Rio Bravo

Filmposter Rio Bravo

6/10

Originaltitel: Rio Bravo
USA | 1959 | 136 Min. | FSK: ab 12
Western
Regie: Howard Hawks
Drehbuch: Leigh Brackett, Jules Furthman
Besetzung: John Wayne, Dean Martin, Ricky Nelson, Angie Dickinson, Walter Brennan u.a.
Kinostart: 25.08.59
DVD/Blu-Ray VÖ: 30.08.01/24.01.08

Links zum Film:
IMDb | Wikipedia | Filmposter

Worum geht’s?

In der Kleinstadt Rio Bravo gerät Sheriff Chance in Bedrängnis, als er und sein alter Gehilfe Stumpy den Mörder Burdette gefangen halten. Burdetts Bruder kündigt nämlich an, das Gefängnis mit seinen Männern zu stürmen. Unterstützung erhalten Chance und Stumpy vom stadtbekannten Säufer Dude, der sich bessern will, vom blutjungen Revolverhelden Colorado, aber auch von einer geheimnisvollen Schönheit namens Feathers.

Wie ist der Film?

Beginnend mit einer netten Spielerei in Form einer stummfilmartigen Exposition entpuppt sich „Rio Bravo“ als klassischer Sheriffwestern, sehr unaufgeregt, ja regelrecht langsam erzählt – aber das kann er sich leisten. Denn Regisseur Howard Hawks („Leoparden küsst man nicht“, „Sein Mädchen für besondere Fälle“) behandelt seine Charaktere wie gewohnt mit Liebe und gutem Humor, sodass man ihnen gerne folgt.

Die Rolle des Sheriffs ist die perfekte Rolle für den John Wayne der späten 50er, so viel ist klar. An seiner Seite beweisen die damals schwer angesagten Sänger Dean Martin und Ricky Nelson ihr beachtliches Schauspieltalent. Bis zu ihrer demonstrativen, zugegebenermaßen schönen Gesangsszene schütteln die beiden ihr Entertainer-Image mühelos ab. Wie man es insbesondere von seinen Screwball-Komödien kennt, erweitert Hawks sein Ensemble um eine starke Frau (sehr charmant: Angie Dickinson) und rundet es peppig mit markanten Nebenrollen ab.

Vortreffliche Schauspielleistungen und flotte Dialoge trösten leicht darüber hinweg, dass man lange auf einen abenteuerlichen Ausritt à la „Der Schwarze Falke“ wartet, aber nie einer kommt. Der Film genügt sich mit dem Mikrokosmos Rio Bravo, in welchem sich die Charaktere miteinander weiterentwickeln dürfen. Nicht nur zufällig erinnert die Prämisse des Sheriffs, der in seiner Stadt bleiben muss, um sie zu retten an „Zwölf Uhr mittags“, denn „Rio Bravo“ ist eine Art Gegenentwurf zu selbigem, nachdem Hawks und Wayne das Verhalten des Sheriffs in „Zwölf Uhr mittags“ als überaus unamerikanisch empfanden. Da dies aber reaktionäre Geschmackssache ist, fällt „Rio Bravo“ als Neuverfilmung durch, ist allerdings als eigenständiges Werk betrachtet sympathisch.

Spätestens wenn selbst der bleihaltige Showdown zur Plauderei wird, machen sie die Vorlieben von Regisseur und Schreiberlingen etwas überdeutlich bemerkbar, doch „Rio Bravo“ bleibt ein netter Western mit guter Figurenzeichnung.

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