Psycho IV – The Beginning

Filmposter Psycho IV – The Beginning

3.5/10

Originaltitel: Psycho IV – The Beginning
USA | 1990 | 96 Min. | FSK: ab 16
Thriller, Horror
Regie: Mick Garris
Drehbuch: Joseph Stefano
Besetzung: Anthony Perkins, Henry Thomas, CCH Pounder u.a.
Kinostart:
DVD/Blu-Ray VÖ: 18.05.06

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia

Worum geht’s?

In einer nächtlichen Radio-Talkshow mit dem Thema Matrizid, also Muttermord, meldet sich ein prominenter Anrufer: der inzwischen rehabilitierte und verheiratete Norman Bates, der sich zunächst nur als ‚Ed‘ ausgibt. ‚Ed‘ erzählt nicht nur von den traumatisierenden Ereignissen in seiner Jugend, die ihn schließlich zur Ermordung seiner Mutter und einiger weiterer Menschen trieben, sondern kündigt auch an, dass er in Kürze noch einmal töten wird.

Wie ist der Film?

„Psycho IV – The Beginning“ (kursiert in Deutschland auch als „Psycho IV – Die Begegnung“, was hoffentlich nicht wirklich der selten debile Übersetzungsfehler ist, der es zu sein scheint) schildert den Anfang der Saga um den berühmten Mutter-Mörder und bringt sie gleichzeitig auch zu Ende. An sich eine spritzige Idee, den Norman Bates der Gegenwart als Anrufer einer Radiosendung die Rückblenden in seine Vergangenheit ‚moderieren‘ zu lassen, statt einfach nur ein Prequel ohne den Originalschauspieler abzuspulen. Allerdings ist die gutgemeinte Handlung so durchwuchert von dämlichen, überzogenen Drehbucheinfällen, dass die Chose mit Vollgas über ihr Ziel hinaus schießt.

Zwei sich abwechselnde Zeitebenen, die beide gegen Filmende ihr Finale haben, versprechen eine gute Dynamik, welche allerdings von Autor Joseph Stefano durch seine Zügellosigkeit verspielt wird. Dabei handelt es sich diesmal um denselben Mann, der das Drehbuch zum Original, dem Meilenstein „Psycho“ verfasste. Nur zeigt sich schnell, dass Stefano ohne die führende Hand von Alfred Hitchcock, der die ganzen Fortsetzungen seines Klassikers nicht mehr miterleben durfte/musste, unklugerweise nach dem Prinzip ‚mehr ist mehr‘ vorgeht, was für reichlich unfreiwillige Komik sorgt. Stefano tat sich keinen Gefallen damit, Teil 2 und 3 zu ignorieren. Er und Regisseur Mick Garris (welcher sich danach übrigens gänzlich auf semierfolgreiche Stephen-King-Verfilmungen festlegte) rauben ihrem eigenen Werk konsequent die Glaubwürdigkeit.

Es ist immerhin ganz nett, in „Psycho IV“ mal wieder die – neu eingespielte – kultige Originalmusik von Bernard Herrmann zu hören, vor allem weil „Psycho II“ und „Psycho III“ darauf verzichteten. Passend dazu sind auch einige visuelle Anspielungen an das Original untergebracht, allerdings nur sehr kryptisch. Dagegen bewiesen die Vorgängerfilme mehr Feingefühl – wie auch in allen anderen Belangen. „Psycho IV“ ist kreativ, bemüht und albern. Das entbehrt immer noch nicht einen gewissen Unterhaltungswert, sollte aber wirklich in kein Verhältnis mehr zum Original gesetzt werden. Tragisch, dass Hauptdarsteller Anthony Perkins 1992 an AIDS verstarb. Doch, so makaber es klingt, er starb auch für eine gute Sache: Der trotz des absolut abschließenden Charakters von „Psycho IV“ geplante fünfte Teil wurde nie realisiert.

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