Only Lovers Left Alive

Filmposter Only Lovers Left Alive

5.5/10

Originaltitel: Only Lovers Left Alive
USA, GB, DE | 2013 | 122 Min. | FSK: ab 12
Drama, Liebesfilm
Regie: Jim Jarmusch
Drehbuch: Jim Jarmusch
Besetzung: Tom Hiddleston, Tilda Swinton, Mia Wasikowska,
John Hurt, Jeffrey Wrightu.a.
Kinostart: 25.12.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 27.06.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Pandora Film Verleih, 2013

Worum geht’s?

Der todessehnsüchtige Erfinder und Rockmusiker Adam lebt zurückgezogen in Detroit. Seine Frau Eve hat sich im marokkanischen Tanger niedergelassen. Beide sind jahrhundertealte Vampire, die den Wandel der Zeit betrauern und ihr Haus nur zum Kauf von Blutpräparaten verlassen. Als Eve spürt, dass Adam sie braucht, reist sie zu ihm. Die sich selbst genügende Harmonie des Ehepaares wird nur von Eves ungestümer kleiner Schwester Ava gestört.

Wie ist der Film?

Lakonisch, cool und etwas schwermütig – diese Markenzeichen treibt Independentfilm-Virtuose Jim Jarmusch in „Only Lovers Left Alive“ auf die Spitze und dreht sich dabei so im Kreis wie die hypnotischen ersten Einstellungen der beiden Hauptfiguren. Es handelt sich um Vampire, doch natürlich springt Jarmusch nicht auf den gegenwärtigen Blutsauger-Trend auf, sondern verwendet den Vampir als Sinnbild für die Betroffenheit gegenüber unserer selbstzerstörerischen Gesellschaft. Dabei gelingt es beachtlich gut, den ermüdenden Fluch einer Isolation und Unsterblichkeit nachfühlbar zu machen, weshalb „Only Lovers Left Alive“ als Vampirfilm an sich funktioniert, als reflektierende, poetische Metapher aber nur vor sich hinplätschert.

Szenenbild Only Lovers Left AliveUnaufhörlich schwelgen die präzise durchkomponierten Bilder in düsterer Romantik, lassen sich treiben in einem Meer aus verträumtem Soundtrack und wissen nichts Konkretes zu erzählen. So eine gewisse Lethargie zelebrierte Jarmusch auch in Werken wie „Night on Earth“ oder „Broken Flowers“, allerdings mit abwechslungsreichen Stationen einer Reise. Diesmal stecken wir fest im selbstmitleidigen Sog der immer gleichen Situation, trotz zweier kontrastreicher Schauplätze in Amerika und Marokko.

Zum Glück sind die Hauptrollen mit Tilda Swinton („We Need to Talk About Kevin“) und Tom Hiddleston („Thor“) stark besetzt und zeugen von einer faszinierenden Chemie untereinander. Auch John Hurt („Snowpiercer“) gefällt wie immer durch seinen Charme. Mia Wasikowska („Stoker“) bleibt leider nur ein auflockerndes Gimmick für zwischendurch, ohne das wohl sogar Jarmusch selbst den Film zu öde gefunden hätte.

Auf einer an sich sehr hübschen Grundidee über eine bedingungslose Liebe, die in der Unendlichkeit ihre Kraft verliert, ruht sich „Only Lovers Left Alive“ dreiste zwei Stunden lang aus. Der inhaltsleere Plot ist mit reichlich kulturellen Referenzen gespickt, die jedoch zu nichts führen. Letztendlich bleibt nur Regie-Masturbation eines musikbegeisterten Melencholikers mit einem erlösenden Schuss trockenen Humors. Der Grat zwischen stimmungsvoller Arthaus-Nachdenklichkeit und purer Langeweile ist hier wirklich hochgefährlich schmal. Nur für Jarmusch-Fans zu empfehlen, und nicht einmal alle davon.

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Broken Flowers

3 Kommentare

  1. Vielleicht ist der Film, der im Kino ein berauschendes Erlebnis war, ja ein Metapher auf dekadente, reiche Kulturmenschen, die sich über den Zustand der Menschen und der Welt beklagen, die Mittel zur Veränderung in der Hand haben, sie aber nicht nutzen, sondern lieber zusehen wie alles zu Grunde geht.
    Es dreht sich alles um die Inhaltsleere.

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