Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre

DVD-Cover Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre

6/10

Originaltitel: The Texas Chainsaw Massacre
USA | 2003 | 98 Min. | FSK: ab 18
Horror, Splatter
Regie: Marcus Nispel
Drehbuch: Scott Kosar
Besetzung: Jessica Biel, Jonathan Tucker, Erica Leerhsen u.a.
Kinostart: 01.01.04
DVD/Blu-Ray VÖ: 08.07.04/03.05.12

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Constantin Film

Worum geht’s?

Erin, ihr Freund Kemper, Morgan, Andy und Pepper lesen am 18. August 1973 auf ihrer Fahrt nach Dallas eine junge konsternierte Frau von der Straße auf. Diese trägt Schuld an einem ungeplanten Zwischenstopp in der Pampa. Als sich die Gruppe auf die Suche nach dem Sheriff begibt, beginnt ein maskierter Mann mit Kettensäge, nach ihrer Haut zu trachten.

Wie ist der Film?

Szenenbild Michael Bay’s Texas Chainsaw MassacreAuch wenn es die Anhängerschaft der alten Schule nicht gern hört: „Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre“ stellt ein Schlüsselwerk im Horrorgenre dar. Gerade als der Mitte der 90er von „Scream“ reanimierte Slasher-Hype nach reichlich Nachahmern und Fortsetzungen wieder zu Ende ging, war es nämlich die finanziell sehr erfolgreiche Neuauflage des Kulthits „Blutgericht in Texas“ von Michael Bays neuer Produktionsfirma ‚Platinum Dunes‘, welche den Startschuss für die auch zehn Jahre später noch andauernde 70er/80er-Remake-Welle abfeuerte. Gleichzeitig taugte der Film auch als Einstiegsdroge für eine neue Generation blutdürstiger Horrorfans. Es ist lange nicht das schlechteste und auch nicht das unnötigste Remake. Im Grunde geht es nur um die Definition neuer Sehgewohnheiten.

Die jungen Hauptfiguren trällern fröhlich zu „Sweet Home Alabama“, als der Song noch gar nicht veröffentlicht ist und sehen auch sonst nur teilweise nach 1973 aus. Sei’s drum. Wirklich ungünstig ist jedoch, dass die Figuren – anders als im Original – eigentlich gar nicht die Absicht haben, den ländlichen Teil von Texas anzusteuern. Weil es sich bei ihnen nur um irgendwelche Durchreisende (auf dem Weg zu einem Skynrd-Konzert) handelt, verstärkt sich der Eindruck, dass die Figuren einfach nicht wichtig sind. Immerhin stellt der deutsche Regisseur Marcus Nispel nur andeutungsweise die typische Lust auf Sex und Drogen zur Schau und lässt die Opfer geradewegs in die Falle tappen. Man muss „Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre“ zugutehalten, dass schaurige Stimmung und Angstzustände immer im Vordergrund stehen (wollen).

Die Remake-Handlung fällt dadurch auf, dass sie immer wieder zwielichtige Nebenfiguren auffährt. Nispel arbeitet eine finstere Station nach der anderen ab und generiert Spannungsmomente wie aus dem Horrorlehrbuch. Nur das ab einem gewissen Punkt durchgehende Terrorgefühl des ungekürzten Originals will diesmal nicht so recht übergreifen. Bei handwerklich hohem Niveau mit einigen hippen Kameraspielereien und lustigen Schnitten geht ein Teil der grimmig-rauen Grundstimmung verloren, auch wenn die entsättigten Farben sowie das dicke Sounddesign durchaus ihre Reize haben. Insgesamt bringt es der Film fertig, sehr dreckig und dabei doch steril auszusehen.

Leider können weder der wirklich coole Besetzungscoup von R. Lee Ermey („Full Metal Jacket“) als zweifelhafter Sheriff noch das gleich mehrfache Durchnässen von Jessica Biels umwerfenden Körper vergessen machen, dass „Michale Bay’s Texas Chainsaw Massacre“ nur eine recht blasse Figurenauswahl zu bieten hat, die dem Publikum ein versöhnliches Ende gönnt. Der Subtext von Tobe Hoopers Urversion geht dabei flöten. Was bleibt, ist ein durchaus gutaussehendes und hübsch düsteres, nur seelenloses Aufpolieren eines wegweisenden Klassikers. Mag das Original auch nicht mehr heutigen Sehgewohnheiten entsprechen, so erschließt sich einem seine Wirkung bei genauerer Beschäftigung doch immer mehr, wohingegen das blutigere – doch nicht mutigere – Remake dazu tendiert, immer beliebiger zu wirken.

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