Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis

Filmposter Nightcrawler

7/10

Originaltitel: Nightcrawler
USA | 2014 | 119 Min. | FSK: ab 16
Thriller, Drama, Krimi
Regie: Dan Gilroy
Drehbuch: Dan Gilroy
Besetzung: Jake Gyllenhaal, Rene Russo, Riz Ahmed u.a.
Kinostart: 13.11.14
DVD/Blu-Ray VÖ: 26.03.15

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © 2014 Concorde Filmverleih GmbH

Worum geht’s?

Der gerissene Kleinkriminelle Louis Bloom irrt durch Los Angeles und sucht nach Arbeit – vergebens. Eines Nachts beobachtet er, wie ein Kamerateam einen schlimmen Autounfall dokumentiert und findet damit seine Berufung. Er besorgt sich eine Kamera, später auch einen Assistenten und verkauft brutale Bilder von Unfällen oder Verbrechen an einen Nachrichtensender. Reporterin Nina ist froh über das exklusive Material und beobachtet, wie Lou bei seiner perfiden Jagd immer weiter geht.

Wie ist der Film?

In unserer heutigen Arbeitswelt, wo man oftmals den Fuß in die Tür stellen muss, um überhaupt eine Chance auf Mindestlöhne zu bekommen, beleuchtet „Nightcrawler“ tiefe Abgründe. Drehbuchautor Dan Gilroy („Das Bourne Vermächtnis“) liefert ein vielschichtiges Regiedebut über die Schattenseiten der Medienwelt sowie deren Publikum.

Szenenbild NightcrawlerDie unnatürliche Farbpalette von Los Angeles bei Nacht birgt eine gewisse Faszination, passend zur verzerrten Moral der Hauptfigur. Darüber hinaus bleibt „Nightcrawler“ handwerklich recht unauffällig. James Newton Howards Musik verlässt sich auf Konventionen. Es ist die aussagekräftige, neutral erzählte Handlung, die den Film zum lebhaften Gesprächsstoff macht. Mit Grundsätzen wie ‚Du kannst alles erreichen, wenn du nur willst‘ oder ‚Du musst dich nur verkaufen können‘ illustriert „Nightcrawler“ erstrebenswerte Wege zum Amerikanischen Traum, fragt aber gleichzeitig auch nach deren Grenzen und Fehlleitungen.

„Nightcrawler“ lebt von einem ungewöhnlichen, spannenden Protagonisten, brillant gespielt von Jake Gyllenhaal („Prisoners“, „Enemy“), der zurzeit die besten Rollen seines Lebens zu ergattern scheint. Genauso spannend ist die Frage, ob das Böse im Protagonisten selbst liegt, oder in dessen Umwelt, die ihn füttert. Dan Gilroys Ehefrau Rene Russo („Thor – The Dark Kingdom“) ergänzt Gyllenhaal hervorragend als Profijournalistin, die langsam ihr Verfallsdatum erreicht und Riz Ahmed („Four Lions“) gefällt als Assistent mit Herz, dessen Gewissen unter dem Druck der Gesellschaft leidet. Bill Paxton begnügt sich wie schon in „Edge of Tomorrow“ mit flotten Gastauftritten.

„Nightcrawler – Jede Nacht hat ihren Preis“ ist eine unbequeme Studie von Angebot und Nachfrage, die mit dem Finger auf niemanden, doch gleichzeitig auf alle zeigt und bei facettenreicher Gesellschaftskritik nicht die Unterhaltung vergisst. Ein relativ spannender, messerscharf geschriebener, stark gespielter Thriller.

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1 Kommentar

  1. Klasse Film. Der grandios mit dem „amerikanischen Traum“ abrechnet. Eine schreckliche Erfolgsgeschichte. Mit Gone Girl schon der zweite Medien kritische Thriller dieser Jahr. Top.

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