Moon

Filmposter Moon

6.5/10

Originaltitel: Moon
GB | 2009 | 93 Min. | FSK: ab 12
Science-Fiction, Drama
Regie: Duncan Jones
Drehbuch: Nathan Parker
Besetzung: Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott, Rosie Shaw u.a.
Kinostart: 15.07.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 28.01.11

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Irgendwann in naher Zukunft: Sam Bell ist das einzige menschliche Besatzungsmitglied einer Raumstation auf dem Mond, von wo die Erde mit Energie versorgt wird. Sein einziger Gesprächspartner ist eine künstliche Intelligenz namens GERTY. Kurz vor dem Ende seines dreijährigen Auftrags macht Sam eine verstörende Entdeckung.

Wie ist der Film?

Ein ganzes Jahr hat es gedauert, bis das Debüt von Regisseur Duncan Jones eine deutsche Kinoauswertung erfuhr, und das nun auch nur in einem eher ernüchternden Ausmaß. Dabei hat „Moon“ qualitativ gesehen keinen Grund, sich zu verstecken. Für das Budget von etwa fünf Millionen Dollar (was heutzutage tatsächlich wenig ist) weist der Film eine eindrucksvolle Optik auf, wo sichtbare CGI angenehm dezent eingesetzt wird. Clint Mansells verhaltene, aber prägnante Musik akzentuiert die kühle Atmosphäre gekonnt. Unanfechtbares Zentrum des Films ist Sam Rockwell, zuletzt gesehen als Robert Downey juniors schleimiger Gegenspieler in „Iron Man 2“. Er trägt die ganze Geschichte so gut wie alleine und verkörpert aufopferungsvoll einen sowas von kranken und kaputten Menschen, dass man fast gar nicht anders kann, als seine Performance zu feiern. Der heimlicher Star von „Moon“ heißt aber Kevin Spacey („Männer, die auf Ziegen starren“), der (in der Originalfassung) seine ruhige Stimme an einen intelligenten Roboter verleiht.

„Moon“ ist ein lakonischer, leiser, langsamer Film, der mit seiner speziellen Atmosphäre entweder packt oder gnadenlos langweilt. Immerhin hat der Film die Mehrheit der Kritik auf seiner Seite, sicherlich nicht zuletzt weil er in Tradition von anspruchsvollen Science-Fiction-Klassikern wie „Solaris“ oder „2001 – Odyssee im Weltraum“ steht. Gegen „Moon“ spricht jedoch, dass er sich dramaturgisch selbst ausbremst, indem der Plottwist (der vom Trailer überwiegend vorweg genommen wird, schönen Dank auch) recht früh eintritt und die starke Idee anschließend nur noch wie ein Heißluftballon vor sich hin schwebt, ohne dass noch viel passiert. Zwar werden zwischen den Zeilen auch tiefsinnige Fragen über Moral und das Menschsein gestellt, doch verläuft deren Beantwortung weitgehend im Sande. Schließlich bleibt ein Film, der etwas zu lang für seine eine coole Idee wirkt, trotz Standardlaufzeit.

Wer sich an einer Art Wiederauferstehung des klassischen Science-Fiction Films noch vor der „Star Wars“-Ära und zahlreichen Reminiszenzen an ebendiese erfreuen kann, ist mit „Moon“ bestens bedient und wird sich in eine faszinierende, andere Welt entführen lassen. Auch Sam Rockwell Fans kommen voll auf ihre Kosten. Trotzdem macht sich in der bewusst nicht um Straffheit bemühten Geschichte ganz schnell die Langeweile breit. Und im allerschlimmsten Fall kann die bleibende Rätselhaftigkeit in ihrer Langsamkeit sogar nerven. Aber einen Versuch ist das hübsch gemachte, mitteltiefsinnige Weltraumballet allemal wert.

