Matrix

Filmposter Matrix

9.5/10

Originaltitel: The Matrix
USA, AU | 1999 | 131 Min. | FSK: ab 16
Science-Fiction, Action
Regie: Lana Wachowski, Lilly Wachowski (als Larry und Andy Wachowski)
Drehbuch: Lana Wachowski, Lilly Wachowski
Besetzung: Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Hugo Weaving, Joe Pantoliano u.a.
Kinostart: 17.06.99
DVD/Blu-Ray VÖ: 25.11.99/02.04.10

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der Hacker Neo stellt sich bei nächtlichen Cyberforschungen die Frage: Was ist die Matrix? Die Antwort findet ihn in Form des geheimnisvollen Morpheus. Dieser eröffnet Neo, dass die Menschen in einer von Maschinen programmierten Scheinwelt leben – in der Matrix. Neo soll laut einer Prophezeiung dazu auserwählt sein, die Herrschaft der Maschinen zu beenden. Bevor es soweit ist, hat er aber noch viel zu lernen, und die Agenten der Matrix sind ihm bereits auf den Fersen.

Wie ist der Film?

Pünktlich zum anstehenden Millennium läuteten die Wachowski-Geschwister („Bound – Gefesselt“) eine neue Ära des Kinos ein, nachdem sie große Studios von ihrer Vision überzeugen konnten. „Matrix“ hebt Actionunterhaltung auf eine neue Ebene und prägte die Popkultur nachhaltig.

Coolness wird durch die „Matrix“-Ästhetik regelrecht neudefiniert. Der Stil ist völlig eigen, dessen einzelne Bestandteile jedoch wohlbekannt. Ähnlich wie Quentin Tarantino zollen die Wachowskis den eigenen Vorlieben Tribut, denken dabei aber ungleich fortschrittlicher. Entscheidende Einflüsse sind Comics/Mangas/Animes und Science-Fiction- beziehungsweise Cyberpunk-Filme („Akira“, „Blade Runner“), genauso wie Hongkong-Actionkino mit Schusswaffen-Ballett („Hard Boiled“) und Martial Arts à la Jackie Chan. Inhaltlich schöpfen die Geschwister auch aus Kultwerken wie „Alice im Wunderland“ oder „Metropolis“, bis hin zu „Terminator“. Eine verrückte wie mutige Mixtur, die dank reichlich Herzblut blendend funktioniert.

Wegweisende Filmtechniken wie die ‚bullet time‘ machen „Matrix“ schließlich zu weit mehr als nur einer cineastischen Verbeugung. Hinzu kommt der religiöse und philosophische Unterbau. Spannende Fragen nach Illusion und Wirklichkeit, wie sie große Denker schon vor Ewigkeiten stellten, verleihen „Matrix“ eine tiefere Ebene. Das Drehbuch erörtert raffiniert das Dilemma zwischen grausamer Wahrheit und bequemer Lüge sowie den Sinn des Messias-Glaubens – unaufdringlich eingebettet in Popcorn-Spektakel. So geht ein intelligenter Blockbuster.

Keanu Reeves („Bram Stoker’s Dracula“) führt eine durchweg interessante, nie allzu offensichtliche Besetzung an. Die Wachowskis achten auf Vielseitigkeit und spielen subtil mit Geschlechterrollen. Auch die innovativen Kameraperspektiven, der zu Recht mit einem Oscar bedachte Schnitt und der geniale Soundtrack tragen zur Lebendigkeit der Geschichte bei. Kniffe wie die Farbcodierung (Matrix = Grünstich, Realität = Blaustich) und die Balance zwischen ruhigen und rasanten Szenen sorgen dafür, dass man sich in dieser komplexen Welt zurechtfinden und ungestört staunen kann.

Für sich alleinstehend ist „Matrix“ ein Film, der viel behauptet und verhältnismäßig wenig zeigt, weshalb die kontroversen Fortsetzungen durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Nichtsdestotrotz gelang den Wachowskis ein gut gealtertes, stilbildendes Meisterwerk, das beispiellos knallt und nebenbei zum Nachdenken anregt.

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