Merida – Legende der Highlands

Filmposter Merida – Legende der Highlands

6.5/10

Originaltitel: Brave
USA | 2012 | 94 Min. | FSK: ab 6
Animation, Komödie, Abenteuer
Regie: Steve Purcell, Mark Andrews, Brenda Chapman
Drehbuch: Mark Andrews, Steve Purcell, Brenda Chapman, Irene Mecchi
Synchronisation: Kelly Macdonald / Nora Tschirner, Billy Connolly / Bernd Rumpf, Emma Thompson / Monica Bielenstein u.a.
Kinostart: 02.08.12
DVD/Blu-Ray VÖ: 05.12.12

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit

Worum geht’s?

Schottische Highlands. Königstochter Merida wird von ihrer Mutter akribisch auf das Prinzessinnendasein inklusive Vermählung vorbereitet. Doch dem Teenager steht der Sinn weit mehr nach Reiten und Bogenschießen. Nach dauernden Streits über Tradition und Bedürfnisse eröffnet sich Merida eine magische Chance, die Mutter zur Einsicht zu bringen. Doch der Plan hat ungeahnte Nebenwirkungen.

Wie ist der Film?

Pixar geht immer – seit „Toy Story“ (1995) die unangefochtene Nummer 1 im Animationsfilmbereich. Doch als der von Disney gekaufte Megakonzern 2009 mit „Toy Story 3“ seinen dramaturgischen Gipfel erreichte und 2011 mit „Cars 2“ auf einen weiteren Fortsetzungs-Joker zurückgriff, mussten neue Wege gefunden werden, um weiterhin zu begeistern. So setzten die Macher auf ein unerfahrenes Regie-Gespann, eine natürlichere Handlungsumgebung sowie einen reiferen Ton, übertrafen sich aber vor allem in den optischen und klanglichen Details noch einmal selbst. Heraus kommt, dass „Merida – Legende der Highlands“ sich zu sehr in technischer Perfektion verrennt und die Geschichte dabei etwas befremdlich bleibt.

Es ist ein Pixar-Film der Debüts: erstmals wurde mit neuer, eigens entwickelter Animationssoftware gearbeitet, erstmals handelt es sich um einen Historienfilm (mit Fantasy-Elementen) und erstmals ist die Hauptfigur weiblich (was einfach nur überfällig war und daher nicht gerade das glücklichste Werbemittel darstellt). In „Die Monster AG“ war es Monsterfell, in „Findet Nemo“ das Wasser, in „Oben“ die Luftballons – diesmal dient Meridas ausgefeilte rote Haarpracht als Markenzeichnen und Stellvertreter für den technischen Fortschritt. Auch drum herum stimmt einfach alles: schwelgende Kamerafahrten durch wunderschöne Landschaften, traditionelle Stimmungsmusik und detailverliebte Szenerien. Die einstige kleine Schwäche im Vergleich zu sonstigen Fähigkeiten – das Animieren von Menschen – räumt Pixar spätestens mit „Merida“ endgültig aus dem Weg.

Unsicherer hingegen fühlt sich die Erzählung der Handlung an. Die Vorsätze, komplexer und tiefer als je zuvor zu sein, gehen nicht ganz auf, zumal frühere Pixar-Werke auch in einfacheren Bildern genauso viel zu sagen hatten und weil gerade die Fantasy-Komponenten doch so manches überrollen, was zuvor an Ernsthaftigkeit aufgebaut wurde. „Merida“ ist an sich eine schöne Coming-of-Age-Geschichte und Familienstudie. Die ganze Sache mit den Bären verhält sich dazu dann aber irgendwie albern und ist eine Metapher, die in dieser Form etwas deplatziert wirkt. Und andersherum: Um ein homogenes Märchen zu sein, fängt der Film zu lebensnah an.

„Brave“, so der Originaltitel, also ‚mutig‘, erzählt nicht nur von Meridas Trotzen vor äußerlichen Gefahren, sondern auch vom Mut, neue Perspektiven an sich heranzulassen. So hübsch es klingt, nach schönen Ansätzen und bei liebevoll gezeichneten Figuren mit guten Stimmen (der schottische Akzent der Originalfassung ist dringend empfohlen) zeigt spätestens das standartisierte Ende, dass der Neunzigminüter narrativ für Pixar-Verhältnisse nur eine Fingerübung ist. (Wie immer für die ganze Familie, jedoch für kleine Kinder diesmal stellenweise heftig, sei an dieser Stelle noch angemerkt.) Es gibt zwar formelle Höchstleistungen und einige nette Lacher, doch der Animationsfilmpionier überlässt hiermit der immer kreativeren Konkurrenz das Feld.

Wertungen (ø 7.4) [?]

6.5 – Philipp Stroh
7.0 – Ines Walk
6.0 – Rajko Burchardt
9.5 – Rochus Wolff
7.0 – Sebastian Büttner
7.0 – Sonse
9.0 – Sophie Charlotte Rieger

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