Männertrip

Filmposter Männertrip

6.5/10

Originaltitel: Get Him to the Greek
USA | 2010 | 113 Min. | FSK: ab 12
Komödie
Regie: Nicholas Stoller
Drehbuch: Nicholas Stoller, Jason Segel
Besetzung: Jonah Hill, Russell Brand, Elisabeth Moss, Rose Byrne, Sean Combs, Colm Meaney u.a.
Kinostart: 02.09.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 06.01.11

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Worum geht’s?

Aaron, Praktikant bei einem Plattenlabel, erhält den Auftrag seines Lebens: Er soll den von ihm verehrten britischen Rockstar Aldous Snow zu einem großen Comeback-Konzert ins Greek Theater nach L.A. bringen. Die Sache ist viel schwieriger als gedacht, denn Snow ist unberechenbar und überredet den überforderten Aaron immer wieder zu Zwischenstopps mit wilden Partys fernab vom eigentlichen Reiseziel.

Wie ist der Film?

In der recht erfolgreichen Komödie „Nie wieder Sex mit der Ex“ (2008) sorgte eine gewisse Nebenfigur für die wohl einprägsamsten Szenen: Aldous Snow. So tat Hollywood, was es offenbar für seine Pflicht hält und bastelte ein Spin-Off für den durchgeknallten Brit-Rocker. Eins vorweg: Die Figur des Aldous Snow gibt tatsächlich genug für einen eigenen Film her, also muss man der Grundidee keine Vorwürfe machen. Jedoch scheint man bei diesem „Männertrip“ nicht so genau zu wissen, wo man eigentlich hin will und bremst sich dadurch ein bisschen selbst aus.

„Männertrip“ – mitgeschrieben von „How I Met Your Mother“-Star Jason Segel und produziert von Judd Apatow („Beim ersten Mal“) – startet stark, nämlich mit einem Prolog, der das Rockstartum in der Medienlandschaft scharf beobachtet und sehr unterhaltsam auf die Schippe nimmt. Die Einführung der von Hollywoods Next Top-Moppel Jonah Hill („Superbad“) gespielten Hauptfigur Aaron glückt ebenfalls, da man den angenehm natürlich und gleichzeitig witzig spielenden Hill gleich ins Herz schließen kann. Auch die Vorstellung von Aarons Umfeld und Arbeitsplatz ist sehr erheiternd. Dann folgt eine Parade von Drogenwitzen und Fäkalhumor, in der einige wirklich lustige Szenen, aber auch viele ernüchternde Übertreibungen enthalten sind. Es sollte eine Regel geben, dass der Protagonist einer Komödie über die Gesamtlaufzeit verteilt nicht öfter als dreimal kotzen darf. In „Männertrip“ wird (diese Regel) gebrochen.

Im Mittelpunkt steht natürlich die Darbietung von Russell Brand, der für die Rockstar-Rolle geboren zu sein scheint. Er macht den Film erst wirklich sehenswert. Seine britische Schnauze sollte man sich übrigens unbedingt im Originalton zu Gemüte führen. Zudem punktet „Männertrip“ mit löblichem Aufwand für die satirischen Kommentare zur Musik- und Musiker-Szene, inklusive ein paar großartiger Cameos sowie einem liebevollen, eigens für den Film geschriebenen Soundtrack, abgerundet auch von guten visuellen Ideen, wie etwa einer besonders schnell geschnittenen Sequenz, die eine wilde Partynacht illustriert.

Sofern man sich mit dem immer tiefer unter die Gürtellinie zielenden Humor anfreunden kann, bleibt als Hauptproblem nur noch das reichlich sentimentale letzte Drittel, das sich einfach unstimmig zum Rest verhält und nicht zuletzt deswegen recht unglaubwürdig ist. So kann man „Männertrip“, wenn man sich fast schon sicher ist, letztlich doch nicht wirklich als astreinen Partyfilm bezeichnen. Und schließlich tut sich die Geschichte dann auch schwer, ein prägnantes Ende zu finden und hilft sich stattdessen mit einer weiteren Comedy-Einlage von Russell Brand aus. Dieser wilde Trip beginnt deutlich überzeugender als er endet.

„Männertrip“ ist alles in allem eine liebevoll ausgestattete, um Aktualität bemühte, oft unverschämt derbe aber dann auch wieder befremdlich moralische Komödie mit unterhaltsamen Seitenhieben auf die Musikindustrie. Jonah Hill schlägt sich wacker in seiner erste großen Hauptrolle und Russel Brand erweist sich einfach als die Entdeckung schlechthin. Diese Gross-Out-Musik-RomCom-Satire ist herrlich chaotisch – inhaltlich, leider aber auch dramaturgisch. Schwamm drüber; die Schauspieler und die vielen witzigen Einfälle sind es wert.

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