Jurassic World

Filmposter Jurassic World

7/10

Originaltitel: Jurassic World
USA | 2015 | 125 Min. | FSK: ab 12
Abenteuer, Action
Regie: Colin Trevorrow
Drehbuch: C. Trevorrow, D. Connolly, R. Jaffa, A. Silver
Besetzung: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, B.D. Wong u.a.
Kinostart: 11.06.15
DVD/Blu-Ray VÖ: 22.10.15

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Universal Pictures

Worum geht’s?

Rund 20 Jahre nach den missglückten Experimenten auf der Isla Nublar bei Costa Rica ist der Vergnügungspark, von dem John Hammond immer geträumt hatte, doch noch Wirklichkeit geworden. Im Labor gezüchtete Dinosaurier ziehen Menschen aus aller Welt an. Um die Besuchszahlen hoch zu halten, entwickelt Genforscher Dr. Wu einen noch größeren und gefährlicheren Saurier, den es so nie gegeben hatte. Parkleiterin Claire Dearing, die gerade ihre beiden Neffen zu Besuch hat, wird von dem Tier überlistet. Es bricht aus und tötet, was sich bewegt.

Wie ist der Film?

Szenenbild Jurassic WorldDie Menschheit lernt nicht aus Fehlern der Vergangenheit, sondern wiederholt sie mit besserer Technologie. – Mit dieser Kernaussage gibt sich „Jurassic World“ ohne weitere Rechtfertigung zufrieden, abgesehen von der Metaebene, auf welcher der Film jenen Kinotrend beschreibt, dem er selbst entstammt: Der Computer muss immer mehr Spektakel ausspucken, weil das Publikum sich immer schwerer beeindrucken lässt. Weil er aber in vielen Punkten den Geist des Originals atmet und guten Humor mitbringt, lässt Teil 4 der ‚Jurassic‘-Reihe über den Mangel an handgemachten Dinos und fehlende Drehbuchfeinheiten hinwegsehen.

Sie ist wieder da, die mahnende Mär über Hybris und familiären Zusammenhalt – mit Riesenechsen. Der bislang kaum bekannte Regisseur Colin Trevorrow sowie die Schreiberlinge Rick Jaffa und Amanda Silver („Planet der Affen: Prevolution“) haben verstanden, was Steven Spielbergs „Jurassic Park“ zur Sensation machte. Nicht nur, dass die Dinosaurier von bahnbrechenden Effekten zeugten, sondern auf eine Weise präsentiert wurden, die Kinder staunen ließ und Älteren das Gefühl gab, wieder ein Kind zu sein. „Jurassic World“ gelingt es zumindest ein bisschen, dieses Phänomen für Jung und Alt zu wiederholen.

Weil cleveres Marketing schon bei der Besetzung beginnt, herrscht vor der Kamera ein heiteres Treffen der Nationen und Generationen. Praktisch jede relevante Zielgruppe wird bedient. Senkrechtstarter Chris Pratt („Guardians of the Galaxy“) versucht, ernst zu bleiben, Bryce Dallas Howard (nicht Jessica Chastain) schafft einen interessanten Spagat zwischen sympathisch und unsympathisch. Während der verkorksten Romanze dieser beiden sorgen die Jungdarsteller Ty Simpkins („Insidious“) und Nick Robinson („Kings of Summer“) für eine angemessene Führung durch den Vergnügungspark. Unter den Nebenfiguren, die teils zur Auflockerung, teils für Konfliktpotential dienen, finden sich weitere bekannte Namen wie Omar Sy („Ziemlich beste Freunde“) oder Irrfan Khan („Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“).

Mit Genforscher Dr. Wu (B.D. Wong) kehrt auch eine Figur aus dem Original von 1993 zurück. Fans dürfen sich über mehrere kleine Bezüge zum guten alten „Jurassic Park“ freuen, doch bewahrt sich „Jurassic World“ auch genügend Eigenständigkeit, statt stur auf Nostalgie zu setzen. Die Mischung aus altbekannten und neuen Urzeitkreaturen ist angenehm ausgewogen. Leider sieht CGI eben immer wie CGI aus, erst recht bei Tageslicht, welches sich hartnäckig bis zum letzten Filmdrittel hält. Die mechanische T-Rex-Figur von damals bleibt unerreicht. Nichtsdestotrotz bietet „Jurassic World“ eindrucksvolle Bilder mit einigen gelungenen Spannungsmomenten. Wenn die visuelle Überzeugungskraft mal schwächelt, bleibt zum Ausgleich noch das satte Sounddesign, inklusive Michael Giacchinos Musik – solide von John Williams recycelt.

Nach Spielbergs wegweisendem „Jurassic Park“, seiner oft unterschätzten Fortsetzung „Vergessene Welt“ (1997) und dem annehmbaren Aufguss „Jurassic Park III“ (2001) kann sich „Jurassic World“ als eine Art Neuauflage für eine neue Generation wirklich sehen lassen. Spätestens beim herrlich schwülstigen Showdown wird klar: Es handelt sich um einen klassischen, ausgewogenen Sommer-Blockbuster mit zeitgemäßen Mitteln, und das genügt für ein gutes Kinoerlebnis.

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