Ocean’s Spießgesellen – wenn Megastars zocken

Es ist inzwischen ein Stück Filmgeschichte – und nicht nur, weil die Reihe die Riege der größten internationalen Hollywood Stars in sich vereint: Ocean’s Eleven/Twelve/Thirteen, die smarten Thriller des Regisseurs Steven Soderbergh, die mit einer saftigen Portion Humor die Planung und die Hintergründe eines Casinoraubs zum Thema haben.

DAS „Heist“-Movie schlechthin

Hierfür gibt es sogar ein eigenes Genre: die sogenannten „Heist-Movies“. „Heist“, der englische Begriff für „Raubüberfall“, stand Pate für ein Genre, das, im Unterscheid zum „gewöhnlichen Thriller“, die Kriminellen zu Protagonisten macht und bei dem die Erzählung deren Perspektive einnimmt. Die Gauner sind sympathisch, und der Zuschauer hofft, dass die kriminelle Tat gelingen möge. Die Attraktivität des Films basiert nicht unerheblich darauf, dass er im Casino-Milieu spielt und damit eine mondäne Kulisse bietet. Moralisch nicht ganz einwandfrei, aber durchaus unterhaltsam.

Filmkulisse Casino – sexy und mondän

Die Hintergründe

Wenig bekannt ist, dass der erste Teil der Erfolgsreihe ein Remake ist. Das Original, der Film „Frankie und seine Spießgesellen“ ist eine Filmkomödie aus dem Jahr 1960, die das legendäre „Rat Pack“ um Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis Jr. zu einer fulminanten Gaunerkomödie zusammenbrachte. Das allein ist schon mal eine große Hypothek. Die Geschichte ist im klassischen Gaunermilieu angesiedelt – aber es sind Gauner mit Stil.

Im Jahr 2001 verfilmte Steven Soderbergh also den Hollywoodklassiker neu. Mit von der Partie sind Darsteller der ersten Garde Hollywoods: George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon und Andy Garcia und als weibliche Hauptrolle die unvergleichliche Julia Roberts mit ihrem strahlenden Lächeln – die Produzenten haben an der Besetzung also keineswegs gespart.

Oceans Eleven – Erster Teil

Danny Ocean, gespielt von George Clooney, wurde kürzlich aus dem Gefängnis entlassen, plant aber schon den nächsten Coup. Ein Leben als Normalbürger kommt für ihn nicht in Frage, er ist exzentrisch, raffiniert und charmant und weiß dies einzusetzen. Diesmal soll alles noch cleverer geplant werden und einen noch höheren Ertrag bringen. Er möchte gleich drei Casinos in Las Vegas überfallen und dabei eine Beute in Höhe von etwa 160 Millionen Dollar einheimsen. Das extrem hohe Risiko ist für ihn eher motivierend als abschreckend. Mit von der Partei sind Rusty, gespielt von Brad Pitt, und ein „Experten-Team“, dass sich u.a. aus Matt Damon, Carl Reiner, Don Cheadle und Casey Affleck zusammensetzt. Zur Finanzierung des kostspieligen Unterfangens wird der undurchsichtige Casino-Besitzer Tishkoff, gespielt von Elliott Gould, ins Spiel gebracht. Aus Hass auf seinen mächtigen Konkurrenten Benedict (Andy Garcia), steigt Tishkoff mit ein. Die Herausforderung für die Ocean’s Eleven besteht nun darin, die Aktion minutiös zu planen, denn das Geld der drei Casinos wird in einem überdimensionalen Safe unterirdisch gehortet. Fehler sind also Tabu. Daraus ergibt sich die Spannung, die durch die temporeiche und gleichzeitig lässige Erzählweise den Film zum stilvollen Blockbuster macht, der nicht nur Fans des Casinos begeistert.

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Ocean’s Twelve – der Spaß geht weiter

Mit der gleichen Riege, ergänzt um einige andere Superstars wie die rassige Catherine Zeta-Jones und den französischen Charakterdarsteller und Bad Boy Vincent Cassel, geht es beschwingt weiter mit unseren Unverbesserlichen. Der von Andy Garcia gespielte Terry Benedict möchte sich nun sein Vermögen, das ihm durch die „Ocean‘s Eleven“ vor drei Jahren abgenommen wurde, wiederholen – mit Zinsen. Unseren „Helden“ gibt er zwei Wochen Zeit, um das Geld zu beschaffen. Danny Ocean trommelt seine Garde zusammen. Die schlechte Nachricht: Im Großen Ganzen ist das Geld weg. Verpulvert, unklug investiert und alles andere als nachhaltig und sinnvoll angelegt. Danny ist gezwungen, einen neuen, noch raffinierteren Plan zu entwickeln. Mit von der Partie ist wieder sein wichtigster Partner Rusty Ryan (Brad Pitt). Mit Linus Caldwell (Matt Damon), Basher Tarr (Don Cheadle), Frank Catton (Bernie Mac) und den anderen plant er also einen neuen Coup. Hier kommt die schöne Catherine Zeta-Jones als clevere Europol-Agentin Isabel Lahiri ins Spiel. Außerdem mit von der Partie: Meisterdieb Nightfox, von Vincent Cassel gespielt, der der Gang den Erfolg nicht gönnt.

Fazit: Immer noch ein amüsanter Film, der allerdings in puncto Originalität und smarter Raffinesse an seine Vorgänger nicht herankommt.

Ocean’s Thirteen – Neuer Stoff für die Gangster

Der großartige Al Pacino betritt diesmal das Parkett. Als mächtiger Casino-Unternehmer Willie Bank zockt er Reuben Tishkoff (Elliott Gould) bei einem Geschäft ab und macht sich auch noch über ihn lustig. Dies veranlasst Danny Ocean (George Clooney) seine Leute (Brad Pitt, Matt Damon, Don Cheadle, Bernie Mac, Casey Affleck, Scott Caan, Eddie Jemison, Shaobo Qin, Carl Reiner) zusammenzutrommeln, um auf einen Rache-Feldzug zu gehen. Diesmal steht das monströse Casino „The Bank“ im Focus. Aus organisatorischen Gründen – aus der Not geboren – muss Erzfeind Terry Benedict (Andy Garcia) miteinbezogen werden – und dieser verlangt einen extrahohen Preis.

Ein Muss für Fans der Reihe, wobei auch diesmal wieder nicht ganz an den Esprit von Teil 1 angeknüpft werden kann. Doch Al Pacino sollte man sich nicht entgehen lassen. Auch wenn dies nicht die Glanzrolle schlechthin für ihn ist – er ergänzt die Truppe mit seiner zwielichtigen Coolness ganz hervorragend.

Ausblick: Ocean’s Eight – jetzt sind die Frauen dran

Noch weiß man nicht allzu viel über das „weibliche“ Reboot der legendären „Ocean’s“-Reihe. Nur so viel scheint sicher zu sein: 2018 sind die Frauen clever und kriminell. Gary Ross soll diesmal Regie führen – es wird also kein „Soderbergh“. Die großartige Sandra Bullock ist es diesmal, als Schwester von Danny Ocean, die sich ein Team meisterhafter Diebinnen zusammenstellt und den Coup ihres Lebens plant. Ganz nebenbei sollen dadurch auch ihre Rachegelüste befriedigt werden. Wir dürfen gespannt sein. Die Riege der Stars ist facettenreich: Neben Bullock sind da noch Cate Blanchett, Rihanna, Anne Hathaway, Sarah Paulson, Mindy Kaling und die exzentrische Helena Bonham Carter mit an Bord – die Erwartungen sind also mit Recht hoch.

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