Moonrise Kingdom

Filmposter Moonrise Kingdom

7/10

Originaltitel: Moonrise Kingdom
USA | 2012 | 98 Min. | FSK: ab 12
Komödie, Drama, Liebesfilm
Regie: Wes Anderson
Drehbuch: Wes Anderson, Roman Coppola
Besetzung: Bruce Willis, Edward Norton, Bill Murray, Frances McDormand, Tilda Swinton, Jason Schwartzman u.a.
Kinostart: 24.05.12
DVD/Blu-Ray VÖ: 27.09.12

Links zum Film:
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Bilder © TOBIS Film

Worum geht’s?

Die Insellandschaft Neuenglands, 1965: Der unbeliebte Pfadfinder Sam entwischt heimlich seiner Truppe und verschwindet spurlos. Oberpfadfinder Randy Ward ist ratlos und bittet dem örtlichen Sheriff um Hilfe. Dieser hat gleich von zwei Seiten Druck, als auch noch die Tochter eines neurotischen Anwaltsehepaares türmt. Die beiden Kinder begeben sich gemeinsam auf eine abenteuerliche Reise.

Wie ist der Film?

Schrullig, ulkig, skurril, kurios – Wes Anderson eben, das ist „Moonrise Kingdom“. Im Eröffnungsfilm der Filmfestspiele von Cannes 2012 lässt der Regisseur von „Die Royal Tenenbaums“ seine besondere Handschrift wieder deutlich erkennen. Stand „Darjeeling Limited“ im Schatten der Midlife-Crisis und war „Der fantastische Mr. Fox“ eine Kinderbuchverfilmung, ist der Nachfolger „Moonrise Kingdom“ nun ein Kinderfilm für Erwachsene und umgekehrt. Die sehr liebevoll ausgestattete Aufbereitung der 60er Jahre beinhaltet auch eine gute Prise Fantasie und Märchen, wodurch ein interessanter, sehr eigener Look entsteht, unterstützt durch die Musik, die viele Stile gekonnt verrührt.

Szenenbild Moonrise KingdomWas „Moonrise Kingdom“ ebenso ausmacht, wie Ausstattung und Klang, ist die sensationelle Besetzung. Edward Norton („Fight Club“) und Bruce Willis („Unbreakable – Unzerbrechlich“) sind erfrischend untypisch besetzt, Bill Murray („Broken Flowers“) muss mal wieder kaum mit der Wimper zucken, um einen zum Schreien komischen Charme zu versprühen, und außerdem tummeln sich noch bis in die kleinen Nebenrollen hinein bestens aufgelegte Stars. Die beiden Kino-Neulinge, die das junge Pärchen im Mittelpunkt der Handlung spielen, sind indes hervorragend gecastet und zeugen von hohem Wiedererkennungswert.

„Moonrise Kingdom“ glänzt mit viel trockenem, unschuldigem Humor – so schräg, dass man einfach lachen muss, lässt dabei aber auch immer mal wieder weisen Tiefgang durchscheinen. Erwachsene verhalten sich des Öfteren wie Kinder und vor allem verhalten sich Kinder wie Erwachsene. Süß ist das. Doch dann kommt der Punkt, an dem man sich mit dem Regisseur auseinandersetzen muss. Bereits der akribische Kamerastil voller symmetrischer, frontaler Aufnahmen, der an Stanley Kubrick erinnert (hier inklusive „Shining“-Referenz mit Wasser statt Blut, ob gewollt oder aus Versehen), nur dass in Andersons Bildsprache stets Ironie mitschwingt, wirft die Frage auf: Wie meint er das Ganze eigentlich?

Entweder nimmt Anderson seine kleinen Protagonisten, die wie Große handeln, erfreulich ernst, oder aber als Mittel zum Zweck der Niedlichkeit. Wer weiß das schon so genau? Die dubiose, kaum durschaubare Art ist der Reiz und gleichzeitig auch der Bremsklotz an „Moonrise Kingdom“. Ein Film über sprechende Tiere („Der fantastische Mr. Fox“) muss sich kaum rechtfertigen; in einem Schauplatz wie Indien („Darjeeling Limited“) kann man aus unserer Sicht fast alles für möglich halten, doch bei „Moonrise Kingdom“ fehlt irgendwie ein Anker, der hilft, das Gesehene einzuordnen. Nichtsdestotrotz weiß die angenehm andere Liebesgeschichte zu gefallen, und eines der fulminantesten Ensembles des Kinojahres sorgt fast wie von selbst für viel Vergnügen.

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2 Kommentare

  1. Ich liebe diesen Film. Ja , er ist beim ersten Sehen wirklich nicht ganz durchschaubar, aber beim zweiten mal merkt man, dass der Film viel tiefgründiger ist als man dachte, eigentlich ist das bei allen Wes Anderson Filmen so, umhüllt mit Andersons ironischem Charme und typischem Kamerastil, welchen ich übrigens fantastisch find! Ist natürlich auch Geschmackssache.

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