Lügen macht erfinderisch

Filmposter Lügen macht erfinderisch

7.5/10

Originaltitel: The Invention of Lying
USA | 2009 | 99 Min. | FSK: ab 6
Komödie, Liebesfilm, Fantasy
Regie: Ricky Gervais, Matthew Robinson
Drehbuch: Ricky Gervais, Matthew Robinson
Besetzung: Ricky Gervais, Jennifer Garner, Jonah Hill, Rob Lowe, Tina Fey, Louis C.K., Christopher Guest u.a.
Kinostart: 08.07.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 11.11.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Eine alternative Realität: Egal worum es geht, alle Menschen sagen immer und überall nichts als die reine Wahrheit, und wenn sie noch so unangenehm ist. Es gibt keinen Grund, etwas anzuzweifeln, denn Lüge und Fiktion existieren gar nicht. In dieser Welt macht der erfolglose Drehbuchautor Mark, der in eine Schönheit außerhalb seiner Liga verknallt ist, zufällig eine unglaubliche Entdeckung: Wenn er etwas sagt, dass gar nicht so ist, bekommt er alles, was er will. Er erfindet die Lüge.

Wie ist der Film?

Es ist ja so einfach, so dermaßen einfach, und trotzdem ist scheinbar erst in diesem Jahrtausend jemand auf die Idee der Ausgangssituation für diesen Film gekommen. Im Grunde ist die Drehbuchidee fast so eine Heldentat, wie die Erfindung der Lüge im Film. Denn sie garantiert mit nur ein wenig Verstand schon großartige Unterhaltung. Tatsächlich hat „Lügen macht erfinderisch“ ein fantastisches Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Film des britischen Komikers Ricky Gervais („Nachts im Museum“, „Der Sternwanderer“) ist handwerklich auf dem Niveau einer TV-Serie – 0815 Kamera, 0815 Musik, keine sichtbaren Spezialeffekte. Alles stützt sich auf das lächerlich simple Konzept: Dort, wo jeder vernünftige Mensch im wahren Leben flunkern würde, wird im Film die reine Wahrheit gesagt, weil die Unwahrheit gar nicht existiert, was in den allermeisten Fällen einfach nur urkomisch anzusehen ist. Das Konzept geht wunderbar auf, weil die Macher es auch wirklich durchdacht haben. Das zeigt sich durch Ideen, auf die nicht jeder Zuschauer gleich selber kommt: Wie sähe eigentlich TV-Werbung oder ein Spielfilm aus, wenn nicht einmal die Fiktion an sich existiert? Es ist köstlich, und lässt einen unsere Realität auch ein stückweit mit anderen Augen sehen. Dennoch verliert sich die Handlung im weiteren Verlauf nicht in Moralbotschaften.

Hauptdarsteller Ricky Gervais muss kaum mehr als sich selbst spielen und macht dabei eine sympathische Figur. Die an seiner Seite agierende Jennifer Garner beweist vollends, dass das Non plus ultra des hübschen Naivchens genau ihr Ding ist, wie sie es schon in „30 über Nacht“ zeigte. Mit einem angemessenen Budget hätte das gut besetzte Gag-Feuerwerk noch formvollendeter werden können. Dafür gibt sich so mancher berühmte Gaststar die Ehre und sorgt für das gewisse I-Tüpfelchen.

Trotz all der Stärken leidet auch „Lügen macht erfinderisch“ unter einem typischen Symptom für Komödien dieser Art: Im weiteren Verlauf werden die Lacher weitgehend durch Sentimentalitäten eingetauscht. Übrig bleiben noch ein paar interessante Seitenhiebe auf das Christentum. Aber immerhin kippt die Geschichte nicht unerwartet in eine furchtbare Tragödie um, wie der vergleichbare „Klick“ mit Adam Sandler, sondern bleibt bis zuletzt ein Gute-Laune-Film. Wegen offensichtlich fehlender Mittel für eine große Marketingkampagne wird „Lügen macht erfinderisch“ hierzulande wohl eher ein Geheimtipp sein. Dabei ist diese Komödie ein echter Hit für die breite Masse und allein schon wegen dem immens lustigen ersten Drittel dringend empfohlen.

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