Martha Marcy May Marlene

Filmposter Martha Marcy May Marlene

4/10

Originaltitel: Martha Marcy May Marlene
USA | 2011 | 102 Min. | FSK: ab 16
Drama, Thriller
Regie: Sean Durkin
Drehbuch: Sean Durkin
Besetzung: Elizabeth Olsen, John Hawkes, Sarah Paulson u.a.
Kinostart: 12.04.12
DVD/Blu-Ray VÖ: 07.09.12

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Twentieth Century Fox

Worum geht’s?

Um einen Familienersatz zu haben schließt sich die junge Martha einer sektenähnlichen Gruppierung an, die auf einer abgeschieden Farm lebt. Eines Tages flüchtet sie. Ihre einzige Anlaufstelle ist ihre Schwester Lucy, zu der sie seit Jahren keinen Kontakt hatte. Im Sommerhaus, das Lucy und deren Mann bewohnen, fällt es Martha schwer, sich einzufinden. Zunehmend kämpft sie mit ihrer Vergangenheit.

Wie ist der Film?

Unter der Leitung von Autor und Regie-Debütant Sean Durkin präsentiert die junge Produktionsfirma Borderline Films eine Charakterstudie über eine desillusionierte Frau, die vom rechten Weg abkam und nicht mehr zurück in die Gesellschaft findet. „Martha Marcy May Marlene“ ist so sehr darum bemüht, Klischees zu vermeiden, dass die Umsetzung des sensiblen, auf wahren Begebenheiten beruhenden Themas völlig austrocknet und dabei immer noch nicht wirklich originell ist. Der als Indie-Perle verkaufte Programmkinostreifen ist trotz einer Prise Paranoia zu verhalten, um sich Thriller zu schimpfen, zu kalt und verschlossen, um als Drama zu berühren und quält bis zum Schluss mit Langeweile.

Szenenbild Martha Marcy May MarleneHauptdarstellerin Elizabeth Olsen, die kleine Schwester der berühmten Olsen-Zwillinge, die fast zeitgleich auch im überflüssigen US-Remake von „The Silent House“ das Opfer mimte, etabliert sich mit einer starken Leistung als durchaus interessante Newcomerin, während John Hawkes seine für den Oscar nominierte Hinterwäldler-Rolle aus „Winter’s Bone“ nochmal aufwärmt und ein Gitarrenständchen zur interessantesten Szene des Films macht. Viel können sie nicht ausrichten, wenn im Grunde nichts passiert. Und es passiert im Grunde nichts. Schleichend erschließt sich einem, worum es die ganze Zeit eigentlich geht, doch ein weiteres Ziel, auf das hingearbeitet werden sollte, bleibt aus. Das ist fast schon dreist.

Das lässige Springen zwischen zwei Handlungssträngen beziehungsweise Zeitebenen mit ein paar netten Match Cuts und die schläfrige Kameraführung gaukeln Tiefe vor, doch kommt „Martha Marcy May Marlene“ nicht über Andeutungen hinaus. Dieser pseudospannende Mix aus der statischen Isolation von „Dogtooth“ und Kevin Smiths subtilem Redneck-Sekten-Horror „Red State“, der atmosphärisch obendrein wie eine Light-Version von „A Horrible Way to Die“ anmutet, hat kaum etwas zu sagen und taugt außer als Sprungbrett für die Olsen leider zu herzlich wenig.

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Winter’s Bone
A Horrible Way to Die

1 Kommentar

  1. Mir gefällt, dass der Film nur andeutet, wo andere ausformulieren. Und berühren konnte mich diese Geschichte eines Mädchens, das nirgendwo zuhause ist, auch. Als ruhiges Drama funktioniert „Martha, Marcy…“ imo ausgesprochen gut.

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