Kap der Angst

Filmposter Kap der Angst

6/10

Originaltitel: Cape Fear
USA | 1991 | 122 Min. | FSK: ab 16
Thriller, Remake
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: John D. MacDonald, James R. Webb, Wesley Strick
Besetzung: Robert De Niro, Nick Nolte, Jessica Lange, Joe Don Baker, Juliette Lewis u.a.
Kinostart: 27.02.92
DVD/Blu-Ray VÖ: 06.12.01

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der Gewalttäter Max Cady kommt nach 14 Jahren aus dem Gefängnis frei und sucht umgehend Sam Bowden auf. Bowden war damals Cadys Pflichtverteidiger, hielt jedoch entlastendes Material unter Verschluss. Zunächst vergewaltigt Cady eine Freundin Bowdens. Dann beginnt er, dessen Familie zu bedrohen.

Wie ist der Film?

Martin Scorseses Neuverfilmung von „Ein Köder für die Bestie“ ist eine Genrefilm-Fingerübung, die sich tief vor dem Original verbeugt und dem selbigen nicht zuletzt deshalb auch gerecht wird. Die damaligen Hauptdarsteller Gregory Peck, Robert Mitchum und Martin Balsam entdeckt man mit Freude in kleinen Gastrollen wieder. Die Originalmusik von Bernard Herrmann wurde geradewegs übernommen, lediglich nochmal neu ausgearbeitet, was beachtlich gut funktioniert. Doch natürlich haben Scorsese und seine Autoren sich auch einige Neuerungen überlegt, die mal mehr, mal weniger glorreich ausfallen.

Schlüssig setzt „Kap der Angst“ die eine oder andere Szene des Originalfilms (in abgewandelter Form) an eine andere Stelle oder fügt ganz neue Szenen hinzu. Höhepunkte sind hier die Begegnungen von Cady mit Bowdens Tochter, die in „Ein Köder für die Bestie“ lediglich angedeutet werden. Interessant ist auch die grundlegende Entscheidung, die ursprünglich harmonische Klischeevorstadtkleinfamilie zu einer unzufriedenen, konfliktgeladenen zu machen, was der Konfrontation mit dem bedrohenden Cady mehr Tiefe verleiht. Häufig allerdings, wenn der Film gegenüber dem Original einen drauf setzen will, schadet er seiner eigenen Glaubwürdigkeit. Bestes Beispiel ist die aufwändige doch reichlich unnötige Verkleidung Cadys in einer Szene; und so kommt es schließlich auch zu einem überdrehten Finale.

Robert De Niro beeindruckt wieder einmal durch seine starke (hier vor allem physische) Präsenz und lässt gegen Ende so richtig die Sau raus. Etwas subtiler überzeugen Nick Nolte und Jessica Lange („Tootsie“) als kriselndes Ehepaar. Die wahre Entdeckung in „Kap der Angst“ ist allerdings die damals gerade 18jährige Juliette Lewis. Faszinierend, wie gekonnt sie die Naivität und Unbeholfenheit eines 16jährigen Schulmädchen rüberbringt, ganz besonders in den Szenen mit De Niro als spannenden Kontrast.

Zum Markenzeichen macht sich „Kap der Angst“ einige flotte Schnitte und vor allem ständige, schnelle Kamerazufahrten, die zwar die Nervosität und Angespanntheit der Situation untermauern sollen, hauptsächlich aber schlichtweg nerven. Glücklicherweise lenkt die starke Besetzung von so manchem Manko ab. Unterm Strich liegt ein Remake vor, das sich mit eigenen Stärken und eigenen Schwächen auf dem Niveau des Originals einpendelt.

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