Piranha 3D

Filmposter Piranha 3D

6.5/10

Originaltitel: Piranha 3D
USA | 2010 | 89 Min. | FSK: ab 18
Horror, Thriller, Komödie, Remake
Regie: Alexandre Aja
Drehbuch: Pete Goldfinger, Josh Stolberg
Besetzung: Steven R. McQueen, Elisabeth Shue, Jerry O’Connell, Adam Scott, Ving Rhames, Christopher Lloyd u.a.
Kinostart: 14.10.10
DVD/Blu-Ray VÖ: 17.03.11

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter | film zeit

Worum geht’s?

Es ist Spring Break! Hunderte Studierende reisen zum Lake Victoria um zu baden und hemmungslos zu feiern. Auch der ortsansässige Jake lässt sich das nicht entgehen, obwohl er eigentlich auf seine kleinen Geschwister aufpassen sollte. Ausgerechnet zu dieser Zeit lässt ein plötzliches Erdbeben den Grund des Sees aufreißen und fördert einen riesigen Schwarm prähistorischer Piranhas zutage, die blitzschnell alles zerfleischen, was ihnen in die Quere kommt.

Wie ist der Film?

Regisseur Alexandre Aja leistete mit „High Tension“ (2003) und „The Hills Have Eyes“ (2006) zwei umstrittene aber letztlich bedeutende Beiträge zum modernen Horrorgenre. Seit dem will es ihm einfach nicht so recht gelingen, an diese Erfolge anzuknüpfen. In „Piranha 3D“ versucht er es mal mit humoristischen Tönen, innerhalb seines gewohnten Fachs natürlich. Leider bleibt der erneute große Wurf auch hier aus. Der Fehler dürfte wohl darin liegen, dass der Film in mehrere Richtungen schwimmt, statt eine davon konsequent zu verfolgen – und sei es nur die kompromisslose Spaß-Schiene.

„Piranha 3D“ ergötzt sich an den drei großen Bs: Brüste, Bier und Blut – es könnte also ein herrlicher Partyfilm in Richtung „Braindead“ oder „Tanz der Teufel II“ sein, wäre da nicht die fragwürdige Dramaturgie, mit ein paar bierernsten Passagen, die nicht mit dem augenzwinkernden Grundton harmonieren, sowie der Wechsel zwischen ruhigen und spannenden Szenen abseits eines stringenten Spannungsbogens. Die wirklich tollen Aspekte muss man sich also herauspicken.

Womit der Film am meisten punktet, ist nicht das zwar spannende aber arg typische Finale und auch nicht der coole doch vorhersehbare Schlussgag, sondern das im Mittelpunkt stehende Spring-Break-Piranha-Massaker, das nicht nur ironisch überspitzt sondern auch so bitterböse ist, dass man vergleichbare Metzel-Szenen tatsächlich erst ganz selten im Horrorkino erleben durfte. Ähnlich spaßig sind die zahlreichen Cameos bzw. Nebenrollen, die nicht von ungefähr kommen, sondern auf witzige Weise Sinn ergeben, z.B. Richard Dreyfuss („Der weiße Hai“!) als nichtsahnender Angler. So darf auch Pornostar Riley Steele in ihrer ersten sexfreien Rolle für plakative Erotik sorgen. Schade ist nur, dass man ihr geradezu demonstrativ fast keinen Text gegeben hat, obwohl sie in vielen Szenen zu sehen ist.

Was die 3D-Effekte betrifft, mit denen der Film ja bereits im Titel wirbt, geht man keineswegs so subtil vor wie es bei „Toy Story 3“ und anderen aktuellen Animationsfilmen der Fall ist, sondern betreibt ungenierte Effekthascherei mit dauernd in Richtung Kamera grabschenden Armen und allem Drum und Dran, ganz in Tradition der ersten 3D-Schocker aus den 50er-Jahren. Im Hinblick auf das Gesamtkonzept ist das in diesem Fall auch völlig legitim und entfaltet den ohnehin gewollten Trash-Charme. Ähnliches gilt für die vollanimierten Killerfische: Ob die Effekte gelungen sind, ist diskutabel, aber zum Film passen tun sie.

„Piranha 3D“ gefällt durch fetzigen Soundtrack, frech-exzessives Tittenwackeln, ein paar gelungene Schock-Effekte, ein Sammelsurium kurioser Gastauftritte und bizarre Splatter- und Gore-Einlagen. Mit der Handlung der Originalfilme „Piranhas“ (1978) und „Piranha II – Fliegende Killer“ (1981) hat dieses vermeintliche Remake übrigens nichts zu tun. Es ist unterm Strich nicht ganz so spaßig, wie es der Trash-Fan sich beim Sichten der Vorschau verspricht. Doch dank einiger krasser Einfälle wird genügend Unterhaltung geboten.

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2 Kommentare

  1. LOL. Cooler Film. Traut sich an einigen Stellen echt was (will nicht spoilern). DVD an, Gehirn aus und amüsiert Euch 🙂

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