Linda’s Child

DVD-Cover Linda’s Child

6.5/10

Originaltitel: The Truth About Emanuel
USA | 2013 | 95 Min. | FSK: ab 12
Drama, Thriller, Coming-of-Age
Regie: Francesca Gregorini
Drehbuch: Francesca Gregorini
Besetzung: Jessica Biel, Kaya Scodelario, Alfred Molina u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 16.05.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © ALIVE AG

Worum geht’s?

Die 17jährige Emanuel gibt sich die Schuld am Tod ihrer Mutter, die bei ihrer Geburt starb. Sie tut sich schwer damit, zu der neuen Frau ihres Vaters eine Beziehung aufzubauen. Als Linda in das Haus nebenan zieht, bietet Emanuel ihre Dienste als Babysitterin für Lindas Säugling an. Mit der Zeit wird Linda für Emanuel eine wichtige Bezugsperson, selbst als sie hinter Lindas schockierendes Geheimnis kommt.

Wie ist der Film?

„Linda’s Child“ – im Original: „The Truth about Emanuel“ – generiert mit ästhetischen Bildern, verträumter Musik und einer bildhübschen Hauptdarstellerin latente Spannung. Die Frage, was das Geheimnis der neuen Nachbarin ist, erweist sich nicht als wichtigster Aufhänger, sondern vielmehr die Frage, wie die junge Protagonistin damit umgeht. Das verleiht dem vermeintlichen Thriller einen tiefsinnigen Charakter, der leider nur bedingt zu packen vermag.

Die italienische Regisseurin Francesca Gregorini hat eine starke Besetzung um sich gescharrt. Hauptdarstellerin Kaya Scodelario – eigentlich im TV-Bereich zu Hause – ist eine echte Entdeckung. Jessica Biel („Total Recall“) macht ihre Sache als zwielichtige Mutter gut und Alfred Molina („Spider-Man 2“) zeigt seine Klasse mit kleinen Gesten in nur wenigen Szenen, während Frances O’Connor („A.I. – Künstliche Intelligenz“) ihre etwas undankbare Rolle als wohlwollende Stiefmutter meistert. Gefährlich ist dabei nur, wie unsympathisch Scodelarios Figur angelegt ist, auch wenn sich ihr Verhalten mit einem Trauma entschuldigen ließe. Im Grunde ist sie nur ein arrogantes Gör, das sich dringend selbst finden muss, was dem Publikum einiges zumutet.

„Linda’s Child“ verdrängt Logikfragen mit symbolträchtigen Bildern und erweist sich als empfindsame Reflexion über menschliche Verluste, das Abschließen mit der Vergangenheit sowie die Sehnsucht nach Nähe, nachdem der Suspense-Faktor verpufft ist. Für die breite Masse mögen Gregorinis Absichten etwas zu abstrakt formuliert sein. Daher berührt die im Kern sehr traurige Geschichte auch nur recht oberflächlich. Wer es unkonventionell mag, findet in diesem Independent-Drama nichtsdestotrotz einen stilvollen Geheimtipp.

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