John Carpenter’s The Ward

Filmposter John Carpenter's The Ward

4.5/10

Originaltitel: The Ward
USA | 2010 | 88 Min. | FSK: ab 18
Horror, Thriller
Regie: John Carpenter
Drehbuch: Michael Rasmussen, Shawn Rasmussen
Besetzung: Amber Heard, Mamie Gummer, Lyndsy Fonseca u.a.
Kinostart: 29.09.11
DVD/Blu-Ray VÖ: 16.02.12

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Concorde Filmverleih

Worum geht’s?

1966. Die verstörte Kristen wird in die Psychiatrie eingeliefert, nachdem sie ein Haus niederbrannte. Dort lernt sie Iris, Sarah, Emily und Zoey kennen, die vier weiteren Patientinnen ihrer Abteilung. Als sie merkt, dass sich nachts auf den Fluren jemand herumzutreiben scheint und schließlich auch angegriffen wird, stellt sie die Mädchen zur Rede. Diese, selbst verängstigt, hüten ein finsteres Geheimnis, das mit Kristens Vorgängerin zu tun zu haben scheint.

Wie ist der Film?

So geht es weiter, das Trauerspiel der einstigen Horrorikonen. John Carpenter („Halloween – Die Nacht des Grauens“), Wes Craven („Nightmare – Mörderische Träume“), George A. Romero („Zombie – Dawn of the Dead“) und deren europäisches Gegenstück Dario Argento („Suspiria“) – sie alle haben gemeinsam, dass sie in den 70er Jahren als Meisterwerk gefeierte Genreklassiker schufen und selbst einige Jahre nach Beginn des neuen Jahrtausends noch als Filmmacher aktiv sind. Doch während Craven und Romero mit ihren jüngsten Produktionen immer noch annehmbare Kost ablieferten, ritt der früher so verehrte Argento sich immer tiefer in ein Meer aus Hohn von Kritik und Publikum. Carpenters Rückkehr als Regisseur nach einigen Jahren Leinwandabstinenz bestätigt leider, dass er es Argento nahezu gleichtut.

Szenenbild John Carpenter's The Ward„The Ward“ ist kein Remake und trotzdem nichts Neues. Allein schon die Musik klingt mit der hauchenden Frauenstimme nur wie ein weiterer Abklatsch von „Rosemaries Baby“; da sehnt man sich nach den Zeiten, in denen Carpenter noch selbst komponierte. Gekonnt gleitet die Kamera durch finstere Gänge an Originalschauplätzen und baut Atmosphäre auf, nur lässt sich in der stark kapitelhaften Erzählung auch eine gewisse Hast ausmachen, und das obwohl die Handlung an sich auch locker in einen Kurzfilm gepasst hätte. Man muss auf ein paar einzelne Momente warten, in denen echte Spannung und gelungene Schocker aufblitzen. Die schöne Amber Heard („All the Boys Love Mandy Lane“) kann in ihrer Hauptrolle als taffe Heldin leider kaum etwas reißen.

In den letzten Jahren, in denen er sich weitestgehend zurückzog, scheint Carpenter so einiges nicht mitbekommen zu haben. Sein schlichter Anstalt-Thriller ist nämlich von vorne bis hinten überholt. Eine abgegriffene Auflösung, die man mit ein wenig Genreerfahrung, auch dank der flachen Charaktere, eine Meile gegen den Wind riecht, und das Standardende zum Augenverdrehen kann der Regisseur auch dadurch nicht wieder gut machen, dass er sich mit Folterkeller-Einschüben dem vermeintlich aktuellen Trend anbiedert. Es sei verziehen, dass der ‚Geist‘ gen Ende immer weniger bedrohlich wirkt, je mehr man von ihm sieht, das geht den meisten seiner Art so. Nicht freigesprochen wird der Film jedoch von der Anklage, dass er mit seiner Grundidee rund zehn Jahre zu spät kommt. Horror-Grünschnäbel werden hier allerdings solide unterhalten.

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