Leaving Las Vegas

Filmposter Leaving Las Vegas

7.5/10

Originaltitel: Leaving Las Vegas
USA | 1995 | 111 Min. | FSK: ab 16
Drama, Liebesfilm, Romanadaption
Regie: Mike Figgis
Drehbuch: Mike Figgis
Besetzung: Nicolas Cage, Elisabeth Shue, Julian Sands u.a.
Kinostart: 09.05.96
DVD/Blu-Ray VÖ: 04.05.05/20.05.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der Drehbuchautor Ben Sanderson verliert durch seine immense Alkoholsucht seinen Job und seine Familie. Er beschließt, sein altes Leben komplett hinter sich zu lassen und nach Las Vegas zu fahren, um sich dort im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode zu saufen. Dort angekommen lernt Ben die Prostituierte Sera kennen. Die beiden sind voneinander angetan und entwickeln schließlich eine starke gegenseitige Liebe, die unmöglich eine Zukunft haben kann.

Wie ist der Film?

Gegen wahre Liebe ist die Vernunft absolut machtlos. Doch Mike Figgis‘ Verfilmung eines Romans, dessen Autor sich erschoss, fühlt sich nicht wie ein „Die Liebe ist stärker“-Film an. Es ist diese Resignation vor der Liebe, die „Leaving Las Vegas“ in langsamen, träumerischen Bildern einfängt; ohne falsche Romantik, ohne dass am Ende alles gut wird, weil man auf sein Herz gehört hat. Die schwermütige Atmosphäre voll von Nahaufnahmen und ungewöhnlich vielen aber erstaunlich passend platzierten Zeitlupen wird perfekt abgerundet durch den balladesken Soundtrack mit Komponenten von Jazz, Blues und Soul, maßgeblich geprägt von Sting, dem britischen Rockstar, der für die Musikuntermalung mehrfach seine Stimme verlieh.

Hauptdarsteller Nicolas Cage liefert hier als Alkoholkranker die wohl beste Darbietung seiner Karriere, zusammen mit seiner Doppelrolle in „Adaption“ (2002). Das brachte ihm auch den Oscar ein. Zugegeben, es gibt härtere Vorbereitungen auf eine Rolle als die eigene Volltrunkenheit auf Video zu studieren, aber Cage ist glaubhaft und zieht einen als tragikomische und tief gebrochene Figur einfach in seinen Bann, ähnlich wie die bezaubernde Elisabeth Shue („Hollow Man“, „Hide and Seek“) an seiner Seite. Wer gut aufpasst, hat außerdem noch Freude an Kurzauftritten von R. Lee Ermey (legendärer Drill-Instructor in „Full Metal Jacket“) und Shawnee Smith (Amanda in der „Saw“-Reihe).

Potentiell interessante Hintergründe zu den Hauptfiguren und ihren Beziehungen werden bewusst auf ein Minimum reduziert. So gelang eine grundsätzlich einfach gehaltene, aber dafür sehr intim wirkende Liebesgeschichte, mit viel Feingefühl inszeniert. „Leaving Las Vegas“ ist ein durch und durch wunderbar melancholischer Film über eine Liebe ohne jegliche Hoffnung, der bestens ohne Kitsch und Theatralik auskommt.

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