Logan – The Wolverine

Filmposter Logan

5.5/10

Originaltitel: Logan
USA | 2017 | ca. 137 Min. | FSK: ab 16
Drama, Action, Comicadaption
Regie: James Mangold
Drehbuch: Scott Frank, James Mangold, Michael Green
Besetzung: Hugh Jackman, Patrick Stewart, Boyd Holbrook, Stephen Merchant, Richard E. Grant, Dafne Keena u.a.
Kinostart: 02.03.17
DVD/Blu-Ray VÖ: 13.07.17

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

2029. Seit Jahrzehnten wurden keine neuen Mutanten mehr geboren. Logan alias Wolverine arbeitet als Chauffeur nahe der mexikanischen Grenze und pflegt seinen früheren Mentor Charles Xavier. Seine Selbstheilungskräfte haben nachgelassen. Unverhofft landet ein kleines Mädchen namens Laura, das ihm sehr ähnelt, in Logans Obhut. Laura wird von gefährlichen Männern gesucht.

Wie ist der Film?

„Logan“ setzt der Wolverine-Solofilm-Trilogie nach „X-Men Origins: Wolverine“ und „Wolverine: Weg des Kriegers“ ein unerbittliches Ende. Der insgesamt zehnte Eintrag im X-Men-Kinouniversum ist ansatzweise der „Rocky Balboa“ des Superheldengenres. Wie die von Sylvester Stallone gespielte Boxlegende ist auch Wolverine gealtert und blickt wehmütig auf die Überreste seiner Laufbahn. „Logan“ mangelt es allerdings an emotionaler Zugkraft, was am schwammigen Konzept liegt.

Prinzipiell war es die richtige Entscheidung, nach dem CGI-Gewitter „X-Men: Apocalypse“ (2016) einen Kurswechsel einzuleiten. „Logan“ kommt vergleichsweise ‚realistisch‘ und ‚erwachsen‘ daher, was ihn aber nicht automatisch zu einem interessanteren Film macht. Die Vorschau verspricht einen melancholisch-schönen Abgesang auf eine Ikone. Das Ergebnis ist weniger melancholisch-schön als schlicht deprimierend.

Mit anderen etablierten Figuren wie Charles Xavier gliedert sich „Logan“ ins Franchise ein, um es dann doch mit Füßen zu treten. Das Standing der Mutanten, das sich die bisherigen X-Men-Filme erkämpften, ist einfach ausradiert. Freilich muss man an dieser Stelle anmerken, dass „Logan“ auf der Dystopie der ‚Old Man Logan‘ Comics basiert, allerdings auch nur sehr lose. Zwischen Fortsetzung und einer Art Reboot bleibt der Film erzählerisch unentschlossen und informiert sein Publikum trotz Überlänge nur vage.

Statt inhaltliche Lücken zu schließen, schindet „Logan“ Zeit mit Kraftausdrücken und auffällig blutiger Action, damit die Comicfans endlich ihr R-Rated-Erlebnis bekommen, das sie ersehnten. Diese Drastik hat durchaus etwas Erfrischendes. Doch während „Deadpool“ ohne Gemetzel undenkbar ist, nimmt die Brutalität in „Logan“ irritierende Züge an und bietet kaum Mehrwert.

„Logan“ ist ein schauspielerisch interessanter, aber halbgar erzählter Downer, grimmig und zäh. Diese eigensinnige Superhelden-Dekonstruktion mit Western-, Roadmovie- und Familiendrama-Anleihen könnte packender sein, würde sie sich nicht in so viele Richtungen ausstrecken.

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