Mirrors

Filmposter Mirrors

6/10

Originaltitel: Mirrors
USA | 2008 | 111 Min. | FSK: ab 18
Horror, Mystery
Regie: Alexandre Aja
Drehbuch: Alexandre Aja, Grégory Levasseur
Besetzung: Kiefer Sutherland, Paula Patton, Amy Smart u.a.
Kinostart: 30.10.08
DVD/Blu-Ray VÖ: 03.04.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Ex-Polizist Ben Carson übernimmt einen Job als Nachtwächter in einem Kaufhaus, das durch Feuer zerstört wurde. Bald stellt er fest, dass die Spiegel im Gebäude ein Eigenleben zu haben scheinen. Er sieht grausame Visionen von Opfern des Brandes und andere unheimliche Bilder, die auf seiner Seite des Spiegels gar nicht da sind. Sein eigenes Spiegelbild tut Dinge, die es nicht tun sollte. Die Spiegel beeinflussen die Menschen, die in sie hineinsehen. Bald erkennt Carson, dass diese unbestimmte Macht in den Spiegeln nach etwas sucht, und dass nicht nur er, sondern auch seine Frau und seine Kinder in Lebensgefahr schweben.

Wie ist der Film?

Wenn man dem Spiegel nicht mehr trauen kann, was dann? Bestimmt nicht nur für den Autor dieser Zeilen war es schon lange vor dem Erscheinen dieses Films eine besonders unheimliche Vorstellung: Man blickt in den Spiegel und sieht nicht das, was man erwartet zu sehen, sondern eine bizarre Verzerrung dessen, oder etwas ganz anderes. Das heißt jetzt aber nicht, dass Regisseur Alexandre Aja einen Film über den Morgen nach einer durchzechten Nacht drehte. Nein, es handelt sich um einen herrlich schaurigen Horrorstreifen mit einigen besonders heftigen Momenten.

Alexandre Aja kommt mit „Mirrors“ im Mainstream an. Genre-Kenner werden auch ohne Vorwissen erraten, dass es sich hierbei um ein weiteres Remake eines japanischen Films handelt. Vieles kommt einem verdammt bekannt vor. Reduziert man den Film, also mit dem Wegfall der Spiegel-Idee, auf seine Atmosphäre und den groben Handlungsablauf, bleibt eine recht exakte Kopie von beispielsweise „The Eye“. Ob man es nun mit transplantierten Augen, einem Fluch, sich verselbstständigendem Wasser oder einem teuflischen Videoband zu tun bekommt, irgendwo ist doch alles das Gleiche. Doch Aja wäre nicht Aja, wenn er seinem neusten Werk nicht wenigstens die Jugendfreigabe weggesplattert hätte. Ganz in der Tradition von „High Tension“ oder „The Hills Have Eyes“ gibt es üble Tötungsszenen zu sehen, hier allerdings nur vereinzelt. Denn im Sinne der Japaner ist „Mirrors“ auf düstere, geheimnisvolle Atmosphäre und eine gute Portion Schock-Momente fokussiert. Die Handschrift des Regisseurs ist bei dieser Mischung nicht wirklich zu erkennen. Einziges Indiz: Der Film ist an sich gelungen.

Sowohl Ajas vorige Filme, als auch die Japan-Horror-Remake Sparte allgemein weisen durch die Bank jüngere Frauen als Protagonisten auf. Da wirkt „24“-Star Kiefer Sutherland alias Ben Carson zunächst ungewöhnlich bis unpassend besetzt, erweist sich aber schnell als sympathische und recht glaubwürdige Identifikationsfigur (mit etwas unkontrollierten Wutausbrüchen). Als Ex-Cop Anfang Vierzig in der Hauptrolle stellt er eine willkommene Abwechslung dar. Für die Erotik ist ja auch Bens Frau (Paula Patton) zuständig, die im nassen weißen Oberteil (War da nicht was mit Jessica Alba? Oder war es Jessica Biel?) eine gute Figur macht. Als Mutter eines Sohnes (Cameron Boyce) und einer Tochter (Erica Gluck) überzeugt sie mit Leidenschaft.

Bei aller fehlenden Individualität hat sich Ajas sechste Regiearbeit für das gelungene Ende noch einen Pluspunkt verdient. Weiter zu erwähnen wäre fast nur Handwerkliches. Die soliden bis guten Tricks und die geschickte Inszenierung schaffen eine Mischung aus verstörenden und widerlichen Bildern mit dem passenden Sound dazu, was Horrorfans eine mehr als passable Show bietet. Frauen, die wegen „Der Weiße Hai“ nicht mehr schwimmen gehen, müssen sich nach „Mirrors“ wohl blind abschminken. Jetzt sollte man Monsieur Aja (trotz des starken „The Hills Have Eyes“) nur noch ans Herz legen, sich künftig wieder von den Remakes wegzubewegen und ganz den eigenen Geist sprühen zu lassen. Er kann es nämlich. „Mirrors“ ist aber noch genehmigt.

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