Panzerkreuzer Potemkin

DVD-Cover Panzerkreuzer Potemkin

8/10

Originaltitel: Броненосец Потёмкин
UdSSR | 1925 | ca. 70 Min. | FSK: ab 12
Stummfilm, Drama
Regie: Sergei Eisenstein
Drehbuch: Nina Agadschanowa
Besetzung: Alexander Antonow, Wladimir Barski, Grigori Alexandrow u.a.
Kinostart: 12.08.1930
DVD/Blu-Ray VÖ: 06.07.04

Links zum Film:
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Bilder © Icestorm

Worum geht’s?

Die Matrosen des russischen Kriegsschiffs Potemkin äußern ihren Unmut über die schlechte Behandlung durch die zaristischen Vorgesetzten. Sie wollen kein verdorbenes Fleisch mehr essen müssen. Als der Kapitän die Meute ruhig stellen will, kommt es zu einem Aufstand, der ein Todesopfer fordert. Als der Tote am Hafen aufgebahrt wird, verbreitet sich die begonnene Revolution auch an Land.

Wie ist der Film?

Szenenbild Panzerkreuzer PotemkinIn der ersten Hälfte der 20er Jahre gab es neben dem deutschen Expressionismus („Das Cabinet des Dr. Caligari“, „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“, …) und Charlie Chaplins Komödien („Goldrausch“, …) noch eine dritte Instanz, die die (Stumm-) Filmwelt entscheidend prägte.

Der russische Filmemacher Sergei Eisenstein etablierte sich spätestens mit diesem, seinem berühmtesten Werk als filmhistorisch hochbedeutender Visionär. „Panzerkreuzer Potemkin“ ist reinste kommunistische Propaganda, dafür aber ein Meilenstein der Filmästhetik. Eisensteins Schnitttechnik und Bildkomposition gehen weit über narrative Zwecke hinaus: Emotionen sollen geweckt, Partei ergriffen werden, mehr eigentlich nicht. Mittels zahlreicher Metaphern lenkt die Assoziationsmontage das Publikum in die gewünschte Richtung. Das ist allerdings nicht nur verwerfliche Manipulation, das ist unheimlich inspirierte Bildgewalt. „Panzerkreuzer Potemkin“ strotz nur so vor visueller Kraft, bis heute.

Eisenstein zeigt sich geradezu besessen von wechselnden Kameraperspektiven, was in so manchen ‚Übergangsmomenten‘ übertrieben wirkt, in den entscheidenden Szenen aber eine – insbesondere für damalige Verhältnisse – beeindruckende Dynamik entfaltet. Im Grunde ist die nahezu ohne einzelne Protagonisten auskommende, von den tatsächlichen Ereignissen des russischen Revolutionsjahrs 1905 inspirierte Handlung kaum mehr als banaler Kitsch. Doch darin steckt nun mal eine mit Leidenschaft verfochtene politische Haltung. Als Erzählkino ist „Panzerkreuzer Potemkin“ eher unbefriedigend. Aber Eisenstein hatte ja auch ganz andere Ziele. Und diese hat er mit Bravur erreicht.

„Panzerkreuzer Potemkin“ ist ob seiner Verdienste an die Filmwelt Pflichtprogramm für Stummfilmaffine, nicht zuletzt auch weil man die in die Geschichte eingegangene Massaker-Szene auf der Treppe zum Hafen von Odessa einfach mal gesehen haben sollte.

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