Prisoners

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7.5/10

Originaltitel: Prisoners
USA | 2013 | 154 Min. | FSK: ab 16
Krimi, Thriller, Drama
Regie: Denis Villneuve
Drehbuch: Aaron Guzikowski
Besetzung: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Viola Davis, Maria Bello, Terrence Howard, Melissa Leo, Paul Dano u.a.
Kinostart: 10.10.13
DVD/Blu-Ray VÖ: 13.02.14

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © Tobis Film

Worum geht’s?

Keller Dover besucht zu Thanksgiving mit Ehefrau Grace, Sohn Ralph und Tochter Anna ein befreundetes Ehepaar, das ebenfalls zwei Kinder hat. Nachdem die beiden kleinen Mädchen draußen gespielt haben sind sie plötzlich spurlos verschwunden. Detective Loki übernimmt die Ermittlungen, bekommt aus dem geistig zurückgebliebenen Hauptverdächtigen aber nichts heraus. Außer sich vor Verzweiflung versucht Keller, die Überführung des Täters selbst in die Hand zu nehmen.

Wie ist der Film?

Tristesse und Nüchternheit machen sich im grau-spätherbstlichen Setting breit. Und darin findet Regisseur Denis Villeneuve in seinem ersten US-Projekt, nach dem packenden Oscar-Kandidaten „Die Frau die singt – Incendies“, eine recht eigene Art von Spannung. Die kühle, langsame aber doch nie langweilige Erzählweise ist der Reiz an „Prisoners“, unterstützt von präziser Kameraführung und der schleichenden, melancholischen Musik. Villeneuve wählte für sein Drehbuch eine Thematik, die in unserer Gesellschaft den wohl schlimmsten Albtraum darstellt. Und doch sind es erst die gelungen gezeichneten Charaktere, die den nötigen Zugang zur Geschichte ermöglichen.

„Prisoners“ verfügt über eine Spitzenklassenbesetzung. Allen voran überzeugt Jake Gyllenhaal („Love and Other Drugs – Nebenwirkung inklusive“) als Ermittler Loki, der die Publikumssympathie gewinnt, aber doch immer ein Stück weit fadenscheinig bleibt. Kleine Details, die nur indirekt mit der eigentlichen Handlung zu tun haben, geben der Figur interessante Ecken und Kanten. Hugh Jackman („Les Misérables“) spielt die andere Hauptrolle gewohnt passioniert, während seine Leinwandpartnerin Maria Bello („Kindsköpfe“) als gebrochene Ehefrau den passiven Part übernimmt.

Geschickt: Terrence Howard („Iron Man“) spiegelt am häufigsten die Ratlosigkeit wider, die man selbst zunächst in den entsprechenden Situationen empfinden würde. Und kaum eine ist so schön traurig und konsterniert wie Viola Davis („Glaubensfrage“). Fast nicht wiederzuerkennen spielt Melissa Leo („The Fighter“) mit links eine wesentlich ältere Frau als sie selbst. Und Paul Dano („Looper“) ist als unheimlicher Sonderling mal wieder perfekt besetzt. Ob sympathisch oder unsympathisch, alle Charaktere sind authentisch. Weil man sich in jede Figur auf die eine oder andere Weise gut hineinversetzen kann, hat „Prisoners“ schon gewonnen. Es ist diese grundsätzliche Natürlichkeit, mit der sich die Geschichte in den Kopf eingräbt.

„Prisoners“ studiert moralische Konflikte und menschliches Verhalten in Extremsituationen, statt sich auf Selbstjustiz-Action zu beschränken, bedient dabei aber genauso die klassische Thriller-Spannung bei der Suche nach dem Täter. Es fühlt sich ein bisschen wie eine Mischung aus David Finchers „Zodiac – Die Spur des Killers“ und Pascal Laugiers „The Tall Man“ an – aber ohne die enttäuschenden Aspekte der jeweiligen Filme. Zwar kulminiert der Plot nicht gerade in einem waghalsigen Twist, belohnt das Fiebern aber dennoch mit einer stimmigen Auflösung. Es bleibt ein elegant-schlichter und hervorragend besetzter Thriller, der bei aller Gemächlichkeit auch mal unerwartete Haken schlägt und sich durch die eigenartige Atmosphäre von der Masse abhebt.

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The Tall Man

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