physisch sehr präsente Rolle aus „Casino Royale“ konsequent weiter; mit Olga Kruylenko wird zur Freude der Männerwelt mal wieder ein besonders rassiges Bond-Girl ins Rennen geschickt, welches interessanterweise eine ganz eigene Rechnung zu begleichen hat.

Mathieu Amalric („Schmetterling und Taucherglocke“), gibt solide den schnöden Franzosen-Bösewicht. Seine Figur ist nicht so düster-geheimnisvoll wie Le Chiffre aus „Casino Royale“, doch gefällt die Spur von Wahnsinn in seinem Blick. Der mütterlichen M (Judie Dench) werden erfreulicherweise recht viele Minuten vor der Kamera zuteil, wodurch sie die sprunghafte Handlung ein wenig zusammenzuhalten scheint. Des Weiteren gibt es nette Wiedersehen mit alten Bekannten in Nebenrollen. Das ist auch das Spannende, Neue: die zwei ersten Bond-Filme der neuen Ära bauen inhaltlich unmittelbar aufeinander auf. Aber heraus kommen sie eben doch ziemlich verschieden. Marc Forster, dessen Wahl zum 007-Regisseur schleierhaft und fragwürdig bleibt, zieht sein rasantes, stylishes Action-Ding durch, ohne wirklich etwas zu der Figur James Bond zu sagen zu haben.

Auch Komponist David Arnold fehlt diesmal die eigene Note zu diesem spezifischen Teil der Reihe, weil sich aus dem etwas zu eigenwilligen Titelsong von Jack White mit Alicia Keys wenig Brauchbares ableiten lässt. Ein weiteres Indiz dafür, dass in „Ein Quantum Trost“ an sich alle relevanten Bond-Komponenten abgearbeitet sind, der Film aber in Richtung austauschbare Standard-Action abzudriften droht. Der auf Rasanz und Kurzweil getrimmte 22. Eintrag in der 007-Reihe – mit rund 100 Minuten Laufzeit der bislang kürzeste von allen – ist raues, hektisch bis prächtig inszeniertes, nur angedeutet emotionales Abenteuerkino und bleibt damit trotz diverser Anstalten klar im Schatten des Vorgängers, der wohl zu viel versprochen hat.

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1 Kommentar

  1. James Bond ist ein Waisenknabe, verglichen mit Motherfucker Hank Moody von Californication. Sowohl die Anzahl der Frauen, als auch die Devotion zum Alkohol lässt Bond eher aussehen wie Runkle! Blu-Ray pls! 🙂

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