King Kong und die weiße Frau

DVD-Cover King Kong und die weiße Frau

9/10

Originaltitel: King Kong
USA | 1933 | ca. 100 Min. | FSK: ab 6
Abenteuer, Fantasy, Horror, Liebesfilm
Regie: Merian C. Cooper, Ernest B. Schoedsack
Drehbuch: James Ashmore Creelman, Ruth Rose
Besetzung: Fay Wray, Robert Armstrong, Bruce Cabot u.a.
Kinostart: 01.12.33
DVD/Blu-Ray VÖ: 25.11.99

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © STUDIOCANAL

Worum geht’s?

Regisseur Carl Denham reist mit seinem neuen Star Ann Darrow und seiner Crew zur verborgenen Insel Skull Island, um einen spektakulären Film zu drehen. Die Ureinwohner der Insel unterwerfen sich einem gigantischen Affen namens Kong. Als man die reizende, blonde Schauspielerin entdeckt, wird sie entführt und Kong als Menschenopfer dargeboten. Ahnungslos stellen sich die Filmleute und Seefahrer den Gefahren von Skull Island, um Ann zu befreien. Denham wittert ein Sensationsgeschäft: Er will den Riesenaffen einfangen und in New York City ausstellen.

Wie ist der Film?

King Kong und die weiße Frau Szene„King Kong und die weiße Frau“ mag ein krude gestrickter Reißer mit hölzernem Schauspiel sein, hat sich seinen Klassikerstatus aber redlich verdient. Die eigens für die Leinwand erdachte Allegorie auf ‚Die Schöne und das Biest‘ setzte in vielerlei Hinsicht Maßstäbe.

Genial interagiert die damals noch junge Stop-Motion-Tricktechnik mit realen Personen. Das durch geschickte Rückprojektion erweiterte, düstere Dschungel-Set schafft eine atmosphärische Dichte, die sich durch die majestätische Filmmusik erst richtig entfaltet. Als erster Tonfilm unterlegt „King Kong und die weiße Frau“ selbst Dialogszenen mit musikalischen Motiven, was ihm einen erheblichen Stimmungsvorteil gegenüber anderen Monstergeschichten wie „Dracula“ oder „Frankenstein“ verschafft. Dadurch gewinnt auch das Stilmittel der plötzlichen Ruhe eine bis dato ungekannte Kraft.

Fay Wray, die Mutter der ‚Scream Queens‘, verkörpert einen hinreißenden Kontrast zum dunklen Riesenaffen und transportiert die ganze Tragik dieser unmöglichen Liebe – zumal die Kong-Puppe in ihrer Mimik stark eingeschränkt ist. Ein zügiger Schnitt lässt weder Melodramatik noch Langeweile aufkommen, sondern eine Actionszene die nächste jagen – dramaturgisch nicht allzu elegant, aber effektiv. Weil der Film noch vor Einführung des Hays Codes entstand, der Hollywood seinerzeit zur Selbstzensur zwang, ist er in einigen Momenten bemerkenswert drastisch.

„King Kong und die weiße Frau“ ist das Original unter den Riesenmonsterschinken, ein wegweisender Fantasy-Klassiker, der unter all dem Krawall auch Hybris-Kritik und zarte Melancholie verbirgt.

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