Megamind

DVD-Cover Megamind

7/10

Originaltitel: Megamind
USA | 2010 | ca. 96 Min. | FSK: ab 6
Animation, Komödie
Regie: Tom McGrath
Drehbuch: David Lindsay-Abaire, Jeanine Tesori
Synchronisation: Will Ferrell / Bastian Pastewka, David Cross / Oliver Kalkofe, Tina Fey / Vera Teltz, Brad Pitt / Oliver Welke u.a.
Kinostart: 02.12.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 05.04.11

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Paramount

Worum geht’s?

Megamind wurde als Baby von seinen Eltern kurz vor der Zerstörung seines Heimatplanten zur Erde geschickt. Auf einem Nachbarplaneten hatte jemand genau die gleiche Idee. Seither kämpft der hochintelligente Superschurke Megamind in Metro City gegen den fliegenden Charmebolzen Metro Man. Vorwiegend dient dafür die Entführung und Rettung der schönen Reporterin Roxanne. Als Megamind das Gute eines Tages endgültig besiegt zu haben scheint, weiß er plötzlich nicht mehr, was er tun soll…

Wie ist der Film?

Universal hat es mit „Ich – Einfach unverbesserlich“ vorgemacht: Ein Bösewicht wird zur sympathischen Hauptfigur erhoben, statt nur Gegenspieler eines Helden zu sein. Nur wenige Monate später zieht Dreamworks („Shrek“, „Drachenzähmen leicht gemacht“) nach und treibt die Thematik weiter auf die Spitze. „Megamind“ dreht den Spieß nicht einfach nur herum, sondern würfelt die Superhelden-Mythen komplett durcheinander und kreiert damit eine Geschichte, die sich zuweilen überraschend geschickt der Vorhersehbarkeit entzieht und von einem durchgehend hohen Unterhaltungsfaktor zeugt.

Szenenbild MegamindDer Film erfrischt durch seine Dramaturgie. Statt einfach auf einen lange im Voraus riechbaren Konflikt, der sich natürlich zum Guten wendet, hinzuarbeiten, gibt es in „Megamind“ ein ständiges Auf und Ab, ohne dass sich das Drehbuch dabei verzettelt. Die anfänglich übertrieben typische Rollenverteilung der Charaktere legitimiert sich durch das turbulente Spiel mit den Begriffen „Gut“ und „Böse“. Dabei fungieren die zwei zusätzlichen Hauptfiguren Roxanne und Hal gekonnt als Mittler zwischen dem vermeintlichen Protagonist-Antagonist-Gespann Metro Man und Megamind. So entsteht schließlich ein interessantes Beziehungsnetz.

Zugegeben: „Megamind“ wirkt manchmal, als hätten sich die Autoren beim Schreiben chronologisch von Szene zu Szene gearbeitet, ohne selbst zu wissen, worauf es hinauslaufen würde, auch weil sie sich zugunsten des straffen Tempos und der vielen lustigen Details zahlreiche Freiheiten genommen haben, ohne sich um Logik oder Begründungen zu kümmern. Doch dieser Kritikpunkt fällt angesichts des recht stimmigen und spaßigen Endprodukts kaum mehr ins Gewicht.

Während sich der Soundtrack wieder einmal nur beim Altbekannten und Naheliegenden bedient („A Little Less Conversation“, „Bad to the Bone“, …), gefällt die Geschichte im Rahmen der Superhelden-Persiflage mit wunderbar originellen Gestaltungsideen, darunter nicht zuletzt Megaminds Sidekick Minion, ein skurriler Mix aus Fisch und Roboter. Seele des Ganzen ist die hervorragend besetzte Synchronisation, darunter tolle Leistungen von Will Ferell („Die etwas anderen Cops“), Jonah Hill („Männertrip“) und Brad Pitt („Inglourious Basterds“). In der deutschen Fassung ist man mit Bastian Pastewka und Oliver Welke auch nicht schlecht bedient.

„Megamind“ ist ein rasantes, charmant überspitztes Fantasy-Abenteuer, frech und originell (nur nicht gerade beim übertriebenen Bilderbuch-Ende) und vor allem lustig – mit köstlichem Dialogwitz mindestens genauso wie durch Körperhumor. Da fühlt sich eine sehr breite Altersspanne gut aufgehoben.

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