Prometheus – Dunkle Zeichen

Filmposter Prometheus – Dunkle Zeichen

5.5/10

Originaltitel: Prometheus
USA | 2012 | 124 Min. | FSK: ab 16
Science-Fiction, Thriller, Horror
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Jon Spaihts, Damon Lindelof
Besetzung: Noomi Rapace, Michael Fassbender, Charlize Theron, Logan Marshall-Green, Idris Elba u.a.
Kinostart: 09.08.12
DVD/Blu-Ray VÖ: 07.12.12

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | film zeit
Bilder © 20th Century Fox

Worum geht’s?

2093. Die geheime Mission des Forschungsraumschiffs Prometheus führt zu einem fremden Planeten, auf den die Crew-Mitglieder Elizabeth Shaw und Charlie Holloway durch eine Reihe alter Wandmalereien mit identischer Sternkarte aufmerksam wurden. Die beiden interpretieren die Funde als Einladung außerirdischer Vorfahren der Menschen. Auf der Suche nach ihrem Ursprung bringen sie die Menschheit in Lebensgefahr.

Wie ist der Film?

Wenn die postapokalyptische Stimmung in filmischen Zukunftsvisionen ausgelutscht ist, sollte man sich darin eben mal dem anderen Ende der Fahnenstange, dem Ursprung, widmen. Dieser nette Ansatz veranlasste Regisseur Ridley Scott dazu, rund 30 Jahre nach seinen prägenden Science-Fiction-Werken „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ und „Blade Runner“ zum Genre zurückzukehren. Die Ausarbeitung dieses Konzepts entgleist allerdings in Richtungen, die den ganzen Aufwand nicht wirklich wert waren.

Szenenbild Prometheus – Dunkle Zeichen„Prometheus“ ist in einem guten Tempo erzählt, flott, aber nie hektisch, insgesamt kurzweilig. (In Anbetracht des aktuellen Blockbuster-Trends, sich recht selbstverständlich in massiver Überlänge auszubreiten, ist die Laufzeit von 124 Minuten ja regelrecht human.) Das Ensemble, angeführt von der aus Schweden importierten Noomi Rapace (Lisbeth in „Verblendung“, „Verdammnis“ und Vergebung“) überzeugt. Charlize Theron („Young Adult“) und Michael Fassbender („Shame“) sind hier mal sehr naheliegend besetzt. Beide müssen eine kühle Aura ausstrahlen, unter der sich etwas verbirgt, was offensichtlich ihre leichteste Übung ist. Einzig Guy Pierce („L.A. Confidential“) im Opa-Makeup ist mal wieder der Depp. Seit Jahren hängt er weitestgehend in Nebenrollen fest, die genauso gut auch jemand anders hätte spielen können. Das muss ein Ende haben!

Eine flotte, solide gespielte Sci-Fi-Welt baut sich auf. So weit, so gut. Die Erzählstruktur offenbart im weiteren Verlauf eine deutliche Anlehnung an Scotts „Alien“, was den direkten Vergleich endgültig rechtfertigt. An dieser Stelle fällt dann auf, wie „Prometheus“ unbedingt mehr Schauwerte und auch mehr Tiefgang liefern will. Als Resultat überschwemmt der Film einen mit seiner Rätselhaftigkeit, weil er dauernd neue Fragen aufwirft, aber die interessantesten nicht beantwortet, und tappt durch den neuen Stand der Technik prompt in die verlockende Falle: Wo das Raumschiffinnere in „Alien“ noch den Charme eines authentischen Gebrauchsgegenstands hatte, ist die Prometheus steril, wie man es von Genrebeiträgen der letzten Zeit nur zu gut kennt. Immerhin wurde löblich oft auf echte Sets statt CGI zurückgegriffen, und die Sets sind beeindruckend.

Dass die Musik von Marc Streitenfeld („Robin Hood“) eine Mischung aus „Star Trek“ und dem aktuellen Hans Zimmer („The Dark Knight Rises“) ist und sich somit nicht sonderlich harmonisch mit den Bildern vermengt, kann man noch ausblenden. Größtes Manko ist das häufig zu grobmotorische Drehbuch. Von den Verständnislücken mal abgesehen, geht es mit den Charakteren um wie ein Kind mit einem neuen Spielzeug, das nach zwei Wochen in der Ecke liegt. Vieles verheißungsvoll Aufbereitete verpufft kläglich. Vielleicht nur, weil das so konsequent und unerwartet kommt? Nein, das wäre eine zu schwache Ausrede.

Einige sehr schöne Bilder und ein paar gelungene, harte Spannungsmomente versüßen die lange geplante „Alien“-Vorgeschichte, welche während ihrer Entwicklung zunehmend zu etwas recht Eigenem mit knappen Bezügen zum Klassiker reifte. 3D hätte da aber nicht sein müssen – kein Vergleich zum Kollegen James Cameron („Aliens – Die Rückkehr“) und dessen Bemühungen für „Avatar“. Inhaltlich erweist sich „Prometheus“ als eines der heftigen Beispiele für Filme, die zu Ende sind, bevor sie losgehen. Da hat die Fortsetzung so einiges auszubügeln.

Wertungen (ø 5.8) [?]

5.5 – Philipp Stroh
3.0 – Christian Hoja
7.5 – Ines Walk
3.0 – Rajko Burchardt
7.5 – Rochus Wolff
8.0 – Sonse
6.5 – Sophie Charlotte Rieger

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Ein Kommentar zu “Prometheus – Dunkle Zeichen”

  1. Dom@ sagt:

    Super Kritik.

    Habe den Film erwartungsvoll angesehen (teilweise ehrlichgesagt eher auch wg der Sets und CGI) und bin ebenso enttäuscht. Allein durch die Trailer habe ich mehr erwartet und muss mir manchmal überlegen, wo Antworten auf die aufgeworfenen bleiben und mich orientieren, wieso was wo wie gerade abläuft.

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