Land of the Dead

Filmposter Land of the Dead

7/10

Originaltitel: Land of the Dead
USA, FR, CA | 2005 | ca. 93 Min. | FSK: ab 18
Horror, Splatter
Regie: George A. Romero
Drehbuch: George A. Romero
Besetzung: Simon Baker, John Leguizamo, Dennis Hopper, Asia Argento, Robert Joy u.a.
Kinostart: 01.09.05
DVD/Blu-Ray VÖ: 10.01.06/06.08.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Mehrere Jahre nach dem Ausbruch der Zombie-Epidemie finden sich die letzten Überlebenden in den Überresten einer Großstadt zusammen, wo die Reichen in den Hochhäusern schmutzige Geschäfte abwickeln und Luxusbehandlung genießen, während auf den Straßen beim einfachen Volk der Kampf ums Überleben tobt. Eine abgebrühte Spezialeinheit versucht die Armee der Untoten so gut es geht in Schach zu halten. Dabei vermehren sich die Untoten unaufhaltsam und entwickeln ihre Fähigkeiten stetig weiter.

Wie ist der Film?

Diesmal dauerte es sogar ganze 20 Jahre, bis doch noch ein weiterer Romero Zombiefilm das Licht der Welt erblicken durfte. Seit den 60ern erschien immer ein Film pro Dekade, nur nicht in den 90ern. Beim Gedanken an schräge Fortsetzungen à la „Freitag der 13. Teil 9: Jason Goes To Hell – Die Endabrechnung“ ist es vielleicht auch besser so, dass Romeros Horror-Reihe die 90er aussparte.

Ob man „Land of the Dead“ nun als Fortsetzung der Night-Dawn-Day-Trilogie oder als eigenständiges neues Projekt ansieht, sei jedem freigestellt. Mit „Land of the Dead“ konnte Regisseur und Autor George A. Romero endlich vollends aufhören zu sparen und sich mal nach allen Regeln der Kunst austoben. Somit hat sein vierter Untoten-Schocker auch den bestmöglichen Look, gute, charismatische Schauspieler (teilweise sogar Stars) und fiese Spezialeffekte vom Allerfeinsten. Bemerkenswert dabei ist, dass Romero dennoch nicht auf die Tube drückt wie das ein Jahr zuvor erschienene Remake von „Dawn of the Dead“, sondern immer eine gewisse Ruhe behält, die Zombies weiterhin langsam herum stolpern lässt und sich lieber auf ein wenig Endzeit-Stimmung statt rasante Action konzentriert.

Und wieder erfahren die Zombies eine weitere Entwicklungsstufe. Schon allein deshalb ist „Land of the Dead“ weit mehr als ein Aufguss. Wurde in „Day of the Dead“ schon die Lernfähigkeit der lebenden Toten illustriert, gab Romero seinen Zombies jetzt sogar die Fähigkeit, sich zu organisieren. Mit dieser Neuerung samt Anführer-Zombie muss sich der Zuschauer wohl oder übel anfreunden, was aber nicht allzu schwer fallen sollte. Interessant: Der afroamerikanische Hauptdarsteller, der irgendwie in jedem der „Dead“ Filme auftauchte, ist erstmals einer der Zombies statt einer der lebendigen Helden. Dort etwas hineinzuinterpretieren wäre jedoch fehl am Platz. Das lohnt sich viel eher in Bezug auf den zweiten Grund, warum „Land of the Dead“ weit mehr als ein Aufguss der alten Schinken ist.

Bei der obligatorischen Metapher, als die er die Zombie-Attacke inszeniert, nimmt Romero Bezug auf zeitgemäße Themen. Diesmal übt er Kritik am absurden Nebeneinanderexistieren von Arm und Reich und den Handlungsweisen von Amerikas Mächtigsten. Einflüsse vom 11. September und dem Irak-Krieg lassen sich für Interpretationsfreudige ebenso herausziehen. Deutlich humorvollere Anspielungen sind ebenso zu finden. So gibt es ein kurzes Wiedersehen mit Tom Savini, der in „Dawn of the Dead“ einen gemeinen Motorrad-Rocker spielte und nun als die Zombie-Version desselbigen zurückkehrt. Außerdem spendierte Romero den beiden Filmmachern Simon Pegg und Edgar Wright, die 2004 die liebevolle Zombiefilm-Parodie „Shaun of the Dead“ erschufen, einen Mini-Auftritt als Fleischfresser (die Angeketteten in der Bar – „Take Your Picture With A Zombie“).

„Land of the Dead“ ist wieder ein außergewöhnlicher Horrorfilm, der politische Kommentare elegant verpackt und sich besonders auf Charaktere konzentriert, brutale Gewaltszenen dabei aber keineswegs außer Acht lässt (zumindest im Director’s Cut, den man unbedingt der Kinofassung vorziehen sollte). Eine exzellente Ausstattung und gute Ideen, wie die Szene, in der die Zombies sich aus dem Wasser erheben, sorgen für eine dichte Atmosphäre, wenn auch mit kleinen Längen. Schade: Schon wieder fällt das Ende auffallend lasch aus. Alles in allem ist Romeros heißersehnte Rückkehr als Zombie-Papa kein neues Meisterwerk, aber der Film ist gut geworden. Erfrischend modern und doch mit der einzigartigen Handschrift des Schöpfers.

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