Man of Steel

Filmposter Man of Steel

8/10

Originaltitel: Man of Steel
USA | 2013 | 143 Min. | FSK: ab 12
Comicadaption, Science-Fiction, Action
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: David S. Goyer
Besetzung: Henry Cavill, Amy Adams, Michael Shannon u.a.
Kinostart: 20.06.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 25.10.13

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Warner Bros. Entertainment Inc.

Worum geht’s?

Jor-El, Bewohner des untergehenden Planeten Krypton, schickt seinen neugeborenen Sohn in einer Raumkapsel zur Erde, um ihm das Leben zu retten und den Fortbestand seines Volkes zu ermöglichen. Der Junge wächst als Clark Kent in Kansas auf und versucht auf Rat seines Adoptivvaters, seine übermenschlichen Fähigkeiten zu verheimlichen. Doch als General Zod, der den Untergang Kryptons ebenfalls überlebte, Jagd auf den inzwischen erwachsenen Clark macht, muss dieser sich als das zu erkennen geben, was er wirklich ist.

Wie ist der Film?

Die mitunter berühmteste Schöpfung der Popkultur ist wieder gänzlich in der Gegenwart angekommen, nicht mehr nur eine Legende, „Man of Steel“ sei Dank. Den Beliebtheitsvorsprung von Batman wird Superman vermutlich nicht mehr einholen können, zumal der rotgestiefelte Comicheld bis vor Kurzem nur eine inzwischen angestaubte, unglücklich verlaufene Tetralogie (1978 bis 1987) sowie einen im Großen und Ganzen enttäuschenden Wiederbelebungsversuch („Superman Returns“, 2006) vorzuweisen hatte, was international vermarktete Kinofilme betrifft. Umso wichtiger, dass nun auch Superman die Leinwandadaption erfahren hat, die die Generation Y verdient.

Szenenbild Man of SteelWenig überraschend stecken hinter „Man of Steel“ die Macher der sensationell erfolgreichen „The Dark Knight“-Trilogie, speziell Drehbuchautor David S. Goyer und Produzent Christopher Nolan. Schließlich entspringen beide Filmuniversen den DC-Comics – einzige nennenswerte Marvel-Konkurrenz – und verfolgen das Ziel, ihren jeweiligen Helden aktueller und greifbarer zu machen. Die Ähnlichkeiten in der Handschrift sind erkennbar, allein schon durch den ziemlich ernsten Ansatz, doch keine Sorge: „Man of Steel“ kopiert nicht einfach Nolans düstere Batman-Ästhetik, sondern passt den Stil der ganz anders aufgebauten Hauptfigur an. Regisseur Zack Snyder („300“, „Dawn of the Dead“) nennt „Man of Steel“ zu Recht seinen bisher realistischsten Film, trotz Ufos und Hitzeblick. Für Snyder-Verhältnisse sieht „Man of Steel“ tatsächlich angenehm ungekünstelt aus.

Die teils bewusst wackelige Handkamera ist gewöhnungsbedürftig und für ein derartig pompöses Projekt ungewöhnlich, funktioniert aber und schafft es in der Regel, das Publikum näher ans Geschehen zu holen. Hans Zimmers gewohnt gewichtige Musik bleibt nicht im Kopf, unterstützt die Handlung aber mehr als hinreichend. Goyers Drehbuch deckt alle nötigen Phrasen ab und trifft damit ohne zu viel Pathos den richtigen Ton. Somit hat es auch die namhafte Besetzung leicht. Henry Cavill („Der Sternwanderer“) scheint als Protagonist gar nicht viel tun zu müssen; er spielt recht zurückgenommen, aber konzentriert, was durchaus sympathisch ist.

Auch Größen wie Amy Adams („The Master“), Russel Crowe („Gladiator“), Kevin Costner („Waterworld“), Diane Lane („Judge Dredd“) und Laurence Fishburne („Predators“) liefern allesamt nie herausragende, aber gute Leistungen ab. Michael Shannon („Take Shelter – Ein Sturm zieht auf“) gibt als General Zod einen effektiven, ambivalenten Bösewicht. Fast cooler ist allerdings Zods rechte Hand Faora, gespielt von der Deutschen Antje Traue, dank ihrer absoluten Emotionslosigkeit.

„Man of Steel“ ist bezeichnend für einen Superheldenfilm der 2010er: eine sehr detaillierte Exposition, viele Zeitsprünge, 3D und ein bohrender Blick ins Innenleben der Hauptfigur. Diese Eigenschaften gestalten die typischerweise überlange Laufzeit auch durchaus kurzweilig und zeigen unverfälscht, was Superheldentum bedeutet: Identitätskrise und Hoffnung. Der optionale 3D-Effekt ist allerdings so dezent eingesetzt, dass er nichts Wesentliches zum Film beiträgt, zumal auch bloß in 2D gedreht wurde.

Zack Snyder erweist sich als gute Regie-Wahl, denn er ist über seinen eigenen Schatten gesprungen und liefert mit seiner Superman-Adaption einen Höhepunkt der eigenen Filmografie wie auch im Kinojahr 2013 ab. Einige Plot-Ungereimtheiten zugunsten von mehr Opulenz gilt es, zu verschmerzen. Das effektgeladene letzte Drittel grenzt an Reizüberflutung, sodass die Frage bleibt, was zur Hölle denn im zweiten Teil noch kommen soll. Darüber hinaus ist „Man of Steel“ aber ein sehr stimmiger, visuell hervorragender und feinfühlig erzählter Sommerblockbuster, der den Superman-Mythos gründlicher erforscht als je zuvor, ohne ihn zu beschädigen.

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