Ähnliche Filme

2001 – Odyssee im Weltraum
Solaris (1972)
Lautlos im Weltraum
Sunshine

7 Kommentare

  1. Man muss den Film meiner Meinung nach ganz klar besser bewerten als es diese Beschreibung erahnen lässt.
    Das Einzige was an der Kritik treffend ist bezieht sich auf die klare, offene und vor Allem frühe Entlarvung der Story. Man kann also sicherlich keine ewige „Twist- Kette“ mehr erwarten bei der man sich nach dem Film sagt: „Genial wie jetzt alles doch noch Sinn gibt! …irgendwie“.
    Dieses Eingestehen, und den Zuschauer bewusst NICHT rätseln lassen was die oberflächliche Geschichte betrifft, lässt meines Erachtens erst die intensive Auseinandersetzung mit der tieferen Handlung der Geschichte zu. Der Film setzt sehr viel Emotionen frei und fesselt jeden der nicht StarWars oder ähnliches erwartet.
    Im Bericht wird geschrieben „ ohne das noch viel passiert“ ; und wenn ich da lese das die zwar gestellten Fragen zu Moral und Menschsein hier ja doch nicht beantwortet werden, dann muss ich kopfschüttelnd kritisieren, dass ich noch nix gefunden habe was diese Fragen beantwortet, darüber hinaus dennoch immer wieder froh bin wenn jemand diese Frage stellt, und meines Erachtens sehr wenig einer „Antwort“ näher kommt als dieser Film.
    Nichts an diesem Film ist allerdings faszinierend oder eine Entführung in eine andere Welt (abgesehen von etwas Mondlandschaft-welche aber durchaus beeindruckt), genau hier liegt der Punkt warum dem Autor des Artikels der Film nicht gefallen hat – Er hat ihn wahrscheinlich nicht (wirklich) verstanden.
    Ich will jetzt hier nicht zuviel herumdeuten, dass soll jeder für sich selbst tun, aber das Beste Bild in diesem Film ist der Blick auf die Erde, und wer nur im Entferntesten ein Ahnung davon hat was eine Analogie ist wird diesen Film lieben und als gutgemeinte Fabel verstehen.

    Der Film ist echte Kunst und ein Meisterwerk, hoffentlich werden in 150 Jahren alle Schulkinder dazu gezwungen sich den anzuschauen. 9 Punkte… mindestens

    • Ich will gar nicht behaupten, dass ich den Film verstanden habe. Er hat mir nicht genug Anreiz gegeben, ihn verstehen zu wollen.
      Nachvollziehbar, diese andere Meinung. Freut mich immer, wenn sich jemand mit meinen Texten auseinandersetzt.

  2. Schade dass der Film nicht so viel Aufmerksamkeit bekam wie z.B. Transformers oder Twilight. Hab ihn im Original gesehen, Kevin Spacey ist klasse. Ich fand das frühe Eintreten des Plottwist nicht zu früh – im Gegenteil, ich war umso gefesselter; dieser Plottwist gehört zur Geschichte und fördert sie noch, und ist nicht einfach nur die „Auflösung“ von vorangegangenem, oder der Höhepunkt am Ende anderer Filme (siehe Die üblichen Verdächtigen). Kann ihn nur empfehlen.

      • Deine Meinung ist völlig okay. Manchmal liegt es auch an meiner Tagesform wie ein Film bei mir ankommt. Und manchmal schalte ich einen Film auch aus wenn z.B. die Auflösung zu sehr in die Länge gezogen wird, obwohl den andere toll finden. Wenn ich nur an Monsters denke (für mich eine Qual) oder Black Swan, beide hochgelobt bis dorthinaus… Da stand/stehe ich mit meiner Meinung auch ziemlich alleine da 🙂
        Mach ja weiter so, Deine Kritiken sind völlig i.O., und erfrischender als auf so manch anderer Seite.

        • PS schau Dir mal The Man from Earth an. Keine Effekte, eine handvoll Leute in einem Raum aber eine starke Geschichte. Mir hat der sehr gefallen. Bin gespannt auf Deine Meinung.

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