Nowhere Boy

Filmposter Nowhere Boy

7/10

Originaltitel: Nowhere Boy
GB, CA | 2009 | ca. 98 Min. | FSK: ab 12
Biopic, Drama, Coming-of-Age, Musikfilm
Regie: Sam Taylor-Wood
Drehbuch: Matt Greenhalgh
Besetzung: Aaron Johnson, Thomas Brodie Sangster, Anne-Marie Duff, Kristin Scott Thomas u.a.
Kinostart: 08.12.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 20.05.11

Links zum Film:
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Worum geht’s?

Der rebellische Teenager John Lennon wächst bei seiner fürsorglichen aber strengen Tante Mimi auf. Irgendwann findet er heraus, wo seine leibliche Mutter wohnt, welche aus zunächst unerfindlichen Gründen nicht für ihn da sein konnte. Johns Mutter führt ihn an die Musik heran und bewegt ihn dazu, eine Band zu gründen. Doch schließlich, an der Schwelle zum Erwachsenwerden, ist John zwischen den beiden Frauen hin- und hergerissen.

Wie ist der Film?

„Nowhere Boy“ (eine Ableitung des Beatles-Songs „Nowhere Man“) ist ein hübsches kleines Musiker-Biopic, das vor allem von seinen Hintergrundinformationen lebt, welche oft interessanter sind als der eigentliche Filminhalt. Gedreht wurde an Originalschauplätzen, die Geschichte von Lennon-Witwe Joko Ono persönlich abgesegnet. Regisseurin Sam Taylor-Wood ist eigentlich Fotografin und liefert mit „Nowhere Boy“ ihr Filmdebüt. Doch der allergrößte Knüller hat wirklich nichts mehr mit dem Film an sich zu tun: Taylor-Wood, die nebenbei bemerkt zweimal den Krebs besiegte, lernte bei den Dreharbeiten Hauptdarsteller Aaron Johnson kennen und lieben. Sie 42, er 19. Die beiden sind verlobt und haben bereits eine gemeinsame Tochter, die sich nun zu den zwei anderen Töchtern, die die Mutter aus einer früheren Ehe mitbringt, gesellen kann.

So verrückt wie diese Umstände hinter der Kamera ist „Nowhere Boy“ lange nicht. Nach einem beschwingt inszenierten Anfang pendelt sich der Film schnell ein und besticht dann – abgesehen vom unterhaltsamen 50er-Jahre-Look und -Soundtrack – fast nur noch durch die Schauspielleistungen. Kristin Scott Thomas („So viele Jahre ich liebe dich“) funktioniert perfekt als das strenge Familienoberhaupt; die bis dato weitestgehend unbekannte Anne-Marie Duff legt in der Mutter-Rolle auf eine ganz eigene Weise einen bezaubernden Charme an den Tag.

Doch im Mittelpunkt steht die starke Darbietung von Aaron Johnson. Hierzulande kennt man ihn aus „Kick-Ass“, obwohl „Nowhere Boy“ im englischsprachigen Raum schon lange vor der irren Comicverfilmung startete. Beachtet man jedenfalls, welch gegensätzliche Rollen Johnson in diesen beiden Filmen gleichermaßen meistert, wird klar, dass es sich bei ihm um eine ganz heiße Neuentdeckung handelt. Wenn er in „Nowhere Boy“ singt, meint man manchmal tatsächlich, die verjüngte Version der echten John Lennon Stimme zu hören.

Eine Dokumentation über die Anfänge der Beatles darf man nicht erwarten, auch wenn in „Nowhere Boy“ bereits berüchtigte Charaktere namens Paul und George auftauchen. Viel mehr beschäftigt sich der Film mit Johns Identitätsfrage angesichts der zwei Frauen, die beide – jedoch nicht miteinander – für ihn sorgen wollen, und webt den musikalischen Aspekt nebenbei mit ein. Man will gar nicht hoch hinaus und gibt sich damit zufrieden, lediglich den Beginn einer Geschichte zu erzählen. Somit ist „Nowhere Boy” weder eine große Nummer, noch kann man dem Film große Vorwürfe machen.

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1 Kommentar

  1. Der Film mag zwar kein großer Wurf gewesen sein, jedoch ist es für einen Fan der Beatles ein schöner Kinoaufenthalt geweßen. Und für Musik liebhaber ist der Film eine positive Ergänzung in der heimischen DVD-Sammlung.

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