Mama

Filmposter Mama

5.5/10

Originaltitel: Mama
CA, ES | 2013 | 100 Min. | FSK: ab 16
Horror
Regie: Andres Muschietti
Drehbuch: Andrés Muschietti, Bárbara Muschietti, Neil Cross
Besetzung: Jessica Chastain, Nikolaj Coster-Waldau, Megan Charpentier, Isabelle Nélisse, Daniel Kash u.a.
Kinostart: 18.04.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 29.08.13

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Universal Pictures International

Worum geht’s?

Fünf Jahre nach ihrem rätselhaften Verschwinden werden die zwei Schwestern Victoria und Lilly völlig verwildert in einer entlegenen Waldhütte wiedergefunden. Ihr Onkel Lucas und dessen mit der Situation sichtlich überforderte Freundin Annabel nehmen die kleinen Mädchen bei sich auf. Bei ihnen ist offenbar noch jemand, den Victoria und Lilly als ‚Mama‘ bezeichnen. Wie Lucas und Annabel erfahren müssen, ist ‚Mama‘ keine Einbildung – und auch kein normaler Mensch.

Wie ist der Film?

Szenenbild MamaDurch ihren auf diversen Festivals aufgeführten Kurzfilm „Mamá“, der aus einer einzigen, effektiven Spuk-Plansequenz besteht, wurde Filmmacher Guillermo del Toro („Pans Labyrinth“) auf die Geschwister András und Bárbara Muschietti aufmerksam, sodass er den beiden schließlich als ausführender Produzent eine Langfilmversion des Stoffs ermöglichte. Die Herkunft erklärt bereits, warum der Kinofilm „Mama“ auffallend lange auf ein- und derselben Situation herumreitet, ohne etwas Spannenderes als die finale Enthüllung des bereits halb präsentierten Ungeheuers in Aussicht zu stellen. Als Entschuldigung für das verschenkte Potential reicht das natürlich nicht.

Prinzipiell generieren Regisseur Andrés Muschietti und sein Team ein elegant gefilmtes, geheimnisvolles Gruselflair, forcieren im weiteren Verlauf aber leider allzu oft die üblichen Erschreck-Momente bei erbarmungslos wummernder Tonkulisse, statt aus der Grundidee mehr herauszuholen. Wenn es dann doch an das Aufdecken von Hintergrundinformation geht, verliert sich „Mama“ in übermotivierten Flashbacksequenzen und einem Finale, dessen Wendungen der Nachvollziehbarkeit davoneilen. Zum Glück halten das gekonnte Handwerk und eine fähige Besetzung das wackelige Handlungsgerüst zusammen.

Wer Hauptdarstellerin Jessica Chastain („Zero Dark Thirty“) bereits kennt – was sehr wahrscheinlich ist, da sie seit etwa 2010 zu den aktivsten Topschauspielerinnen überhaupt zählt – wird es schwer haben, sich mit ihrem betont alternativen Look in „Mama“ anzufreunden. Die Rockerbraut steht ihr nur bedingt, aber sie macht wie immer das Beste aus ihrer Rolle. Immerhin ist es ein erfrischender Kniff, im Kontrast zu vergleichbaren Geschichten wie „Orphan – Das Waisenkind“ mal eine völlig unvorbereitete Pflegemutter vorzustellen, die sich obendrein gegen Konkurrenz behaupten muss. Daneben gibt „Game of Thrones“-Star Nikolaj Coster-Waldau als Mischung aus Aaron Eckhart und Viggo Mortensen solide den Sympathieträger, während die knuffigen wie unheimlichen Jungtalente Megan Charpentier und Isabelle Nélisse erst recht über Kritik erhaben sind.

Leider reitet der an sich atmosphärisch dichte „Mama“ ungebremst in die klassische Horrorfalle hinein: Nachdem das CGI-lastige Grauen vollends enthüllt ist, verfliegt ein beträchtlicher Teil der Spannung. Fadenscheinig bis gar nicht begründete Entwicklungen ziehen den Showdown schließlich künstlich in die Länge und lassen die ganze Geschichte etwas planlos wirken, zumal trotz aller Anstrengungen so manche interessante Frage zur Hintergrundgeschichte unbeantwortet bleibt. Übrig ist gut gemachte, gut gespielte, zeitweise packende Spukhaus-Horrorkost, nicht ganz so abgegriffen wie „Don’t Be Afraid of the Dark“, aber auch nicht interessanter als eine Neusichtung von „Insidious“. Vielleicht sollte Guillermo del Toro einfach mal wieder selbst auf den Regiestuhl.

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