Lords of Chaos

DVD-Cover Lords of Chaos

6.5/10

Originaltitel: Lords of Chaos
GB, SWE | 2018 | 118 Min. | FSK: ab 18
Drama
Regie: Jonas Åkerlund
Drehbuch: Dennis Magnusson, Jonas Åkerlund
Besetzung: Rory Culkin, Emory Cohen, Jack Kilmer u.a.
Kinostart: 20.02.19
DVD/Blu-Ray VÖ: 05.04.19

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia
Bilder © Studio Hamburg Enterprises

Worum geht’s?

Norwegen in den 80er Jahren. Der ambitionierte Jugendliche Øystein Aarseth gibt sich den Namen Euronymous und gründet die Band Mayhem. Deren Stil will er auf ein neues Level der Düsternis heben und tauft ihn ‚True Norwegian Black Metal‘. Das provokante Image der Band nimmt Anfang der 90er ungeahnte Ausmaße an, als Kirchen brennen und Menschen sterben.

Wie ist der Film?

Historische Umbrüche und deren tragische Helden – eigentlich gäbe die Geschichte einen mustergültigen Oscar-Kandidaten ab, wenn sie nicht so blasphemisch und Anti-Mainstream wäre. „Lords of Chaos“ orientiert sich an dem gleichnamigen Buch, welches wiederum eine erschütternde wahre Geschichte aufarbeitet. Szene-Kenner und Regisseur Jonas Åkerlund („Spun“, „Rammstein: Paris“) inszeniert die heiße Anfangsphase des Black Metal als Coming-of-Age-Dramödie, die schrecklich entgleist.

Szenenbild Lords of ChaosDen Mayhem-Mitgründer Øystein ‚Euronymous‘ Aarseth als Ich-Erzähler zu wählen, ist eine spannende Entscheidung und sorgt natürlich für eine stark subjektive Färbung der Aufarbeitung. Auch die Charakterzeichnung von Freund/Rivale Varg Vikernes ist mit Vorsicht zu genießen (in seinen YouTube-Videos widerspricht der reale Varg dem Drehbuch vehement). Aber jene emotionale Lenkung ist durchaus sinnvoll für einen packenden Kinofilm. Åkerlund weiß offensichtlich, dass er nicht die eine Wahrheit gepachtet hat, sondern vor allem die ungebändigte Energie einfängt, mit der gewisse Halbstarke in einer Subkultur rebellieren und sich selbst suchen.

Rory Culkin („Signs – Zeichen“, „Scream 4”) ist ein charismatischer Hauptdarsteller und überzeugt als Metalhead. Emory Cohen wirkt als Varg nicht ganz so natürlich, auch weil seine Charakterzeichnung etwas plump und klischeehaft ausfällt. Culkins stärkerer Spielpartner ist Jack Kilmer als Frontmann ‚Dead‘, der das erste Viertel des Films besonders interessant macht. Zu erwähnen bleibt Wilson Gonzalez Ochsenknecht („Die Wilden Kerle“ 1–4), der als Nebenfigur wie bestellt und nicht abgeholt im Hintergrund herumirrt und damit das deutsche Publikum erheitern dürfte, wobei er den Zweck seiner Rolle solide erfüllt.

Der für abgefahrene Musikvideos bekannte Regisseur präsentiert diesmal einen handwerklich bodenständigen Indie-Film, der nur gelegentlich von kreativen Montage-Ideen verfeinert wird. Einige humorvolle Momente bilden einen befremdlichen Kontrast zu der rigorosen Gewaltstudie. Abgesehen von dieser Unentschlossenheit im Ton ist „Lords of Chaos“ ein gelungenes Biopic, wenn nicht faktentreu, dann allemal einschneidend. Quasi der „Bohemian Rhapsody“ des Black Metal.

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