Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat

Filmposter Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat

8/10

Originaltitel: Valkyrie
USA | 2008 | ca. 121 Min. | FSK: ab 12
Thriller, Drama
Regie: Bryan Singer
Drehbuch: Christopher McQuarrie, Nathan Alexander
Besetzung: Tom Cruise, Kenneth Branagh, Bill Nighy, Tom Wilkinson, Thomas Kretschmann u.a.
Kinostart: 22.01.09
DVD/Blu-Ray VÖ: 20.07.09

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

Der deutsche Offizier Claus Schenk Graf von Staufenberg scharrt 1944 einige Männer für eine Verschwörung um sich, die das Ziel hat, Adolf Hitler zu töten und damit die Regierung zu stürzen. Nach einer wahren Begebenheit.

Wie ist der Film?

Ein Film über das berühmteste Hitler-Attentat …aus Amerika? Mit Tom Cruise? „Nicht noch ein Nazi-Film!“ kommt einem da früh in den Sinn, vielleicht auch als Vorschlag für einen alternativen Filmtitel. Aber „Operation Walküre“ zeigt sich über nahezu alle Vorurteile erhaben und ist ein packender Kinofilm wie er im Buche steht.

Das Hauptthema ist ein äußerst interessanter Punkt der deutschen (Kriegs-) Geschichte. Eigentlich verwunderlich, dass es nicht schon viel früher als richtig groß angelegtes Projekt in die Kinos kam und stattdessen die Judenverfolgung bis zum Abwinken ausgeschlachtet wurde. Nach authentischen Glanzleistungen wie „Der Untergang“ aus deutschen Landen ist es natürlich verständlich, wenn man der Tatsache, dass der Amerikaner Bryan Singer („X-Men“, „Superman Returns“) das Projekt übernahm, skeptisch begegnet. Der riesige Vorteil dabei ist aber, dass der Stoff eine so packende und bewegende Dramatisierung erfuhr, wie es nur die Traumfabrik aus Übersee schaffen kann. „Operation Walküre“ bietet wirklich spannende Momente und veranschaulicht die Tragödie der Geschichte auf eine Weise, die den Zuschauer nicht unberührt lässt.

Zudem hat man trotz der 120 Minuten Laufzeit nicht das Gefühl, dass der Film zu weit ausholt. (Viele andere im Dritten Reich angesiedelte Filme gehen ohnehin weit über zwei Stunden.) Da auch Experten bestätigen, dass der Film gut recherchiert ist und die Macher großen Wert auf historische Korrektheit legten, kann man sich auf ein straffes, unterhaltsames und obendrein informatives, nützliches Kinoerlebnis freuen. Sonnenschein Tom Cruise ist da, entgegen aller Vorurteile, auch kein Hindernis, sofern man dem Scientologen nicht schon von vornerein völlig ablehnend gegenübersteht. Der Hollywood-Star unter den zahlreichen britischen Darstellern drängt sich einem nicht auf und bringt dem Zuschauer den deutschen Helden angemessen näher. Erfreulich sind natürlich auch die Auftritte einiger deutscher Kollegen, allen voran Hollywood-Import Thomas Kretschmann.

Mit „Operation Walküre“ wurde ein faszinierendes Kapitel des NS-Regimes in seiner ganzen Faszination auf Film gebannt. Der Film lohnt sich wirklich und ist eine stattliche Leistung, da er einen, neben dem rein informativen Aspekt, wirklich in seinen Bann zieht. Und das, obwohl wir doch alle längst wissen, dass das große Vorhaben scheiterte.

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